Im Landkreis Cochem-Zell ist man auf ZaC(k)
Das Erfolgsrezept heißt Fachkräftesicherung und Anpassung
Cochem. Andreas Zietz, Leiter der Berufsbildenden Schule (BBS), war es zunächst in deren Aula vorbehalten, zahlreiche Gäste zur 5. ZaC-Konferenz (Zukunftsallianz Cochem-Zell) zu begrüßen. In deren Rahmen betonte er die Besonderheit der Berufsbildenden Schule als wichtiger Partner der regionalen Fachkräftesicherung und somit auch die enge Verbundenheit mit der ZaC. Die Hauptthemen der aktuellen Zusammenkunft war die künftige Orientierung und Wettbewerbsfähigkeit des Einzelhandels, sowie die Frage einer eventuell gebotenen Neuausrichtung auf dem heutigen Markt. Hat dieser in Zeiten von Internet-Marktführern, Handy und Tablet überhaupt noch Chancen seine Waren auf dem konventionellen Weg an den Mann bzw. die Frau zu bringen? Muss sich der Einzelhandel diesbezüglich vielleicht neu erfinden und kann man bei all diesen Überlegungen auch den Spaß an der Arbeit noch beibehalten? Kreischef Manfred Schnur ging nach seinen Willkommensgrüßen auf die besondere Attraktivität des Landkreises bezüglich seiner gegebenen Möglichkeiten, vornehmlich auf dem Sektor der Dienstleistung (78 Prozent), ein, und hob dahingehend auch die führende Wirtschaftskraft von Tourismus und Handwerk hervor. In seinen Ausführungen warb er auch künftig um ein konzertiertes Engagement für eine starke Wirtschaft und einen lebenswerten Landkreis, der diesbezüglich im bundesweiten Ranking erst kürzlich einen beachtenswerten Platz errungen hatte. „Es braucht den Menschen der leistet und erfindet, und hier ist auch der ländliche Raum gefordert Fachkräfte zu binden“, sagte Schnur und fuhr fort: „Man muss sich den Aufgaben stellen und darf, um Lebensqualität und Vielfalt im Landkreis zu erhalten, die Chancen der Zukunft nicht verspielen!“
Sicherung der Fachkräfte
So haben auch mehr als 100 Betriebe bei der ZaC-Gründung in 2014 die Absichtserklärung (Letter of Intent) unterschrieben, die Sicherung der Fachkräfte zum Top-Thema zu machen. Es ist ein Netzwerk, das offensichtlich funktioniert und eine starke Gemeinschaft präsentiert. „Ohne Geselle kein Meister und ohne Fachkraft kein Unternehmen“, führte Manfred Schnur aus und forderte nachdrücklich: „Wir müssen um die Menschen werben und sie dafür begeistern im Landkreis zu bleiben oder zurückzukommen!“
Jungmeister wurden ausgezeichnet
Dass dies gelingen kann, zeigte die anschließende Ehrung für junge Meister. In diesem Zusammenhang wurden durch Mark Scherhag (Vizepräsident Handwerkskammer Koblenz) und Kreishandwerksmeister Rainer Angsten folgende Herren mit Urkunden ausgezeichnet: Christian Ahnen und Manuel Hennen (Maurer u. Betonbauer), Pascal Heinz (Elektrotechniker), Alexander Oswald (Metallbauer), David Kleiner Grigoryev (Feinwerkmechaniker), sowie Peter Schmitz (Kraftfahrzeugmechaniker). Melitta Ahlert (Damenschneidermeisterin) konnte sich über den Goldenen Meisterbrief freuen. Entsprechendes Lob für engagierten Fleiß und Durchhaltevermögen erhielten die Geehrten abschließend von Mark Scherhag, der mit deren Erfolg, einen Beweis für die Wichtigkeit der Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung sah. Vera Linnenweber, Trainerin für Kommunikation und moderne Umgangsformen, griff die Themen Motivation, persönliche Einstellung und Berufsleidenschaft in ihren Ausführungen auf, während Dr. Peter Achten (Hauptgeschäftsführer Handelsverband Nordrhein-Westfalen-Rheinland) die Parole „Herausforderungen annehmen - den Kopf nicht in den Sand stecken“, ausgab. Er plädierte dafür, ständig am Ball zu bleiben und neue Ideen zu entwickeln. Für ihn bedeutet der moderne Onlinehandel zwar eine Veränderung des Kaufverhaltens, allerdings keineswegs das Aus für den stationären Handel: „Es ist wichtig hier mit neuen Ideen und unter Nutzung verschiedener Kanäle erfolgreich zu sein/bleiben!“ Laut Dr. Achten gilt es dabei alle lokalen Händler flächendeckend wachzurütteln, damit sie die Chancen des Internets, analog des neuen Kaufverhaltens, auch für sich nutzen. „Smartphone und Tablet gehören zum Alltag und haben den Einkaufszettel weitgehend ersetzt, und wer mit der Online-Konkurrenz mithalten will, der muss sich bewegen“, so der Experte. Hier schlägt er mögliche Konzeptläden und bspw. einen Service vor, den das Netz nicht bieten kann. „Ein weiterer wichtiger Aspekt ist sich zu vernetzen, darauf zu schauen was andere tun und sich davon eventuell inspirieren zu lassen“, betonte Dr. Achten. Schmackhafte Gaumenfreuden gab es abschließend für alle Anwesenden. Vorzüglich zubereitet und präsentiert von einem gut eingespielten Schüler-Küchen-Team der gastgebenden BBS. TE
Kommunikationstrainerin Vera Linnenweber und Dr. Peter Achten waren als Gastreferenten eingeladen und sprachen aktuelle Themen an.
Die Veranstaltung der kreisweiten ZaC-Initiative in der Berufsbildenden Schule Cochem wurde von großem Besucherinteresse begleitet.
