CHORios begeistert in Dümpelfelder Kirche
Dümpelfeld. Voll besetzt war die Kirche St. Cyriakus, der Gospelchor CHORios unter Leitung von Guido Nisius hatte zu einem Benefizkonzert eingeladen. Die Besucher spendeten bei freiem Eintritt zugunsten der Initiative „African Angel – Chances for children“ und für das heimische Projekt „Markt für Leib und Seele“.
African Angel ist eine gemeinnützige Organisation, die Hilfe zur Selbsthilfe bietet, in einer langfristigen und nachhaltigen Konzeption. Gründerin ist Harriet D. Bruce-Annan, sie setzt sich für die Kinder aus den Slums ihrer Heimatstadt Accra in Ghana ein. Schulbindung, Ausbildungsförderung, auch ärztliche Versorgung sollen die Not der Kinder lindern, ihnen eine Lebensperspektive ermöglichen. Die soziale Arbeit verläuft sehr erfolgreich, über 100 Kinder werden derzeit unterstützt, ehemals unterstützte Kinder haben ihre Ausbildung erfolgreich beendet oder haben ein Studium aufnehmen können, sie können ihre Familien ernähren und aktiv am Arbeitsleben in der afrikanischen Gesellschaft teilnehmen. Das Thema ist mehrfach in den Medien widergespiegelt, die Gründerin war vor Jahren einige Male zu Gast in Adenau. Sie war leider aufgrund einer Erkrankung nicht wie beabsichtigt beim Konzert dabei. In Adenau und der Region ist der gemeinnützige Verein Markt für Leib und Seele ein Begriff, er unterstützt seit dem Jahre 2008 Menschen in prekärer Lebenssituation mit Lebensmitteln, ein großes Helferteam setzt sich intensiv für die Belange von Menschen ein, die entsprechende Hilfe benötigen. Der Verein hat sich einen sehr guten Ruf erworben, sein segensreiches Wirken hat hohe Anerkennung gefunden.
Claudia Baur stellte beide Einrichtungen vor, begrüßte die Gäste und wünschte ein angenehmes Musikerlebnis.
Für den gemischten Chor CHORios begrüßte Guido Nisius die Gäste, er moderierte die meist arrangierten Stücke. Ob in deutscher Sprache, oft in englischer, sogar in italienischer Sprache erklangen bekannte Werke zeitgenössischen Liedguts. 31 Sängerinnen und Sänger traten auf, der Verein hat etwa vier Dutzend Mitglieder. Lebhafter Beifall nach einzelnen Stücken, etwa „Mad World „ von „Tears for fears“, „It‘ s my heart“ oder „Don‘ t stop me now“ von „Queen“ mit ihrem legendären Musiker Freddy Mercury.
„Danke, dass Sie geblieben sind“, scherzte der Chorleiter nach der Pause. Niemand hätte indes den gesanglichen Genuss vermissen wollen, fasziniert lauschte das Auditorium dem wunderbaren Gesang, herzlicher Applaus nach jedem Beitrag.
Besondere Aufmerksamkeit erlangte das legendäre Lied „Nearer my God to Thee“, es soll das letzte Lied der Kapelle auf dem havarierten Luxusdampfer Titanic gewesen sein. Große Begeisterung auch für „Solang‘ man Träume noch leben kann, die Band „Münchener Freiheit“ ist untrennbar mit dem eingängigen Titel verbunden.
Gänsehautmomente und viele Zugaben
„Skyfall“ aus dem gleichnamigen James Bond-Film erzeugte geradezu Gänsehauteffekte. Der Song nach der weltbekannten Sängerin Adèle überzeugte voll. „Smoke on the water“ von „Deep purple“ erklang, die Moderation nahm Bezug auf das traumatische Ereignis des historischen Casinobrandes am Genfer See. Zum Repertoire des Chores gehört seit Langem die als „afrikanische Hymne“ bezeichnete Weise Nkosi Sikelel‘ i Afrika, eine politische Hymne, die teils Eingang in die südafrikanische Nationalhymne gefunden hat, auch in Simbabwe und Tansania verbreitet ist.
Wie lang kann ein gesungener Ton gehalten werden? Unglaublich lang jedenfalls, wie der Chor im italienisch erklungenen Lied „Bènia calastoria“ von Beppo di Marzi demonstrierte, beeindruckend die chorische Atmung, so dass der Tonfluss im Bass scheinbar nicht abbricht. Das emotionale Lied handelt von Sehnsucht und Erinnerungen an die Kindheit.
Begeisterung am Ende des Konzertes, standing ovations, der Chor kam nicht umhin gleich drei (!) Zugaben erklingen zu lassen, darunter von Xavier Naidoo „Dieser Weg wird kein leichter sein“ und von Eurythmics „Sweet dreams“, ein Nr.1-Hit in den Charts.
Überzeugte der Chor ohnedies als Ganzes, so waren gerade auch die Solo-Darbietungen von hoher gesanglicher Qualität, wie das Auditorium dankbar zu würdigen wusste. Ein gehaltvoller Beitrag zur Kultur im ländlichen Raum, aufgrund der hohen Besucherzahl darf mit einem ansehnlichen Ergebnis für die Spendenzwecke gerechnet werden. WD
