Haribo Racing gewinnt 8. VLN Lauf im Nachgang
Der Titelkampf ist entschieden
Nürburgring. Packende Positionskämpfe, Zitterpartie um den Titel, traumhaftes Wetter und große Zuschauerkulisse das Geschehen um den vom MSC - Sinzig ausgetragenen 8. VLN Lauf zusammenfassen können. Doch es war zu viel los beim 48. ADAC Barbarossapreis, das diese Beschreibung ausgereicht hätte. Neben einem neuen Streckenrekord wurde auch die Meisterschaft in der erstmals ausgefahrenen Porsche Cayman GT4 Trophy entschieden. Und nach der Siegerehrung waren die Gesamtsieger plötzlich doch nur Zweite, die Lösung dieses Verwirrspiel lag in einer nachträglich von der Rennleitung ausgesprochen Zeitstrafe.
Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,371 Sekunden hatten sich zunächst, in einem Fotofinish Kevin Estre aus Frankreich und Earl Bamber aus Neuseeland im Porsche 911 GT3 R von Manthey Racing den Sieg, vor dem Haribo-Mercedes AMG GT3 gesichert. Die nachträglich verhängte Strafe von 35 Sekunden, wegen eines Überholmanövers bei gelber Flagge, warf das Manthey-Duo aber auf die zweite Position zurück.
Haribo Racing konnte sich über zweiten Sieg freuen
Somit durften sich die Piloten von Haribo Racing Uwe Alzen aus Betzdorf und Lance David Arnold aus Duisburg nachträglich über ihren zweiten Sieg freuen. „Es war ein mega Fight, natürlich auch Klasse für die Zuschauer“, sagte Uwe Alzen. „Ich wäre auch über den zweiten Platz total happy gewesen. Aber so sind halt die Regeln. Man braucht auch immer sehr viel Glück, die vielen Überholmanöver unfallfrei zu überstehen. Aber wenn du am Ende auf dem Podium stehst, hast du einen perfekten Job gemacht. Das waren heute wieder vier Stunden am Limit.“
Komplettiert wurde das Podium von der Besatzung des Falken-Porsche mit Peter Dumbreck aus Großbritannien und Martin Ragginger aus Österreich. Position vier belegten Franck Mailleux aus Frankreich und Felipe Fernandez Laser aus Leipzig, die den spektakulären Prototyp des US-Amerikaners James Glickenhaus steuerten. Mit Sven Müller aus Bingen und Otto Klohs aus Ludwigshafen im Porsche 911 GT3 R belegte eine weitere Besatzung aus dem Hause Manthey eine Platzierung unter den besten Fünf. Mit Rang sechs konnte sich das Team von Frikadelli Racing gegenüber dem letzten Rennen, in dem man zu Testzwecken einen BMW eingesetzt hatte, um eine Position verbessern. Beim 8. VLN Lauf waren es Sabine Schmitz, Klaus Abbelen, beide aus Barweiler, Patrick Huisman aus den Niederlanden und Norbert Siedler aus Österreich die den alt bewährten Porsche 991 GT3 R erfolgreich ins Ziel brachten.
Neuer Rundenrekord von Nico Verdonck aus Belgien
Ein neuer Rundenrekord gelang Nico Verdonck aus Belgien im Ford GT von H&R Spezialfedern. In der zweiten Runde legte der Belgier die 24,358 Kilometer lange Kombination aus Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurses und Nordschleife in 7:58,558 Minuten. Damit unterbot er die schnellste je in einem VLN-Rennen gefahrene Runde von Jens Klingmann aus dem Jahre 2014 um 0,487 Sekunden. Der Ford GT der für einen Umlauf die Führung übernommen hatte, beendete das Rennen jedoch mit einem Motorschaden vorzeitig.
Auch der zeitweise führende Farnbacher-Lexus musste nach einem Brand beim Boxenstopp in der 14. Runde das Rennen beenden. Dabei wurde ein Mechaniker verletzt, der mit Verbrennungen an den Händen im Krankenhaus stationär behandelt werden musste. Die Boxen-Marshalls konnten das Feuer aber bereits nach wenigen Sekunden löschten.
Vorzeitiger Titelgewinn für Alexander Mies und Michael Schrey
Die Entscheidung um die Meisterschaft endete mit einem Nervenkrimi für die Titelaspiranten. Nach sieben Siegen in Folge in der BMW-Cup-Klasse erlaubten sich die Tabellenführer Alexander Mies aus Heiligenhaus und Michael Schrey aus Wallenhorst, im achten Rennen erstmals einen Ausrutscher. Am Ende genügte ihnen ein dritter Platz zum vorzeitigen Titelgewinn. Dabei hatte es für das Bonk-Duo, nach dem morgendlichen Zeittraining noch nicht nach einem meisterschaftlichen Happy End ausgesehen.
Im Qualifying hatte Mies Nerven gezeigt und war nach einem Dreher in die Leitschienen eingeschlagen. Mies darauf verärgert: „Sieben Rennen lang hat unser BMW keinen Kratzer abbekommen und jetzt das.“ Doch zum Start konnten die Bonk-Mechaniker den BMW nach einer notdürftigen Reparatur in seine Startposition rollen und damit den Grundstein für die Meisterschaftsentscheidung legen. Jubel auch bei Marc Hennerici aus Mayen und Moritz Oberheim aus Schermbeck, die erneut die Cayman GT4 Klasse für sich entschieden. Ihr sechster Klassensieg bedeutet zugleich den vorzeitigen Titelgewinn in der neu eingeführten Porsche Cayman-Trophy. Mit diesem Ergebnis bewahrt sich das Duo des Adenauer RTR Teams auch alle Chancen auf die Vizemeisterschaft in der Saison 2016. „Ich bin superglücklich über diesen Titelgewinn, meinen ersten seit 2006. Mein besonderer Dank geht an raceunion Teichmann Racing, die mit viel Ruhe und Erfahrung diesen Erfolg erkämpft haben. Und vor allem an meinen jungen Teamkollegen Moritz Oberheim, von dem wir in Zukunft noch viel hören werden“, freute sich Marc Hennerici. Aber nicht nur die Fahrer des Porsche Cayman war am Wochenende für das RTR Team erfolgreich, auch Alex Autumn aus Adenau und Christian Menzel aus Kelberg fuhren in der Klasse H4 mit einem Porsche 997 Cup auf dem zweiten Platz und als 13. in der Gesamtwertung ins Ziel.
Nicht so glücklich verlief das Rennen für die Piloten des Mercedes-AMG GT3 von Black Falcon, mit dem Manuel Metzger in der 18. Runde auf einer Flüssigkeitsspur von der Strecke rutschte und in die Leitschienen einschlug. Aufgrund eines technischen Defekts am Audi R8 LMS von Phönix Racing endete nach 14 Runden auch für Frank Stippler aus Bad Münstereifel und Michael Ammermüller aus Rotthalmünster ihr Einsatz vorzeitig. Gleiches Schicksal widerfuhr auch Rudi Adams aus Nohn und Thomas Jäger aus Österreich mit dem Eifelblitz, wo nach einer Berührung Jäger den BMW M235i Racing Cup mit defekter Radaufhängung nach der neunten Runde abstellen musste.
Der neunte und vorletzte Saisonlauf findet bereits am Samstag, 8. Oktober statt. Mit dem 250-Meilen-Rennen übernimmt der MSC Adenau bereits zum zweiten Mal in der Saison die Verantwortung für den Ablauf einer VLN-Veranstaltung. BURG
Foto: PETER BURGGRAF
