Rot-Weisse Funken Unkelbach e.V.
Das „Kölsche Grundgesetz“ kommt ins Wanken
„Gesamtstädtisches Treffen“ sagt dem Karneval Tschüss und Aus
Remagen.„Et hätt noch immer jot jejange,“ sagt der § 3 des „Kölschen Grundgesetzes“. Nä, hatt et nit, müssen die Karnevalisten der Gesamtstadt jetzt konstatieren, nach ihrem Treffen in der Remagener „Kulturwerkstatt“, unter der Federführung von Nina Wiest. „Et es wie et es“, (§ 1) mussten die Organisatoren des närrischen Treibens zur Kenntnis nehmen, dass die Coronapandemie ihnen eine ganz besondere Verantwortung abverlangt. Unter dem Motto „Wat wellste maache“ (§7) entschlossen sich die Narreteifreunde nun, „mit blutendem Herzen“ im gesamten Stadtgebiet das närrische Treiben auch in dieser Session zu känzeln.
Vorausgegangen war dem Treffen, eine Videoschaltung im kleinen Kreis mit Remagens „Meister der Bürger“, Björn Ingendahl und Remagens „Säckelmeister“, Mark Göttlicher. Dieser hatte bereits Tage zuvor, als Kripper Literat, die karnevalistischen Veranstaltungen für den ehemaligen Badeort abgesagt. Ingendahl erklärte dabei, dass die städtischen Liegenschaften in dieser Session nicht von der Verwaltung geschlossen würden, sondern es an den Karnevalisten selbst läge, ob sie Veranstaltungen durchführen wollten. Da war man dann doch wieder in der alten kölschen Fastelovendstradition: Denn schon die Franzosen erlaubten nach ihrem Einmarsch den Kölnern einst „de faire son tour“, die jecken Umzüge durch die Stadt fortzusetzen. Im Gegensatz zu den „Roten Funken“, die sich dann gegen ein Verbot durch die Preußen mit ihrem „Stippeföttchen“ und der Präsentation des „Held Karneval“ revanchierten, zogen die Remagener Karnevalisten nun die Notbremse und sagten alle Veranstaltungen ab.
„Wir müssen als Teil der Gesellschaft die Verantwortung, die uns gegeben wurde, diese auch für die Gesellschaft wahrnehmen, und bemüht sein, Risiken in der Pandemie so weit wie möglich auszuschließen,“ hieß es einvernehmlich. Einvernehmliches Unverständnis herrschte allerdings auch darüber, dass der Remagener Antrag auf Bezuschussung der „rein städtischen Veranstaltung Schlüsselübergabe“ von der Politik abgelehnt worden war. Umso mehr, als bei der gleichen Sitzung der Antrag eines anderen Vereines, der Bezuschussungsbetrag sogar aufgestockt wurde.
Da et aber „kütt wie et kütt“, fällt in dieser Session ja nun die „Schlüsselübergabe“ aus und die Karnevalstreibenden Vereine hoffen, dass die Remagener Politiker sie vielleicht im nächsten Jahr wahrnehmen als das, was sie sind, ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft, mit einem Hauptstandbein in der Kinder- und Jugendpflege durch ganzjähriges Tanz- und Musiktraining. Und um vielleicht dieser Gruppierung einen Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten zu geben, haben sich die Karnevalsfreunde ein theoretisches „Hintertürchen“ offengelassen.
