Oldtimertreffen in Wormersdorf
Der Tomburg-Ring, die vergessene Rennstrecke am Rande der Eifel
Oldtimer- und Veteranenfreunde Wormersdorf feierten im Stil der 1930er Jahre
Wormersdorf. Eine vergessene Rennstrecke am Rande der Eifel? Die wenigsten Motorsportfreunde dürften bislang vom „Tomburg-Ring“ gehört haben, doch am Wochenende qualmten dort die Motoren und dröhnten die Auspuffe. Ein buntes Treiben, rein fahrzeugtechnisch gesehen, herrschte auf dem Grillplatz zwischen Rheinbach und Wormersdorf beim 18. Oldtimer- und Veteranentreffen der Oldtimer- und Veteranenfreunde Wormersdorf (OVFW), das sie diesmal im Stil der 30 Jahre teilweise in historischer Kleidung feierten. Dabei war die Fantasie der Gäste gefragt, denn sie sollten sich vorstellen, man hätte Ende der 1930er Jahre nicht an der Nürburg, sondern rund um die Tomburg eine wunderschöne Rennstrecke gebaut und könnte nun auf 85 Jahre Motorsport-Geschichte zurückblicken.
Bei dieser Zeitreise zu den Geburtsstunden der liebevoll gepflegten Oldtimer waren etwa 100 historische Fahrzeuge zu bestaunen, darunter auch einige Traktoren und Motorräder aus früheren Jahrzehnten. Die seien nach wie vor herzlich willkommen, so der zweite Vorsitzende Holger von Sturm, doch nach einer Neuausrichtung innerhalb des Vereins sei man personell einfach nicht mehr in der Lage, sich so intensiv wie in den Vorjahren um diese Klientel zu kümmern. Doch auch nach einem Jahr umstrukturierungsbedingter Pause machte die Veranstaltung ihrem Ruf alle Ehre, das wohl lockerste und urigste Oldtimertreffen der ganzen Region zu sein.
Ölfässer als Stehtische genutzt
Zwischen urigen Strohballen, Mille-Miglia-Fähnchen und Motul-Ölfässern als Stehtischchen stand hier ein Triumph Spitfire Mark II-Roadster einträchtig neben einem Opel Kadett C Coupé oder einem aufgemotzten Ford Capri, und sie mussten sich nicht hinter dem edlen 1959er Chevrolet Corvette C1 mit 4,6 Liter-Achtzylinder-Motor oder dem knallroten Jaguar XK Coupé verstecken, denn jeder Wagen hatte hier seine Berechtigung. Zwischen Bier-Paddock, Kuchenschleife und stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Fotos aus längst vergangenen Zeiten stand der Spaß im Vordergrund bei Fachsimpeleien und Benzingesprächen.
Bereits seit 1997 geht es hier zwanglos und ohne Anmeldungsformalitäten oder Baujahrs-Beschränkungen zu. Viele Besucher schätzen die lockere Atmosphäre und gehören daher schon seit Jahren mit ihren Oldtimern zum festen Teilnehmerstamm. Eintrittspreise oder Startgelder werden ohnehin nicht erhoben. Der Verein besteht mittlerweile aus acht Mitgliedern unter der Leitung von Claus Esser, sie betreiben mit viel Idealismus das wohl öligste Hobby der Welt und können mittlerweile eine Vielzahl von alten Autos, Motorräder und Treckern ihr Eigen nennen.
Jeder wurde ein Teil der traditionellen Veranstaltung
Wie in jedem Jahr war auch diesmal wieder jeder herzlich dazu eingeladen, mit seinem Fahrzeug ein Teil dieser traditionellen Veranstaltung zu werden. Bereits am Samstag ging es los, abends mit Oldie-Musik, und die halbe Nacht wurde mit interessanten Benzingesprächen verbracht. Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Fahrerfrühstück, denn erneut stand der traditionelle Autokorso durch den gesamten Ort auf dem Programm. Dabei nahmen die gut 70 Oldtimer-Besitzer gerne die bewunderten Blicke und den Beifall der zahlreichen Zuschauer am Straßenrand entgegen.
Wer Spaß an historischen Fahrzeugen hat, braucht übrigens keinen eigenen Oldtimer, um bei den regelmäßigen Vereinstreffen am ersten Freitag im Monat um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Tomburg“ vorbeizuschauen und mit den Oldtimerfreunden ins Gespräch zu kommen. Gemeinsame Aktivitäten und Ausfahrten stehen das ganze Jahr über auf dem Programm.
Traktoren dürfen beim traditionellen Oldtimertreffen in Wormersdorf natürlich nicht fehlen.
