Allgemeine Berichte | 26.05.2025

Der Lava-Dome in Mendig feiert einen runden Geburtstag

Ein ehemaliger und der amtierende Stadtbürgermeister im Gespräch

Mendig. Was man sich vor mehr als 20 Jahren erhoffte, ist schon lange Realität geworden. Das Deutsche Vulkanmuseum Lava-Dome hat sich seit seiner Eröffnung 2005 zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt. Das Museum ist nach dem Geysir in Andernach die Einrichtung mit den höchsten Vulkanpark-Besucherzahlen für die Eintritt gezahlt werden muss. Bereits 2023 – trotz einer teilweisen Schließung in den Corona-Jahren 2020 bis 2022 – konnte der 1.000.000. Gast begrüßt werden. Sowohl für Individual- als auch Gruppenreisende aus dem In- und Ausland gehört ein Besuch im Lava-Dome und dem Lavakeller 30 Meter unter der Erde zu einem perfekten Urlaubstag in Mendig. 20 Jahre nach der Eröffnung blicken Achim Diensberg, damals Bürgermeister der Stadt und einer der Väter des Lava-Dome, und Achim Grün, der amtierende Stadtbürgermeister, auf die Entwicklung des Deutschen Vulkanmuseums zurück, aber auch in dessen Zukunft.

Herr Diensberg, haben Sie an die Erfolgsgeschichte des Lava-Domes immer geglaubt?

Achim Diensberg: Ich war mir immer sicher, dass der Lava-Dome eine Erfolgsgeschichte werden würde und ich hatte auch keine Angst, dass sich das Risiko nicht lohnen würde. Immerhin war das Projekt mit 2,5 Millionen Euro veranschlagt und dementsprechend gab es auch Gegenwind. Aber ich hatte gemeinsam mit Frank Neideck an meiner Seite diese Idee und diese Vision, um den Tourismus in Mendig zu stärken.

Es gab ja bereits Vorläufer eines Vulkanmuseums.

Achim Diensberg: Die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft (DVG) hat damals eine sehr gute Vorarbeit geleistet und im Hof Michels einen Vorläufer des Lava-Domes etabliert. Dort sollte zunächst auch das Deutsche Vulkanmuseum unter städtischer Führung entstehen, aber der Vertrag kam in letzter Minute nicht zustande, weil ich für kurz vor der Unterschrift eingereichte Zusätze kein Votum des Stadtrates hatte. Von da an hieß es nach einem geeigneten anderen Grundstück Ausschau halten und so sind wir hier an der Ecke Brauerstraße auf einer städtischen Fläche fündig geworden. Letzte Hürden waren eine Vereinbarung mit dem Tennisverein, der ein neues Grundstück für seine Plätze benötigte, und die Gewährleistung der Standsicherheit, denn 30 Meter unter der Erdoberfläche sind ja die Lavakeller. Diese Standsicherheit ist uns durch eine spezielle Bautechnik gelungen, die auch in den Bergbauregionen des Ruhrgebiets genutzt wird.

Herr Grün, Sie waren damals Stadtratsmitglied. Wie sicher waren Sie sich, dass der Lava-Dome zur Erfolgsgeschichte werden würde?

Achim Grün: Ich konnte mir zumindest vorstellen, dass es eine Erfolgsgeschichte sein würde und letztlich sprechen die Besucherzahlen ja eine deutliche Sprache. Es war eine mutige, aber letztlich auch richtige Entscheidung.

Das Erfolgsgeheimnis ist vielleicht auch der Dreiklang von Lava-Dome, den Lavakellern und der benachbarten Brauerei.

Achim Diensberg: Klar, wir konnten uns auf die herausragende Vorarbeit der DVG im Hof Michels und in den Lavakellern stützen. Hier möchte ich für die DVG insbesondere Heinz Lempertz nennen. Und auch die Brauerei entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer weiter. Wir profitieren natürlich von der räumlichen Nähe der einzelnen Anlaufpunkte, die auch und das ist ganz wichtig zentrumsnah und verkehrsgünstig liegen. Es profitiert einfach jeder von jedem.

Sie betonen immer wieder die Zusammenarbeit mit der DVG. Wie sieht das heute aus Herr Grün?

Achim Grün: Es gibt nach wie vor eine enge Verzahnung mit der DVG. Das gilt beispielsweise für von der DVG zur Verfügung gestellte Exponate oder Schulungen. Ob der Größe der Einrichtung übertrifft die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern natürlich die aus den Vulkanmuseum-Anfängen durch die DVG.

Herr Diensberg, gibt es aus Ihrer Sicht denn noch einen Wunsch für den Lava-Dome, den Sie schon seit der Eröffnung mit sich tragen?

Achim Diensberg: Ich hätte gerne neben dem Lava-Dome noch einen Vulkan-Simulator gehabt. Wir haben sogar mit dem Stadtrat einen in Augenschein genommen. Und es gab bereits eine Visualisierung, die zeigte, wie es wäre in einem Vulkanschlot in das Erdinnere einzutauchen. Das hätte aber auch 2,5 Millionen Euro gekostet. Und das gab natürlich Widerstände. Letztlich muss ich sagen, dass das Projekt mit der Hilfe von Zuschussgebern – unter anderem über das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz – für die Stadt mit nur rund 20 Prozent der veranschlagten Kosten schon tragbar gewesen wäre.

Gibt es aktuelle Wünsche für den Lava-Dome?

Achim Grün: Wir versuchen die Attraktivität des Lava-Dome natürlich hoch zu halten und auch Besucherinnen und Besuchern, die schon einmal unsere Gäste waren, erneut ein besonderes Erlebnis zu bieten. Das können beispielsweise VR-Brillen sein, denn die Technologie hat sich in den 20 Jahren ja auch enorm weiterentwickelt. Zuletzt haben wir unser digitales Sprachangebot für Museumsführungen erweitert und einen neuen Info-Point mit Touchscreen-Technik geschaffen. Wir bleiben also am Ball.

Das Gespräch führte Stefan Pauly, VG-Verwaltung Mendig.

Pressemitteilung

Verbandsgemeinde Mendig

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