Allgemeine Berichte | 14.06.2018

Fiona, ein Mädchen mit Down-Syndrom, hofft auf Hilfe

Delfin Nubia ist Fionas liebster Therapeut

Die Achtjährige hofft auf Spenden, um eine weitere Delfintherapie machen zu können

Fiona und ihre Mama haben ein sehr enges, wenngleich nicht immer leichtes Verhältnis zueinander. Fotos: Privat

Wirges. Fiona ist acht Jahre alt und geht auf die Katharina-Kasper-Schule in Wirges. An der Katharina-Kasper-Schule werden etwa 100 Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen unterrichtet, wobei der Schwerpunkt auf der ganzheitlichen und motorischen Entwicklung liegt. Darum ist das die richtige Schule für Fiona, denn sie kam mit dem Down-Syndrom zur Welt. Das Down-Syndrom ist eine genetische Veränderung, bei der das 21. Chromosom (oder Teile davon) dreifach vorliegen, anstatt doppelt. Diese genetische Besonderheit kann sowohl zu geistigen, als auch zu körperlichen Beeiträchtigungen führen.

BLICK aktuell hat sich mit Fiona und ihrer Mutter, Martina Kloy-Bausch getroffen und die beiden erzählten von ihrem gemeinsamen Leben. Davon, wie es war, als die Diagnose gestellt wurde und davon, wie es war, als sie die fast magische Wirkung der Delfintherapie zum ersten Mal spürten.

Die erste Delfintherapie konnte dank Unterstützung der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises stattfinden, die bei dem Verein „Dolphin aid e.V.“ ein Spendenkonto für Fiona einrichtete. „Dolphin aid e.V.“ ist eine Organisation, die beeinträchtigten Menschen die Möglichkeit eröffnet, zusammen mit Delfinen eine Verbesserung ihres gesundheitlichen Allgemeinzustandes herbeizuführen. Nun hofft die Mutter, eine weitere Therapie für Fiona ermöglichen zu können. Wie wichtig das für das kleine Mädchen ist, berichtet ihre Mutter.

„Ich habe mich bewusst für mein Kind entschieden“

„In der 14. Woche meiner Schwangerschaft bekam ich die schockierende Mitteilung meiner Ärztin, dass ich ein Kind mit Down-Syndrom erwartete. Ich musste mich nun entscheiden. Ärztlicherseits, aber auch aus dem Umfeld, wurde mir immer wieder geraten, eine Abtreibung vorzunehmen. Bis zur 22. Woche durfte ich selbst entscheiden, danach die Ärzte.

In der 17. Woche habe ich mich, trotz aller negativen Einflüsse, bewusst für mein Kind entschieden. Mir war klar, dass mit dieser Entscheidung mein Leben absolut auf den Kopf gestellt werden würde. Meine Entscheidung stand aber zu hundert Prozent fest und ich freute mich auf mein Kind. Wichtig anzumerken ist: Das Down-Syndrom ist keine Krankheit, sondern eine Chromosomen-Anomalie, die sich durch typische Merkmale auszeichnet.

Am 12. Februar 2010 kam Fiona zu früh auf die Welt und ich verliebte mich sofort in sie. Nun begann unser gemeinsames Leben, welches uns untrennbar zusammenschweißte. Dauernde Arztbesuche und Therapien standen für uns auf dem Plan, ihre Entwicklung machte Fortschritte.“

„Eine Nerv raubende, süße Maus“

„Fiona ist nun acht Jahre alt, ihr geistiger Entwicklungsstand kommt teils dem einer Vierjährigen gleich. Natürlich verlief – und verläuft – unser Zusammenleben nicht immer reibungslos, da es bei Fiona häufig zu Schwankungen in ihrem Verhalten kommt. Oftmals ist sie provokativ und manchmal ohne Vorwarnung aggressiv, dabei kann es zu völlig unkontrollierbaren Ausrastern kommen. Währenddessen muss ich sie dann in die Tiefenspannung nehmen. Lässt die Anspannung nach, sitzt sie in meinen Armen und weint bitterlich. Sie kann doch nichts dafür! Meine Tochter ist eine kleine, liebevolle, Nerv raubende, süße Maus.

