Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum traf sich
Denkmalverein ist vielseitig aktiv
Berichte und Wahlen prägten die Mitgliederversammlung im Schloss
Sinzig. Es wird viel bewegt beim Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum in Sinzig. Das wurde deutlich während der Mitgliederversammlung im Schloss, als Vorsitzender Hardy Rehmann zahlreiche Aktivitäten beleuchtete und stolz auf die aktuell 139 Mitglieder verwies, eine beachtliche Zahl für einen Kulturverein „in den Zeiten der Spaßgesellschaft“. Außerdem standen an diesem Abend Wahlen für einige Vorstandsposten an.
Diese bestätigten Rehmann als Vorsitzenden, ebenso Matthias Röcke als zweiten Vorsitzenden und Schriftführer in Personalunion sowie Renate Rick als Schatzmeisterin. Die Amtszeit der Beisitzer Hildegard Ginzler, Dirk-Arnulf Meyer, Angelika Schneider und Anton Simons läuft noch ein Jahr. Doch sie bekommen Zuwachs durch die frisch hinzugewählte Friederike Gross-Koschinski als Beisitzerin. Ellen Collombon und Rolf Meyer, die eine einwandfreie Kassenführung attestierten, wurden ebenfalls erneut als Kassenprüfer gewählt.
Vier Turmgespräche, fünf Exkursionen und zahlreiche Führungen bot das vergangene Vereinsjahr. Vom Verein wurde auch die kleine Ausstellung zum großen 260-Jahr-Jubiläum der Chorgemeinschaft MGV Cäcilia Sinzig und Eintracht angeregt und umgesetzt. Hinzu kommt: „2019 war für uns ein sehr innovatives Jahr“, wie der Vorsitzende erklärte. Denn neben seinem regulären Programm präsentierte der Verein im Museum eine interaktive Bildschirmdarstellung zum Sinziger Stadtmodell, die dank Anregungen stetig verbessert und erweitert wurde. Zudem arbeiteten Rehmann und Rolf Meyer weiter an der Digitalisierung der Bestände: Inzwischen sind gut 2000 Objekte fotografiert, vermessen, geordnet und teils in die öffentlich zugängliche Datenbank „Museum Digital“ eingegeben. „Hilfe ist willkommen“ lautete nicht nur an dieser Stelle der Appell an die Mitglieder.
Förderung gewährt
Erfolgreich gestaltete sich auch die Antragstellung von Fördermitteln. Vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft erhielt der Verein rund 10.000 Euro zur Durchführung des Bundes-Projekts „Museum macht stark“ für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Für das Projekt hatte sich Hardy Rehmann starkgemacht und Mitstreiter gefunden. Weitere 10.000 Euro vom Land Rheinland-Pfalz und Mittel der Stadt finanzierten in der Römerabteilung des Museums neue Vitrinen, desgleichen einen virtuellen 360-Grad-Rundgang für die Internetpräsenz (www.museum-sinzig.de), abrufbar auch über den QR-Code am Schloss, damit Gäste außerhalb der Öffnungszeiten Einblick erhalten.
Dank einer Spende von 2500 Euro des Unternehmens Deutsche Steinzeug lässt der Verein historische Pressschablonen konservieren und erarbeitet derzeit Videos und Touchscreen-Inhalte, um die Sinziger Fliesengeschichte im Museum besser zu dokumentieren. Der Denkmalverein schob auch die Restaurierung des Segensteins in Franken an, doch gestaltete sich die Kommunikation mit der unteren Denkmalschutzbehörde zäh.
Wichtig fürs Museum: der erfolgreiche Vereinsantrag zur Teilnahme am Landesprojekt „Museum im Wandel“. Als eines von sieben Museen wird das Heimatmuseum darin unterstützt, ein zukunftsfähiges Leitbild und Ausstellungskonzept zu entwickeln. Rehmanns Dank galt dem Vorstand und weiteren hilfreichen Mitgliedern. Letztere ehrte er für ihren Einsatz durch eine kleine Anerkennung.
Mehr Museumsbesucher
In ihrer Rückschau auf das Ausstellungsjahr 2019 nannte Museumsleiterin Agnes Menacher, zugleich stellvertretende Vereinsvorsitzende, „Römische Stempeltechnik unter der Lupe“, eine kleine Ausstellung zu Sinziger Juden und die Barbarossa-Präsentation von Rudolf Menacher - noch bis Sonntag, 1. März zu sehen. Im Kontext des „Römerspuren“-Projekts, ein Zusammenschluss von Museen mit Römerthematik, initiierte sie das Turmgespräch Achim Habbels über „Frauen am Limes“ und die Exkursion in die RömerWelten Rheinbrohl. Auch in diesem Jahr wird das Vereinsmitglied Habbel ein Turmgespräch bestreiten, und im Anschluss gibt es ein römisches Abendessen.
Gemeinsam beraten Agnes und Rudolf Menacher die Arbeitsgruppe Stolpersteine Sinzig. Ebenfalls hinter den Kulissen hat die Museumsleiterin gut zwei Jahre dem Stuttgarter Landesdenkmalamt bei der Erforschung der Glasmalerei von Ludwig Mittermaier geholfen. Er stand in enger Beziehung zu Carl Andreae, der das Schloss ausmalte.
Rund 1500 Gäste, das sind etwa 500 mehr als im Jahr zuvor, besuchten 2019 das Museum. „Dieser Anstieg ist sicher auch bedingt durch die um sechs Stunden erweiterten Öffnungszeiten an den Wochenenden“, schätzt Menacher. Allerdings wünscht sie sich, dass innerhalb der Stadt besser auf das Museum hingewiesen wird. Am Samstag, 7. März eröffnet sie eine Ausstellung über die Neuerwerbungen des Museums.
Unter dem Punkt Aussprache wurde aus dem Kreis der Mitglieder das Vorhaben des Abrisses des Altbaus des Johanniterhauses thematisiert, außerdem ganz allgemein die Sorge, dass bei Neubauten in der Stadt, wie bereits geschehen, „die Maßstäblichkeit“ verloren gehe.
HG
Diese und weitere Vereinsmitglieder wurden für ihre Unterstützung geehrt.
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