Hospiz-Verein Rhein-Ahr hielt Jahreshauptversammlung ab
Das Ehrenamt als Herzstück
Breite Unterstützung aus der Bevölkerung - Mitgliederzahl steigt auf 1336
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nicht nur die wieder gestiegene Mitgliederzahl auf 1336 hat zur guten Stimmung bei der Jahreshauptversammlung des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr beigetragen. „Wenn wir wie jetzt jedes Jahr um rund 100 Mitglieder wachsen, geht es weniger um Mitgliedsbeiträge als um die Unterstützung, die wir in der Bevölkerung erhalten. Das gibt uns eine andere Schlagkraft“, stellte die Vorsitzende Ulrike Dobrowolny fest.
Auch der Einsatz insbesondere der ehrenamtlichen Mitarbeiter stand bei der Versammlung speziell im Fokus und wurde mit besonderem Beifall bedacht. „Euer Zuhören sei mir ein Trost“, zitierte Ulrike Dobrowolny aus dem Alten Testament. „Dies ist der wesentliche Kern unserer hospizlichen Versorgung, der vor allem durch die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelebt wird“, fügte sie an. „Ohne diese ehrenamtliche Begleitung würde die Hospizarbeit ihr Herzstück verlieren.“
Die 63 ehrenamtlichen Hospizbegleiter im ambulanten Dienst haben im vergangenen Jahr 3160 Stunden ehrenamtlich geleistet und dabei 29.000 Kilometer zurückgelegt. Mit den sechs hauptamtlichen Hospizfachschwestern, die insgesamt sogar 55.300 Kilometer gefahren sind, haben sie 341 Schwerstkranke und Sterbende und deren Angehörige im gesamten Kreis Ahrweiler begleitet. 128 der 195 bis zum Tod begleiteten Menschen „konnten wir mit unserer Unterstützung ein Leben bis zuletzt in ihrem Zuhause ermöglichen“, erklärte die Koordinatorin für das Haupt- und Ehrenamt, Sabine Schonschek.
17 Ehrenamtliche sind im stationären Dienst im Hospiz im Ahrtal an insgesamt 1327 Stunden im Einsatz gewesen. Im Hospiz sind im vergangenen Jahr 109 Gäste aufgenommen worden, wie Hospiz- und Pflegedienstleiterin Yasmin Brost berichtete. Diese seien zwischen 19 und 94 Jahren alt gewesen und im Durchschnitt 33,2 Tage geblieben, wobei die Verweildauer der Einzelnen von wenigen Stunden bis zu 14 Monaten reichte.
Unverzichtbare Multiplikatoren
Den ehrenamtlich Tätigen beim Hospiz-Verein galten auch die Ehrungen. „Ehrenamtliche in der Sterbebegleitung sind unverzichtbare Multiplikatoren für die Hospizidee im Sinne von Unterstützung, Achtsamkeit und Integration des Sterbeprozesses in das gesellschaftliche Leben“, erklärte Vorstandsmitglied Monika Lessenich in Vertretung der stellvertretenden Vorsitzenden Hildegard Schneider.
Fast von Beginn an dabei im vor 27 Jahren gegründeten Hospiz-Verein ist Klara Rauwald, die seit 20 Jahren als ehrenamtliche Hospizbegleiterin tätig ist. Auf zehn Jahre ein der ehrenamtlichen Hospizbegleitung blicken Elke Gaudian, Christel Kirchhoff, Sophia Enders und das Ehepaar Esther und Manfred Brombach zurück. Zehn Jahre als Vorsitzende ist Ulrike Dobrowolny im Amt, und für ihre 15-jährige Tätigkeit als ehrenamtliche Trauerbegleiterin erhielt auch Berta Bauer Beifall. Genauso lange wie sie dabei ist, gibt es auch die Trauertreffs, die ständig gewachsen seien. Auch immer mehr Männer kämen in jüngster Zeit, erklärte Bauer. Sie berichtete von 435 Stunden Trauerarbeit, die in 2018 in Bad Neuenahr-Ahrweiler und in Adenau geleistet wurden.
In Gruppen- sowie auch in Einzelgesprächen seien 84 Menschen in Trauer begleitet worden. Die Vorsitzende hieß bei der Jahreshauptversammlung Silke Bauer als neue hauptamtliche Mitarbeiterin willkommen. Begrüßt wurde außerdem Andelka Janjik als neue Palliative Care Schwester. „Zahlen sind nur einkleiner Teil dessen, was der Hospiz-Verein leistet, aber auch das ist wunderbar“, erklärte Steuerberater Lutz Engelsing, der in Vertretung der erkrankten Schatzmeisterin Josefine Schwipper den Kassenbericht vorlegte.
Möglichst vielen helfen
Doch der Verein ruht nicht und sieht vielen weiteren Aufgaben entgegen. Mit Hospizgesprächen, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen versucht er immer neue Bevölkerungsschichten zu erreichen, „damit möglichst viele Bürger Hilfe bekommen“, so Monika Lessenich. Auch durch die bereits installierten Sprechstunden in allen Teilen des Kreises Ahrweiler soll das erreicht werden. Immer mehr vernetze sich der Hospiz-Verein auch mit Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen. Dobrowolny: „So versuchen wie, die hauptamtlichen Fachkräfte in den Einrichtungen mit unserem Fachwissen zu unterstützen. Es muss möglich sein, dass auch die Menschen in Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäusern palliativ-hospizlich begleitet werden.“
Als neue hauptamtliche Mitarbeiterin wurde Silke Bauer bei der Jahreshauptversammlung willkommen geheißen. Außerdem ist Andelka Janjik neu als Palliative Care Schwester dabei.