Einmal im Jahr sind wir in München zu einer Verhaltenstherapie, das ist für uns beide sehr anstrengend, hilft aber verschiedene Situationen besser zu bewältigen. Im Kindergarten kam bei einem zukunftsorientierten Gespräch, bei dem die Kreisverwaltung anwesend war, die Frage auf, was ich mir für Fiona wünsche. Ich erwähnte, ohne die Möglichkeit in Betracht zu ziehen: Dass sie mal mit den Delfinen schwimmen darf.“

Vom Wunsch zur Wirklichkeit

„Nur zwei Monate später konnten wir die erste Spende von 2.500 Euro auf Fionas bis dahin eingerichtetem Spendenkonto bei „Dolphin aid e.V.“ verzeichnen. Die eingehenden Spenden werden ausschließlich und zweckgebunden auf ein Bezugskonto des Begünstigten geleitet und vom Verein verwaltet.

Die dreiwöchige Therapie auf Curacao kostet etwa 13.000 Euro, darin enthalten sind für drei Personen der Flug, das Hotel und die Therapiekosten. Die Delfine leben dort in einer Lagune und könnten jederzeit aufs offene Meer hinaus. Tägliche Untersuchungen der Tiere sind da Priorität und den Umgang mit Menschen sind sie gewöhnt.“

Arbeit mit den Delfinen zeigt deutlich positive Wirkung

„Der Aufenthalt auf Curacao entpuppte sich wahrlich nicht als Erholungsurlaub, denn dort standen täglich mehrere Stunden harte Arbeit mit den Therapeuten und ihrem Delfin ‚Nubia‘ an. Mit der Delfintherapie erfolgt unter anderem eine Verbesserung der Körperwahrnehmung, der Tiefensensibilität, der Persönlichkeitsentwicklung, der Sprachentwicklung und vieles mehr.

Fiona blühte regelrecht auf, die Sanftheit und Zärtlichkeit der Grauen Riesen, die Berührungen ihrer Haut – für Fiona und auch für mich ein nachhaltiges Erlebnis. Fiona war sehr traurig, als wir Curacao und ‚Nubia‘ wieder verlassen mussten. In den Wochen nach unserer Rückkehr entwickelte sich Fiona weiterhin sehr gut, gerade in der Sprache und Konzentration! Dann kam bei ihr leider ein gesundheitlicher Rückschlag und sie verfiel wieder in alte Verhaltensmuster.“

2019 könnte die nächste Therapie stattfinden

„Ich möchte Fiona den unvergesslichen Aufenthalt auf Curacao gerne noch einmal ermöglichen, sie spricht häufig davon. Vor allen Dingen, wenn sie die Fotos und Videos ihrer Therapie betrachtet. Ich bin eine alleinerziehende Mutter, arbeitslos und widme mich vollständig in einer Eins-zu-Eins-Betreuung meiner Tochter, dementsprechend sind die finanziellen Mittel arg eingeschränkt. Die weitere, wichtige Therapie ist für September 2019 geplant. Sind genügend Spenden eingegangen, dann wird „Dolphin aid e.V.“ alles Weitere wieder in die Wege leiten. Bis dahin ist noch ein langer Weg, denn uns fehlen noch etwa 10.000 Euro, die ich alleine nicht schaffe aufzubringen.“

Jede Spende hilft Fiona

Um diesen Traum für Fiona und Martina Kloy-Bausch zu verwirklichen, werden Spenden benötigt. Jeder kleine Betrag ist ein wichtiger Schritt, der Fiona einem Wiedersehen mit „Nubia“ näher bringt. Ob Einzelperson, Schulklasse oder Firma: Jeder kann Fiona helfen. Das Spendenkonto lautet: Dolphin aid e.V. Düsseldorf, IBAN DE52 3005 0110 0020 002424, BIC DUSSDEDDXXX, Verwendungszweck „Fiona Marie Kloy-Bausch“. Der Verwendungszweck muss wegen der Zuordnung zwingend angegeben werden. „Dolphin aid e.V.“ stellt ab 200 Euro Spendenquittungen aus.

Fiona und ihre Mama haben ein sehr enges, wenngleich nicht immer leichtes Verhältnis zueinander. Fotos: Privat
Zärtlich verabschiedet sich Fiona von Nubia –in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.

Zärtlich verabschiedet sich Fiona von Nubia – in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.

Die Therapie mit Delfin Nubia und der Logopädin Lisettehilft Fiona sehr. Motorik und Sprache verbessern sich dadurch.

Die Therapie mit Delfin Nubia und der Logopädin Lisette hilft Fiona sehr. Motorik und Sprache verbessern sich dadurch.

Fiona und ihre Mama haben ein sehr enges, wenngleich nicht immer leichtes Verhältnis zueinander. Fotos: Privat

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