Allgemeine Berichte | 09.09.2024

Vortrag von Dr. Mathias Jung zum Thema „Stirb und Werde“

Den Wandel lieben lernen

Olaf Nitz Dr Mathias Jung mit Heike Schönborn u Afra Schmidt von FAKT e.V.  Foto: FAKT e.V.

Montabaur. Trotz des wunderschönen Biergartenwetters füllte sich die Stadthalle in Montabaur schnell bis auf den letzten Platz – sehr zur Freude der Veranstalter von FAKT e.V. Das Interesse am Vortrag von Dr. Mathias Jung zum Thema „Stirb und Werde“ war bei Jung und Alt groß.

In seinem lebendigen Vortrag stellte Jung nicht nur sein neuestes Buch „Segel setzen – Das Wunder der Wandlung“ vor, sondern traf mit vielen tiefgründigen Beispielen aus seiner psychotherapeutischen Praxis den Nerv der Zeit und das Herz der Anwesenden.

Wer kennt sie nicht, diese Angst vor dem ersten, oft längst überfälligen Schritt in eine noch unbekannte Zukunft? Oft sind es schwere Erkrankungen, ein Unfall, eine Kündigung oder der Tod eines geliebten Menschen, die uns dazu auffordern, die Segel des Lebens neu zu setzen, so Jung. Es ist nicht leicht, gerade dann, wenn die Entscheidung nicht freiwillig, sondern von äußeren Faktoren bestimmt wird, diese als Herausforderung willkommen zu heißen, führte der erfahrene Therapeut und Philosoph aus. Allzu gern wüssten wir doch den guten Ausgang der Geschichte, noch bevor wir das sichere Ufer der manchmal auch leidvollen Gewohnheiten verlassen. Erst viel später, oft im Rückblick auf große Lebensumbrüche, erkennt der Mensch die Sinnhaftigkeit und das eigene Wachstum, das der Weg mit sich brachte, so Jung. So sei es eine gute Entscheidung sich dem Leben mit der Bereitschaft zur Veränderung hinzugeben, die eigenen Werte zu prüfen und eine Sinnhaftigkeit zu finden, um ein ein gesundes und glückliches Leben zu leben, so Jung.

Am Ende seines Vortrags, mit Blick auf die Wahlergebnisse in Sachsen und Thüringen, las er den letzten Traum der Widerstandskämpferin Sophie Scholl vor, den sie einen Tag vor ihrer Hinrichtung ihrer Mitgefangenen erzählte. In ihrem Traum lief sie mit einem Kind auf dem Arm auf einen Abgrund zu. Sie warf das Kind hinüber auf die andere Seite, während sie selbst in den Abgrund stürzte. Sophie Scholl sagte, dass es die Idee und die Hoffnung auf eine humanistische Gesellschaft sei, die sie nun zwar nicht mehr aufwachsen sehe, die jedoch alles überlebe und damit ihr Leben nicht vergeblich mache.

Mit tosendem Applaus bedankten sich die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer, bevor Dr. Jung sich noch eine ganze Stunde Zeit für persönliche Gespräche nahm und seine Bücher signierte.

Der nächste Vortrag der Reihe „Pioniere des sozial-ökologischen Wandels“ findet am 14. Oktober statt. Nähere Informationen und Videos der Vorträge unter: www.atelierkunstundtherapie.de.

Olaf Nitz Dr Mathias Jung mit Heike Schönborn u Afra Schmidt von FAKT e.V. Foto: FAKT e.V.

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