Geschichtsverein Unkel e.V. informiert
Carl-Loewe-Musiktage in Unkel
Unkel. „Epochen und Episoden“ lautet das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz.
Carl Loewe ist ein Komponist der Romantik, und so werden sich die Konzerte der Musiktage der Musik der Romantik widmen.
Loewe wurde bei einer Konzertreise in Wien als der norddeutsche Schubert angekündigt. Zu Lebzeiten war er berühmt und beliebt und wurde bei seinen sommerlichen Konzertreisen, die ihn nicht nur durch Deutschland, sondern auch nach Österreich, England und Norwegen führten gefeiert, als Komponist, großartiger Sänger und virtuoser Pianist, wenn er selbst sich am Klavier begleitend vor allem seine Balladen vortrug. Nicht nur Schumann, Mendelssohn, Liszt und Chopin, sondern auch später Wagner schätzten ihn sehr. Über Schumann schrieb Loewe in einem Brief an seine Frau: „Er versteht mich wie nicht leicht Einer, ... der treffliche Schumann, der auch ein tiefes Gefühl für wahre Kunst im Busen trägt.“
Von einer dieser Reisen im Sommer schrieb er aus Mainz:“Da wäre ich denn hier. ... Ich hatte am Tage einen Platz im Cabriolet und Nachts im Wagen, und so ging es im Fluge an den Rhein her. Die Postillone fahren unerhört rasch; höchstens 38 Minuten die Meile. Sie hemmen ein Rad, und dann geht es die Berge hinunter im Carrière.“
Am Ende des 19. Jhd. geriet er in Vergessenheit. Seine Familie, die nach seinem Tode nach Unkel übersiedelte, versuchte dem entgegen zu wirken, und diese Tradition hält der Geschichtsverein Unkel e.V. seit 1995 mit den jährlichen Carl-Loewe-Musiktagen am Leben.
Loewe war überzeugter Lutheraner, geprägt von der Familie des Lehrers und Kantors Andreas Loewe. Er sah sich selbst in erster Linie als Kirchenmusiker. Er komponierte unter anderem viel für seine geliebte Orgel in der Stettiner Jacobi-Kirche, Kirchenlieder, eine neue Liturgie für den Gottesdienst und 18 Oratorien.
Auftaktveranstaltung am 23. Juni
Den Auftakt zu den Musiktagen am 23. Juni bildet die Salon-Soireé im Herrenhaus – Burgserenade. Hier erinnert man sich an die „Salons“ im 19. Jhd.. Loewe war gern gesehener Gast im Hause der Frau Geheimräthin Tilebein in Züllchow bei Stettin. Loewe schreibt in seinen Erinnerungen über sie: „Diese edle hochbegabte Frau ist mir und den Meinen bis zu ihrem im Jahre 1854 erfolgten Tode eine treue, aufopfernde Freundin geblieben. Was hatte ich ihr bieten können, als den Vortrag meiner Lieder und Balladen?“
Den passenden Rahmen für diese Soirée bildet der wunderschöne Saal zum Rhein hin im Herrenhaus „Burg Unkel“. Der Familie von Weichs dankt der Veranstalter für das Entgegenkommen, ihr Haus für die Konzerte zu öffnen.
Liederabend, Meisterkonzert und Kammerkonzert
Am gleichen Ort findet am 25. Juni der Liederabend in der Burg : Luther und die Reformation – Legenden und Balladen statt.
Am 28. Juni folgt das Meisterkonzert: Briefe einer Epoche – aus Loewes Selbstbiographie und am 30. Juni das Kammerkonzert: Edelfalk und Zugvögel-Naturbilder der Romantik.
Diese beiden Konzerte finden wieder im Palmenhaus des Henkel-Park statt. Der Besitzer des Anwesens, Fritz Bagel, öffnet seit vielen Jahren seinen Park für die Musiktage.
Der Geschichtsverein ist dankbar, die Konzerte in dieser romantischen Umgebung und in dem Saal mit ausgezeichneter Akustik veranstalten zu dürfen.
Auch das zur Tradition gewordene Kinderkonzert: Loewe von Kindern gesungen findet am 24. Juni im Palmenhaus statt.
