Allgemeine Berichte | 02.05.2018

Junggesellenverein Reifferscheid

Der Maibaum ist aufgestellt

An der Auffahrt zur Kirche wurde der gut 20 Meter lange Baum aufgestellt.SES

Reifferscheid. Traditionell werden in der Eifel am 1. Mai oder am Tag davor die Maibäume aufgestellt. So auch in Reifferscheid, wo der gut 20 Meter lange Baum, mit einer bunten Krone geschmückt, von den Junggesellen an der Auffahrt zur Kirche aufgestellt wurde. Durch Muskelkraft und viel Hauruck wird der Baum mithilfe der Micken (mit Stricken zusammengebundene Holzstangen) in die Senkrechte gebracht. Anschließend konnten mit Nils Hilger und Florian Lehmann noch zwei Neulinge in den Verein aufgenommen werden. Bevor es soweit war, mussten sie das Taufritual über sich ergehen lassen. Auf einem Holzscheit kniend, wurden sie mit einer Sense rasiert. Als Taufwasser wurden ihnen allerlei alkoholische Mixgetränke gereicht.

Das Streichespielen in der Mainacht soll an die Walpurgisnacht der Hexen erinnern. Natürlich wird „seinem Schatz“ auch ein Bäumchen gestellt. Eine mit vielen bunten Bändern geschmückte Birke wird im Verlauf der Nacht am Haus der Liebsten errichtet. Das Brauchtum führt bis in das 13. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit wurde der 1. Mai mittels grünen Zweigen und Maien (Bäumchen), die während des Maigrüßens als „Schmuckmaien“ dienten, gefeiert. Diese sind die Vorläufer des Maibaums.

Der traditionelle Maibaum war ursprünglich die Birke. Weil die Birke

Der traditionelle „Maien“ oder Maibaum war ursprünglich die Birke. Weil die Birke als erste aus ihrer Winterstarre erwacht, gilt sie als Symbol für Kraft, Anmut, Lebenswille, Licht und Heiterkeit. In der heutigen Zeit wird meist die Fichte als Maibaum verwendet. Sie treibt im Mai aus und gilt daher als Symbol für die Ankunft des Lichts und der Wärme. So hat der Maibaum seit Alters her eine gewisse Magie inne. In der Krone wohnen die guten Geister. Fehlt der grüne Wipfel, ist der Baum entmachtet, seelen- und kraftlos. Der Kranz versinnbildlicht das weibliche Element. Wenn dieser Kranz fehlt, hat der Baum sein Fruchtbarkeitssymbol eingebüßt. Mit den Bändern wird der Segen des Gedeihens verbunden. In manchen Orten im Adenauer Raum werden in der Mainacht geheime Liebschaften öffentlich gemacht. Eine Kalkspur wird von Haus zu Haus der Verliebten gezogen. Eine Erfindung der Junggesellen ist der Maibaum als Liebesgabe. Hier wird eine drei bis vier Meter hohe Birke mit frischen grünen Blättern noch mit vielen bunten Bändern versehen und am Haus der Liebsten befestigt. Vielerorts wird am frühen Morgen des 1. Mai der Monat Mai mit dem Lied „Der Mai ist gekommen“ von den Junggesellen am Maibaum begrüßt. SES

An der Auffahrt zur Kirche wurde der gut 20 Meter lange Baum aufgestellt.Foto: SES

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