Radsportteam Equipe EuroDeK
Deutsch-Französische Bretagne-Rundfahrt überzeugter Europäer
Montabaur/Nassau. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat beim Staatsbesuch in Deutschland als überzeugter Europäer die Deutsch-Französische Freundschaft beschworen. Genauso wie fast gleichzeitig das Radsportteam Equipe EuroDeK bei seiner Deutsch-Französischen Bretagne-Rundfahrt im Rennradsattel - wie zuvor schon bei vielen ähnlichen Radsportbegegnungen im Rahmen bestehender Städtepartnerschaften. Diese wurde für die fast zwei Dutzend Teilnehmer über 970 km zur Tour der Hindernisse und Leiden!
Wer sich mit der Equipe in den beiden heimischen Radsportvereinen RSG Montabaur und RSV Oranien Nassau seit nunmehr über 4 Jahrzehnten auf dem Rennrad für die Deutsch-Französische Freundschaft einsetzt, muss meist neben intensiver Vorbereitung und Organisation auch leidensfähig sein. Diesmal hatten sich trotz der hervorragenden Tourplanung durch Ginette Ibos besonders viele herausfordernde Hindernisse aufgetan. Anlass für die von der Sparkasse Westerwald-Sieg und der Holzbau Kappler GmbH & Co KG unterstützten Rundfahrt war das traditionelle Pfingsttreffen der Partnerstädte Nassau und Pontchateau, diesmal in der bretonischen Stadt.
Dabei wollten die Hiobsbotschaften nicht abreißen: Stürze und krankheitsbedingte Absagen schon vor dem Tourstart, zwei Begleitbusse fielen mit Motorschaden aus und dazu musste auch noch ein beschädigter Anhänger repariert werden. Das alles bei fast durchgehend üblem Regenwetter mit viel Kälte und Wind. Belastend auch ein Magen-Darm-Virus, das alle Etappen erschwerte. Da war es fast schon ein kleines Wunder, dass die „4 Muskeltiere“ der Equipe, die bereits in 7 Etappen über 1.140 km bis nach Pontchateau geradelt waren, gesund in der Bretagne ankamen.
Beim 2. Tourtag konnte zunächst mit der „Mur de Bretagne“ die größte sportliche Herausforderung gemeistert werden. Ein altehrwürdiges Kloster dient als Quartier und begrüßt die Gäste mit Musik der irischen „Dubliners“. Aber auch mit dem Hinweis: es droht ein Unwetter mit viel Regen, Kälte und Wind. Keine guten Ausblicke für so eine lange und anspruchsvolle Tour.
Beim Übergang ins Department Morbihan wurde eine offensichtlich neu geteerte Straße befahren: aus dem Begleitfahrzeug kam der Hinweis: „Das ist nicht wegen der Tour de France, sondern nur für uns gemacht worden!“ Es blieben Zweifel, ob das so zutrifft. Auffällig hier: die Ortschilder sind umgekehrt montiert - ein Protest der örtlichen Bauern gegen Maßnahmen der EU. Leider half kein Protest gegen den Virus.
Vier französische Radsportler aus St. Mailo de Guersac stießen auf der 7. Etappe zum Tross, mit dabei der Präsident Louis le Peutrec vom örtlichen Cyclo-Club. Die neuen Freunde wurden beim Abendessen von Equipe-Veteran Hardo Diel mit einem Bekenntnis zur deutsch-französischen Freundschaft mit und ohne Rennrad begrüßt. Da die eingeleiteten Hygienemaßnahmen wenig erfolgreich waren, wurde das chinesische „Medikament“ Moutai eingesetzt. Das half die 8. und letzte Etappe bis nach Pontchateau zu überstehen, wo das abschließende Festessen im Restaurant am örtlichen Calvarienberg etwas für die Strapazen belohnte.
Trotz bescheidenem Wetter waren auf den 8 Etappen viele touristische Höhepunkte zu sehen wie die Kirche des Heiligen Grals und die Reinkarnation der Ritter der Tafelrunde in Neant-sur-Yvel. Besonders eindrucksvoll die 1184 gegründete Abtei von Bon Repos und in Terenez die erste gekrümmte Schrägseilbrücke Frankreichs. Der Hanfanbau brachte Wohlstand nach Locranan, die Sardinenfischerei in die Bucht von Douarnenez. Weitere Höhepunkte waren die Pointe de Raz, die Liebfrauenkirche von Kernascleden sowie der Kanal von Nantes. Besucht wurden auch die Orte Audierne, Quimper, Pontivy und Josselin mit dem gleichnamigen Schloss. Klar, bei etwas angenehmerem Wetter hätten sich die Radsportfreunde mehr Zeit für die einzelnen Sehenswürdigkeiten genommen.
Enttäuscht waren alle Teilnehmer, der auch vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds geförderten Tour, dass entgegen dem Brauch bei vielen bisherigen Fahrten im Rahmen der Städtepartnerschaft, der Tross am Zielort nicht im Hotel de Ville begrüßt und die Partnerschafts-Rundfahrt überhaupt nicht im Programm der Partnerschaftstage erwähnt wurde. „Das wars dann nach über 4 Jahrzehnten wohl mit Etappenfahrten im Rahmen der Partnerschaft zwischen den beiden Städten!“, war die einhellige Meinung der Equipe, da der ebenso strapaziösen wie herausfordernden Deutsch-Französischen Bretagne-Rundfahrt 2024 ein Mindestmaß an offizieller Anerkennung versagt blieb!
Trotz aller Probleme bei der zurückliegenden Tour gibt es bei der Equipe EuroDeK bereits Pläne für Partnerschaftsfahrten in den drei folgenden Jahren: 2025 Deutsch-Englische Jubiläumsfahrt in die Montabaurer Partnerstadt Brackley, 2026 Etappenfahrt mit Start und Ziel in der Montabaurer Partnerstadt Sebnitz in Sachsen und 2027 eine Deutsch-Französische Jubiläumsfahrt Wirges-Montchanin in Burgund.
Mehr Infos zur Equipe EuroDeK gerne unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.
