Der Monat im Garten
„Der Frühling ist da!“
Mitte März, der Frühling ist wieder da – nun geht es gärtnerisch wieder los
Wachtberg. Allzu streng war der Winter nicht, aber doch zwei Wochen Frost, sogar bis -8 Grad, also das normale Monatsmittel. Da ist es, als käme der Frühling als Belohnung für ein langes Warten. Zunächst ist jetzt die Zeit der Zwiebelblumen. Schneeglöckchen und Winterlinge sind schon fast vorüber, eigentlich wären jetzt die Märzenbecher dran, aber wo gibt es die noch? Dagegen sehr hübsch jetzt die Zwergiris, dies erste kleine Wunderwerk im Jahreslauf, und ganz reichlich die Krokusse, leider die einzelnen schnell verblüht. Da hat man von den Narzissen länger, die ersten, kleinblütigen sind offen, alle gut vom Vorjahr wiedergekommen. Aber die hohe Zeit ist erst Ostern, und dann zeigt die Narzisse ihre ganze Vielfalt: die großen Osterglocken, die anmutigen Dichternarzissen, die neuen Züchtungen der Mehrfachblüten. Die Wühlmäuse rühren sie zum Glück nicht an, und sie prägen die Farbpalette des Frühlingsgartens, also gelb und weiß, leuchtend und vornehm. Weit heraus sind auch schon die Tulpen, aber noch ohne Knospen. Viel Gartenarbeit gab es noch nicht. Immerhin war schon Rasendünger und auf den vermoosten Flächen auch Kalk zu verstreuen, Steinplatten abzuspritzen, der Meisenkasten zu reinigen und viel aufzuräumen.
Und nun zum Frühjahrsschnitt der Obst- und Blütensträucher. Die Gartenzeitschriften machen ja eine Geheimwissenschaft daraus, dagegen war auf einer englischen Beschriftung zu lesen: „Prune if necessary“, richtig!
Man sieht ja, wie viele blütentragende Zweige ein Stämmchen tragen kann, und die schwachen Schösslinge gleich am Ansatz wegnehmen, eventuell sogar wegbrechen. Sommerflieder ganz zurückschneiden, weil er am diesjährigen Zweigwerk blüht. Etwas knifflig sind nur die verschiedenen Arten von Hortensien: Die klassischen Tellerhortensien nur sparsam zurückschneiden, vielleicht sogar nur die erfrorenen Spitzen, denn die Zweige tragen die Knospen schon vom Vorjahr. Anders bei der (kugeligen) Rispenhortensie: Ganz weit herunter schneiden, denn sie blüht am jungen Holz. Und zu den Obststräuchern noch eine bewährte Regel: Immer so schneiden, dass zwischen allen Zweigen ein Vogel hindurch fliegen kann. Wo alte Zweige sitzen, nicht einkürzen, sondern unten am Ansatz wegnehmen, das fördert den Austrieb der Neuen.
Ab jetzt erscheint diese Kolumne wieder alle zwei Wochen, und die Auflösung des letzten Blumenrätsels war die Zaubernuss oder Hamamelis.
Wie heißt die heute Abgebildete? Ulrich Junker
