Allgemeine Berichte | 12.04.2017

Runder Tisch Rhein-Westerwald veröffentlicht Broschüren

Das Schweigen brechen

Publikationen befassen sich mit Gewalt in engen sozialen Beziehungen

Gleich drei in der Öffentlichkeit eher gemiedene Themen greifen die Broschüren des Runden Tisches Rhein-Westerwald auf: Gewalt in der Pflege, männliche Opfer häuslicher Gewalt und die transgenerationale Weitergabe von Traumata. Gemieden würden sie, weil sie Tabus brechen und sich aufgrund ihrer Komplexität keine einfachen Problemlösungen finden ließen, sind sich die Vertreter der Herausgeber einig (v. l.): Beate Ullwer und Doris Eyl-Müller (Gleichstellungsbeauftragte der Landkreise Westerwald und Neuwied), Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter und Dezernent für Jugend, Familie und Gesundheit.  Kreisverwaltung Neuwied

Neuwied. Gleich drei in der Öffentlichkeit eher gemiedene Themen greifen die Broschüren des Runden Tischs Rhein-Westerwald auf: Gewalt in der Pflege, männliche Opfer häuslicher Gewalt und die transgenerationale Weitergabe von Traumata. Gemieden würden sie, weil sie Tabus brechen und sich aufgrund ihrer Komplexität keine einfachen Problemlösungen finden ließen, sind sich die Herausgeber einig.

Thematik ist sehr komplex

Schon das Thema Gewalt in der Pflege habe viele Facetten und sei äußerst komplex: Nicht nur Gepflegte werden Opfer von Pflegenden, auch umgekehrt können Krankheiten aus den friedlichsten Menschen „Wutmenschen“ machen. Hinzu können finanzielle und psychische Abhängigkeiten kommen. Die betroffenen Familien sind häufig isoliert, und der Pflegedienst ist oft der einzige Besuch. Nicht weniger kompliziert sei das Problem bei männlichen Opfern häuslicher Gewalt. Nicht nur, dass es keine Hilfeeinrichtungen für Männer im ländlichen Raum gibt, auch die Vorstellung, dass Männer Opfer von Partnerinnen werden, sei kaum vereinbar mit dem Männerbild in unserer Gesellschaft.

„Ich bin froh, dass der Runde Tisch Rhein-Westerwald im Rahmen des rheinland-pfälzischen Interventionsprojekts gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen sich nicht scheut, Themen aufzugreifen, die mit einem Tabu belegt sind“, betonte Achim Hallerbach, 1. Beigeordneter des Landkreises Neuwied, bei der Präsentation der Auswertungsbroschüren. „Der Runde Tisch ist mit vielen seiner Diskussionen seiner Zeit voraus. Denn eines ist 100 Prozent sicher: Wenn Probleme nicht besprochen werden, heißt das bei Weitem nicht, dass es sie nicht gibt, und Schweigen stabilisiert soziale Systeme, in denen Gewalt herrscht“, lobte Achim Hallerbach den Runden Tisch.

Traditionell richtet der Landkreis Neuwied die Fachtagungen aus, während der Westerwaldkreis die Federführung des Runden Tischs innehat. Ausgehend von den Erfahrungen der am Runden Tisch vertretenen Organisationen, Verbände und Hilfeeinrichtungen werden Fachtagungen durchgeführt und rund um den 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, Infostände in den drei Landkreisen Westerwald, Neuwied und Altenkirchen organisiert. „Am Runden Tisch arbeiten alle Organisationen zusammen, um die Hilfestruktur für betroffene Opfer von Gewalt in engen sozialen Beziehungen zu verbessern. Dazu gehört auch ein großes Maß an Fortbildung, um über neue Entwicklungen informiert zu sein und Aspekte aufzugreifen, die zunächst nicht augenscheinlich zum Thema gehören“, betonen die Gleichstellungsbeauftragten Beate Ullwer (Westerwaldkreis) und Doris Eyl-Müller (Landkreis Neuwied).

Die Broschüren sind erhältlich bei Doris Eyl-Müller, Tel. (0 26 31) 80 34 10, E-Mail Doris.eylmueller@kreis-neuwied.de.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Neuwied

Gleich drei in der Öffentlichkeit eher gemiedene Themen greifen die Broschüren des Runden Tisches Rhein-Westerwald auf: Gewalt in der Pflege, männliche Opfer häuslicher Gewalt und die transgenerationale Weitergabe von Traumata. Gemieden würden sie, weil sie Tabus brechen und sich aufgrund ihrer Komplexität keine einfachen Problemlösungen finden ließen, sind sich die Vertreter der Herausgeber einig (v. l.): Beate Ullwer und Doris Eyl-Müller (Gleichstellungsbeauftragte der Landkreise Westerwald und Neuwied), Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter und Dezernent für Jugend, Familie und Gesundheit. Foto: Kreisverwaltung Neuwied

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