Allgemeine Berichte | 12.06.2023

Anwältin klärt Schüler, Lehrer und Eltern der Anne-Frank-Realschule auf

Cybermobbing und Rechtsverletzung im Internet

Eine Anwältin klärt Schüler, Lehrer und Eltern der Anne-Frank-Realschule zum Thema Cybermobbing und Rechtsverletzung im Internet auf. Foto: privat

Montabaur.„Du Schlampe!“ „Du stinkst!“ „Keiner mag dich!“ „Ich bring dich um!“ Soziale Medien haben ihre Schattenseiten. Übelste Beschimpfungen, lähmende Drohungen, Gewaltvideos, Nacktfotos und vielfach geteilte kompromittierende Bilder, was Betroffene da im Netz erleiden müssen, ist unfassbar.

„Das ist nicht witzig, sondern strafbar“, sagte Gesa Stückmann in ihren Webinaren für Schüler, Eltern und Lehrer der Anne-Frank-Realschule. Sie ist Anwältin und hat sich als Mutter von zwei Kindern auf das Thema Cybermobbing und Rechtsverletzung im Internet spezialisiert. Mit ihren Onlineseminaren „law4school“ richtet sie sich sowohl an Schüler als auch an ihre Eltern und Lehrer, um über das Thema Cybermobbing insbesondere im schulischen Bereich aufzuklären.

Anhand vieler Beispiele aus ihrer anwaltlichen Tätigkeit zeigte sie auf, was da alles im Internet geteilt wird und wie Jugendliche ihre Mitschüler damit fertigmachen. Es sind alles Dinge, von denen Eltern meist weder eine Ahnung noch die geringste Vorstellung haben. Die Betroffenen fühlen sich meist zutiefst machtlos und sprechen vor lauter Scham häufig mit niemandem darüber. Dabei ist dieses Verhalten der Täter strafbar. Gesa Stückmann machte den Seminarteilnehmern deutlich, welche juristischen Konsequenzen auf die Täter zukommen. Denn auch Jugendliche unter 14 Jahren können belangt werden, wenn nicht strafrechtlich, dann doch zivilrechtlich, und dabei können durchaus hohe Strafen ausgesprochen werden. Die hervorragend auf das Alter der Jugendlichen abgestimmten Webseminare für die verschiedenen Klassenstufen an der Anne-Frank-Realschule hinterließen bleibenden Eindruck bei den Schülern. In anschließenden Klassengesprächen wurde deutlich, dass viele Schüler die Rechtslage falsch eingeschätzt hatten und sie nun ihr eigenes Verhalten im Internet hinterfragten. Dass man beispielsweise als Admin einer WhatsApp-Gruppe für alles verantwortlich ist, was da so gepostet wird, war den meisten Schülern nicht bewusst. Auch das tagtäglich tausendfach praktizierte Posten von Screenshots oder Stickern sowie das Weiterleiten von fremden Inhalten oder Bildern ist strafrechtlich nicht zulässig.

Um den Kindern noch besser und fundierter zur Seite stehen zu können, hatten sich die Lehrerinnen und Lehrer der Anne-Frank-Realschule schon im Vorfeld von Frau Stückmann zum Thema Cybermobbing und Recht im Internet fortbilden lassen.

Im Anschluss an die Webinare für Schüler der verschiedenen Altersstufen und für ihr Lehrer erhielten die Eltern der Anne-Frank-Schüler die Gelegenheit, an einem Online-Elternabend teilzunehmen. Auch hier stand Gesa Stückmann mit ihrem fundierten juristischen Wissen Rede und Antwort. Neben der Aufklärung über Art und Ausmaß der Posts im Internet ging es hier auch darum, was Eltern tun können, um ihrem Kind beizustehen und Abhilfe zu leisten.

- Informationen zum Thema Cybermobbing sind auf den Seiten klicksafe.de und juuuport.de zu finden.

- Für akute Hilfe können sich Betroffene online an krisenchat.de oder nummergegenkummer.de (auch Elterntelefon) wenden. Hilfreich sind auch die Apps cyber-mobbing-erste-hilfe-app (Apple) und cybermobbing-erste-hilfe-app (Android).

Eine Anwältin klärt Schüler, Lehrer und Eltern der Anne-Frank-Realschule zum Thema Cybermobbing und Rechtsverletzung im Internet auf. Foto: privat

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