Allgemeine Berichte | 11.11.2014, 09:21 Uhr

„Fußbett-Sanierung“ bei der Winterlinde an der St. Aegidius-Kirche in Rheinbach

Dem Naturdenkmal wurde „neues Leben eingehaucht“

Hans-Gerd Steinheuer, Fachabteilung Naturschutz im Amt für Natur- und Landschaftsschutz (2.v.l.), Baustellenleiter Berko Fricke (Mitte) und Pater Dieter Lieblein, betreuender Seelsorger von St. Aegidius-Oberdrees (2.v.r.), mit Fachleuten der beauftragten Firma. privat
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Rhein-Sieg-Kreis. „Malerisch steht diese Linde in der Mitte des Dorfes“, schrieb Klaus Beyer vor über 20 Jahren in seinem Bildband über die Baum-Naturdenkmale im Rhein-Sieg-Kreis. Seit circa 170 Jahren hat die Winterlinde nun schon ihren Platz an der Kirche St. Aegidius in der Oberdreeser Straße. Inzwischen ließ die Vitalität des sommergrünen Laubbaumes allerdings zu wünschen übrig – das wurde bei einer routinemäßigen Baumkontrolle festgestellt.

Um dem als Naturdenkmal Nummer 47 beim Rhein-Sieg-Kreis katalogisierten Baum „neues Leben einzuhauchen“ und ihn noch viele Jahrzehnte zu erhalten, musste das „Fußbett“ der rund 14 Meter hohen Linde, die stark verdichtete und somit kaum mehr luft- und wasserdurchlässige Baumscheibe, saniert werden. „Durch die Sanierung wollen wir sowohl die Wasserversorgung des Baumes als auch den Austausch zwischen Boden und Atmosphäre im Wurzeltellerbereich grundlegend verbessern“, erklärt Christoph Rüter, Leiter der Fachabteilung Naturschutz im Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg-Kreises.

Gemeinsam mit Hans-Gerd Steinheuer, der in der Fachabteilung Naturschutz zuständig ist für das „Wohlergehen“ der Oberdreeser Winterlinde, sowie Jörg Cremer, beauftragter Baumsachverständiger für den Rhein-Sieg-Kreis, und dem beauftragten Unternehmer Heinrich Braschos erläuterte er die notwendigen Schritte und gab gleichzeitig den Startschuss für die Arbeiten: In einem ersten Schritt wurde der Ring aus Basalt-Kleinpflaster um die auch unter der lateinischen Bezeichnung „Tilia cordata“ bekannte Winter-Linde mitsamt Unterbau „demontiert“. Anschließend musste das „betonharte“ Gemisch aus Kiessand und Boden Stück für Stück von Hand gelockert und schließlich mit einem speziellen Erdsauger abgesaugt werden. Nur so konnte sichergestellt werden, dass das Wurzelwerk des wertvollen Baumes nicht beschädigt wird. Doch da waren die Arbeiten noch nicht abgeschlossen: Die angrenzenden Platten des Gehwegs mussten noch mit einer schmalen Betonstütze unterfüttert werden. Für das aufgesaugte Erdreich kam im nächsten Schritt ein spezielles Baumsubstrat, ein grobporiges, formstabiles Lavagemisch, zum Einsatz, das vorsichtig „eingerüttelt“ werden musste. Und dann war sie fertig, die „Fußbett-Sanierung“ der Oberdreeser Winterlinde. Die Maßnahme wird, so die Ansicht der Fachabteilung Naturschutz der Kreisverwaltung, wesentlich dazu beitragen, die alte Winterlinde und damit das „malerische“, dörfliche Objektensemble von Kirche und Baum noch lange zu erhalten.

Die Sanierungsmaßnahmen wurden im Rahmen einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit den Vertretern der Kirchengemeinde St. Martin-Rheinbach als Eigentümerin des Baumes und des Baugrundes abgestimmt. Dabei mussten sowohl Verkehrssicherheit und Oberflächenentwässerung als auch gestalterische Aspekte des kulturhistorisch typischen, denkmalgeschützten Objektensembles von Baum und Kirchengebäude berücksichtigt werden. Die Gesamtkosten liegen bei circa 3.300 Euro und werden aus Naturschutz-Fördermitteln der Bezirksregierung Köln anteilig bezuschusst.

Der Rhein-Sieg-Kreis betreut zurzeit insgesamt 77 Baum-Naturdenkmale, die regelmäßig durch einen beauftragten Baumsachverständigen kontrolliert werden. Dieser prüft, welche Maßnahmen zur Pflege und zum Erhalt, aber auch zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit erforderlich sind, denn die Verkehrssicherungspflicht für die Baum-Naturdenkmale obliegt dem Rhein-Sieg-Kreis.

Pressemitteilung

Pressestelle Rhein-Sieg-Kreis

Hans-Gerd Steinheuer, Fachabteilung Naturschutz im Amt für Natur- und Landschaftsschutz (2.v.l.), Baustellenleiter Berko Fricke (Mitte) und Pater Dieter Lieblein, betreuender Seelsorger von St. Aegidius-Oberdrees (2.v.r.), mit Fachleuten der beauftragten Firma. Foto: privat

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