Allgemeine Berichte | 20.07.2020

Online-Diskussion der PTHV

„Demografie und Pflege im Sozialraum“

Vallendar. Wie lassen sich angesichts einer älter werdenden Gesellschaft Innovationen im Sozialraum, also in Gemeinden, Städten und Landkreisen anstoßen und entwickeln? Und zwar so, dass ältere Menschen partizipativ beteiligt werden und ihre Teilhabe gefördert werden kann? Diese und weitere Fragen wurden in einer Online-Diskussion der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) mit Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirates Demografie des Landes Rheinland-Pfalz diskutiert. Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dabei. In ihrer Video-Grußbotschaft dankte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler dem Wissenschaftlichen Beirat für seine Arbeit in den letzten sechs Jahren und betonte: „Auch in Rheinland-Pfalz schreitet der demografische Wandel weiter voran. Damit sind vielfältige Herausforderungen verbunden, für die es neue Ideen, neue Innovation für die Pflege und für den Alltag der Menschen braucht. Diese wichtige Aufgabe übernehmen Sie im Wissenschaftlichen Beirat.“ Prof. Dr. Frank Weidner, Lehrstuhl Pflegewissenschaft an der PTHV und Direktor des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP) führte mit einem Impulsvortrag in die Thematik ein. Entlang von Kernthesen erörterte er Grundlagen und Erkenntnisse zur Sozialraumentwicklung aus pflegewissenschaftlicher Sicht. „Bei der Umsetzung der kommunalen Daseinsvorsorge für ältere Menschen ist noch jede Menge Luft nach oben, aber es gibt auch schon etliche sehr gute Ansätze“, sagte Prof. Weidner.

Dabei ging er näher auf das Projekt Gemeindeschwesterplus als eines der prominenten Ansätze für die Sozialraumentwicklung der letzten Jahre ein. Ebenfalls verwies er auf den neuen Studiengang der PTHV, Community Health Nursing (CHN), der ab dem Wintersemester 2020 Spezialistinnen und Spezialisten genau für diese Aufgaben im Sozialraum qualifizieren wird. In der anschließenden Diskussion, die von Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Lehrstuhl Gerontologie an der PTHV, moderiert wurde, diskutierten zunächst die Mitglieder des interdisziplinären Wissenschaftlichen Beirates Demografie zentrale Fragestellungen. Der Informatiker Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Rombach aus Kaiserslautern betonte die Chancen und Potenziale der Digitalisierung im Sozialraum. Prof. Dr.-Ing. Susanne Hartard vom Lehrgebiet Industrielle Ökologie der Hochschule Trier verknüpfte die sozialen Fragen mit ökologischen Aspekten und verwies auf etliche innovative Projekte hierzu. Prof. Dr. Helen Kohlen, Lehrstuhl Ethik an der PTHV betonte Fragen der Schnittstellenarbeit der Akteure im Sozialraum und die Bedeutung von gelingender Kommunikation. Im Anschluss entwickelte sich eine rege Diskussion mit Studierenden, Promovenden, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Vertretern des Sozialministeriums um Fragen der Nutzerzentrierung und Nachhaltigkeit von Innovationen sowie einer Entwicklung und Förderung von bürgerschaftlichen Netzwerken im Zusammenspiel mit professionellen Akteuren. Immer wieder wurden auch die Chancen, aber auch Grenzen des Einsatzes neuer Technologien diskutiert. Fazit nach rund 2,5 Stunden: Der Sozialraum ist ein komplexes und dynamisches Konstrukt, dessen Transformation im Lichte des demografischen Wandels ebenso notwendig wie schwierig ist. Dazu bedarf es einer Stärkung der Rolle der Kommunen und der Pflege. Es gibt bereits eine Reihe von Ansätzen und Angebote für Kommunen und weitere Akteure, um diese Wege einzuschlagen.

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