Karnevalsgesellschaft Odendorf
Da steppte der Ääzebär
Original Kölsches Karnevalsprogramm
Odendorf. „In Öndörp steppt de Ääzebär“, natürlich auch bei der großen Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft Odendorf im gut gefüllten Dorfsaal. Schließlich hat es der „Ääzebär“ dieses Jahr auf den Sessionsorden der KG geschafft, der an diesem Abend freigiebig von Präsident Christoph Knappe und Schultheiß Siegfried Vogel verteilt wurde. Doch was hat es mit dem „Ääzebär“ auf sich? Nach der Gründung der KG im Jahr 1925 wurden Kappenbälle, Preismaskenbälle und sonstige Vergnügungen in der Karnevalszeit veranstaltet, einen Straßenkarneval im heutigen Sinne oder gar ein Prinzenpaar und Rosenmontagszug gab es allerdings noch nicht. Nur der „Ääzebär“, ein heidnisches Schreckgespenst, zog an diesem Tag zur größten Freude der Kinder durch den Ort. Er war mit trockenem Herbstlaub entwickelt, das mit Kordeln befestigt war.
Der Bärentreiber legte ihm dann noch eine Kette um die Taille, und das Gespann war gebrauchsfertig für den Straßenumzug. Veranstalter waren meist arbeitslose Einwohner, die sich bei der Gelegenheit auch ein Scherflein „am Fenster vorbei” erbaten, um sich damit den Lebensunterhalt etwas aufzubessern. Natürlich beteiligte sich der „Ääzebär“ auch an den Karnevalsbällen, und es war damals besonders für die jüngeren Damen ein „großartiges“ Erlebnis, mit dieser Furcht einflößenden Figur zu tanzen.
Pinguine aus Madagaskar auf der Bühne
Seit 1969 bereits erfreut die Tanzgarde der KG ihr Publikum, diesmal zeigten die 16 jungen Damen zum Auftakt der Prunksitzung, was sie von ihrer Trainerin Angelina Weber gelernt hatten.
Dass die nicht nur trainieren, sondern auch selbst sensationell tanzen kann, zeigte sie im Anschluss mit ihrem umjubelten Solotanz. Schließlich war Angelina Weber zuletzt Landesmeisterin und Deutsche Meisterin in der Rheinischen Karnevals-Korporation (RKK). Im weiteren Verlauf des Abends zeigte die Tanzgarde auch noch ihren Showtanz als „Pinguine aus Madagaskar“. Sogar auf Tollitäten mussten die Odendorfer Jecken nicht verzichten, denn das Ollheimer Jungen-Dreigestirn mit Prinz Dominic II. (Cipera), Jungfrau Kevina (Kevin Schulz) und Bauer Björn (Söntgerath) gab sich die Ehre und ließ sich ausgiebig bejubeln.
Das galt auch für Leonie Bröhl, Ricarda Knappe und Sabrina Schumacher, die vom Bund Deutscher Karneval (BDK) für ihre Verdienste um das närrische Brauchtum geehrt wurden.
Für die Garde Rot-Weiß Gleuel war die Bühne zu klein
Mit echt kölnischem Karneval verwöhnte die KG Odendorf im Lauf des Abends ihr Publikum, unter anderem mit der „Domstadt Bande“, den „Rabaue“ mit ihrem neuen Sessionstitel „He am Rhing“ oder dem Urgestein des Kölner Karnevals, Wicky Junggeburth, seines Zeichens Prinz von 1993. Als dann noch das Funkencorps „Rot-Weiß Hürth-Gleuel 1951“ mit Tanzpaar Denise Willems und Daniel Assenmacher, Damentanzcorps, Garde- und Offiziers-Corps sowie Regimentsspielzug einmarschierte, wurde die Bühne zu klein, die Hälfte der rot-weiß Uniformierten nahm parterre Aufstellung. Und auch die „Gullaschkapell“ mit ihren 20 Vollblutmusikern ließ zum krönenden Abschluss nichts anbrennen.
