Allgemeine Berichte | 06.10.2015

Marion-Dönhoff-Gymnasium Lahnstein lud Jugendliche aus Afghanistan, Syrien und Somalia ein

Dem Begriff „Wandertag“ eine neue Bedeutung gegeben

Die Schüler waren überwältigt von der großen Resonanz, auf die ihre Einladung traf. privat

Lahnstein. Kürzlich stellten 26 zukünftige Abiturienten des Marion-Dönhoff-Gymnasiums die alte Bedeutung eines Schulwandertags auf den Kopf. Sie wanderten nicht selbst, sondern luden weitgewanderte junge Menschen, die ursprünglich aus den Ländern Afghanistan, Syrien und Somalia kommen und nun in Lahnstein wohnen, in ihr Gymnasium ein. Um 9.15 Uhr holten zwei Schüler die Gäste am Salhofplatz ab. Parallel dazu herrschte im Gymnasium große Aufregung während des Aufbaus eines internationalen Büffets, denn niemand vermochte im Vorfeld zu sagen, wie viele Gäste kommen würden. Die freudige Überraschung war groß, als nach langem Warten 20 „weitgereiste“ junge Menschen im Alter von 18 bis 28 und ein zweijähriger Junge eintrafen.

Bei einem gemütlichen Brunch im Hauptgebäude des Gymnasiums wurden Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern optisch und geschmacklich erlebt. Die anwesenden Lehrer konnten das große Engagement ihrer Schüler stolz miterleben. Alle Schüler hatten sich bewusst zum Mitgestalten dieses Begegnungstags entschieden. Das Interesse war von Anfang an überwältigend, und jeder Einzelne wollte zum Gelingen des Treffens beitragen. Das Interesse aneinander und die Euphorie übertrugen sich.

Eine Schülerin resümierte: „Ich fand es toll zu sehen, wie wir mit unserem Frühstück und den anschließenden sportlichen Aktivitäten den Gästen wirklich eine Freude machen konnten. Das konnte man an ihrem Lächeln und ihrer Offenheit erkennen.“ Getreu nach der Haltung der Namensgeberin der Schule: „Denkt nicht nur an das eigene Leben, denn jeder von uns ist für das Ganze mitverantwortlich.”

Ab 11 Uhr begegnete man sich bei sportlichen Spielen in der Turnhalle des Marion-Dönhoff-Gymnasiums. Spätestens beim Fußball war bei allen das Eis gebrochen.

Die am Marion-Dönhoff-Tag gesammelten Kleidungsstücke konnten nun begutachtet und anprobiert werden. Dabei berieten die Abiturienten gern. Bei einem kleinen Jungen, der mit seiner Mutter gekommen war, machte dies den jungen Frauen am meisten Freude. Es wurde viel gelacht, und alle kamen miteinander ins Gespräch.

„Ich hatte das Gefühl, dass die meisten sich sehr wohl in der Situation gefühlt haben, was man auch daran sieht, dass einige Flüchtlingen weiterhin Kontakt zu uns und unserer Schule halten.“

„Als der kleine zweijährige Jusiv vor mir stand, wurde mir klar, was er in seinem kurzen Leben schon alles durchmachen musste. Wir Schüler und Schülerinnen beschweren uns meiner Meinung nach über viel zu viele ‚Luxus-Probleme.‘“

„Mir ist an dem Tag noch mal ernsthaft bewusst geworden, wie gut es mir eigentlich wirklich geht und dass ich deshalb viel öfter an solchen Aktionen mitwirken sollte, um anderen Menschen zu helfen.“

Rundum hat der Tag allen wirklich gut gefallen, und die Schüler finden, dass sie das auf jeden Fall wiederholen sollten. Ideen und Interessenten dazu gibt es bereits. Kontakte wurden geknüpft und werden nun auch ausgebaut.

Viel Spaß hatten die kleinsten Gäste mit ihren Eltern und Begleitern.

Viel Spaß hatten die kleinsten Gäste mit ihren Eltern und Begleitern.

Die Schüler waren überwältigt von der großen Resonanz, auf die ihre Einladung traf. Fotos: privat

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