Allgemeine Berichte | 17.02.2025

Prunksitzung in Rheinbreitbach

„Der schönste Saal im Siebengebirge“

Rheinbreitbach. Die Karnevalsgesellschaft „Me haalen et us“ hat am Freitag, den 14. Februar, in der Hans-Dahmen-Halle von Rheinbreitbach mit mehr als 500 Gästen ihre Prunksitzung gefeiert. Neben Büttenrednern wie dem „Tuppes vum Land“ und dem Duo „Willi & Ernst“ traten die Bands „Lupo“, „Pläsier“ und die Ratsherren aus Unkel auf. Eigene Kräfte, etwa das Männerballett Koppelelfen oder die Rheinbreitbacher Burggarde, begeisterten das Publikum ebenso wie karnevalistische Gäste, darunter das Beueler Stadtsoldaten-Corps „Rot-Blau“, das Tanzcorps Rot-Weiß Etscheid oder die eineiigen „Kusängs“ Bernd und Wolfgang Löhr, besser bekannt als „Die zwei Hillije“. Der eigentliche Star des Abends jedoch war die Halle, die von den Mitgliedern der KG in liebevoller Detailarbeit in einen prunkvoll geschmückten Festsaal verwandelt worden war.

Es war an keinem geringeren als dem Ersten Vorsitzenden und Sitzungspräsidenten der Großen Königswinterer Karnevalsgesellschaft, Guido Hoffmann, den Rheinbreitbachern ein großes Kompliment zu machen: „Was ihr hier auf die Beine gestellt habt, das gibt es so im ganzen Siebengebirge nicht.“ Gemeinsam mit dem amtierenden Siebengebirgsprinzenpaar Andreas I. und seiner Lieblichkeit Bettina, dem Spielmannszug des TV Eiche aus Bad Honnef und den Drachenfelsperlen, lobte er den Saal als schönst Geschmückten weit und breit. Und so verwundert es kaum, dass die Veranstaltung erstmals seit Jahren wieder restlos ausverkauft war. Das Publikum, es schien die Besonderheit des Abends wohl zu spüren, denn es dankte den Verantwortlichen ihre Mühen, indem es volle sechs Stunden lang ohne Pause enthusiastisch feierte.

Programm zwischenTradition und Moderne

Nun kann eine Sitzung – zumindest phasenweise – etwas altbacken oder gar steif daherkommen. Oder sie ist vom ersten Moment an so lebendig und frisch, wie es dem Team um KG-Literatin Nadine Fassbender wohl vorgeschwebt haben muss. Die Moderation des Abends übernahmen ein fröhlich aufgelegter KG-Präsident, Andreas Frings, und mit ihm als Compagnon KG-Mitglied Thomas Kramer. Die Rheinbreitbacher Burgbläser fungierten als Saalkapelle, die unter dem Dirigat von Guido Trommelschläger stets auf Zack vom Tusch bis hin zum Schunkelwalzer ein breites karnevalistisches Repertoire zu bieten wussten. Sogar ein Sänger versteckte sich unter ihnen, und er begrüßte einen der Stars des Abends, Jörg Runge, bekannt als „Dä Tuppes vum Land“, mit einem eigens für ihn komponierten Willkommenslied. Sichtlich gerührt hob dieser sodann zu einem leidenschaftlichen Vortrag in Reimrede an, in dem es an Spitzen gegen die aktuelle Tages- und Weltpolitik nicht mangelte.

Es war ein Programmpunkt, der auf die besondere Stärke des Rheinbreitbacher Karnevals verweist: Tradition und Moderne miteinander in Einklang zu bringen. So gab es tiefsinnige und leisere Momente wie beim „Tuppes“, bewegende und emotionale, aber genauso gemeinsames Schunkeln und Tanzen bis hin zu ausgelassenem Feiern. Ein Blick ins Publikum zeigte: Das kommt generationsübergreifend gut an. Von den kleinsten Tänzerinnen im Burggarde-Nachwuchs, den Flöhen, mit einem Alter ab vier Jahren, über Teenager und Mitglieder des örtlichen Junggesellenvereins, bis hin zu größeren Familienverbünden inklusive Großeltern und alt-verdienten Karnevalsjecken jenseits der 90 – breiter aufgestellt hätte das Publikum nicht sein können.

Höchste Karnevalsauszeichnung Deutschlands gehtnach Rheinbreitbach

Und Rheinbreitbach versteht es sowohl sich selbst als auch seine verdienten Bürger und Bürgerinnen gebührend zu feiern. Beispiel 1: Wolfgang Morsbach, genannt „Moses“, eine Institution im Dorf. Ein Mann, der sich jahrzehntelang unermüdlich für die Allgemeinheit eingesetzt hat: 20 Jahre lang (bis 2003) als Erster Vorsitzender der KG. Davor, danach und währenddessen war er u.a. in Bürgerverein und Feuerwehr aktiv. Noch heute weit jenseits der 70 wirkt und werkelt er als Mitglied der sogenannten „Koppelaner“, einem Kreis von Freunden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ihr Heimatdorf zu verschönern und zu fördern, wo es nur geht. Mit dem Stammtisch der „Bröckejonge“ hatte das vor 50 Jahren seinen Anfang genommen, und ist deshalb auch im jüngsten Sessionsorden der KG verewigt, der jener Institution gewidmet ist, die für all diese Aktivitäten jahrelang wie ein Sammelbecken fungierte: dem Rheinbreitbacher Sporteck. Jener „Moses“ also wurde nun mit dem Verdienstorden des Bundes Deutscher Karnevalisten geehrt, in Gold und mit Brillanten. Es ist die höchste Auszeichnung, die der deutsche Karneval überhaupt zu vergeben hat. Stehende Ovationen im Saal!

Von einer Schnapsidee zum gefeierten Männerballett

Beispiel 2: die Koppelelfen. Es handelt sich dabei um die jüngste Vereinsgründung von Rheinbreitbach, ein paar Dutzend Männer und Frauen, die zunächst der verständliche Wunsch einte, besagtes Sporteck vor der drohenden Schließung zu retten, da es Rheinbreitbachs letztverbliebene Dorfkneipe war. Bloß wie? Indem man sie in eine vereinsgeführte Lokalität umwandelte. Dem jedoch nicht genug: Wenn schon ein Thekenverein, dann bitte auch gleich mit schmissiger Schnapsidee! Es war die Geburtsstunde eines Männerballetts. Und wie schon bei ihrem ersten Auftritt im vergangenen Jahr: die Rheinbreitbacher feierten ihre „Nilpferde am Schwanensee“ mit lautem Gejohle und tosendem Applaus. Sie feierten ihre Tänzer und Tänzerinnen, ihre Ehrenamtler und Anpacker, ihre Kinder und Kindertollitäten (in dieser Session Prinz Benedikt II. aus dem Hause Nagel und Nele I. aus dem Hause Menge). Sie feierten sich selbst in dieser Nacht mit lautem „Oh wie schön, dich widder laache zo sinn“. Ein großartiger Abend!

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