Sonderausstellung „Adenauer-de Gaulle“ im Rathaus Rheinbach eröffnet
Deutsch-französische Freundschaft ist wichtig
Vize Bürgermeister Kalle Kerstholt eröffnete Wanderausstellung
Rheinbach. Es ist fast 61 Jahre her, als sich der damalige Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, zum ersten Mal mit dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle am 14. September 1958 in einem kleinen Dorf im Nordosten Frankreichs, auf de Gaulles abgelegenem Landsitz in Colombey-les-Deux-Églises, traf.
Der einzige Grund war die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland. Aus Feinden sollten Freunde werden - das war das Ziel des Élysée-Vertrags von 1963. Keine Selbstverständlichkeit nur 18 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle im Pariser Élysée-Palast eine „Gemeinsame Erklärung“ und den „Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit“ – kurz Élysée-Vertrag. Dieser Vertrag sollte die Aussöhnung zwischen den Völkern Deutschlands und Frankreichs besiegeln und legte den Grundstein für die Freundschaft zwischen den beiden Ländern und den dauerhaften Frieden in Europa.
Emmanuel Macron und Angela Merkel haben den deutsch-französischen Vertrag am 22. Januar 2019 erneuert. Der Vertrag von Aachen knüpft an den Élysée-Vertrag von 1963 an.
Ausstellung bis 5. Juni im Rathaus
Dieses historische Ereignis ist der Hintergrund für die Wanderausstellung „Adenauer-de Gaulle-Wegbereiter deutsch-französischer Freundschaft“, die zurzeit bis zum 6. Juni im Foyer des Rheinbacher Rathauses zu sehen ist und schon in vielen Städten in Frankreich und Deutschland zu sehen war.
Die von der Fondation Charles de Gaulle (Paris) und der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus (Bad Honnef-Rhöndorf) konzipierte zweisprachige Wanderausstellung, spannt einen weiten historischen Bogen von der Zeit Otto von Bismarcks bis in unsere Gegenwart.
Bei der Eröffnung, die der Vize-Bürgermeister Karl-Heinz Kerstholt vornahm, war auch die Vereinigung zur Förderung der Partnerschaft Villeneuve-lès-Avignon - Rheinbach e.V. mit ihrer Vorsitzenden Hedwig Schmitt-Wojcik und dem gesamten Vorstand anwesend, die diese Ausstellung möglich gemacht hatte.
Kerstholt betonte in seiner Eröffnungsrede die Wichtigkeit der deutsch-französischen Freundschaft im Kleinen wie im Großen.
Hier hob er besonders die Freundschaft zwischen Rheinbach und Villeneuve-lès-Avignon hervor, die vor über 50 Jahren begann. „Manchmal habe ich mich gefragt: Wie schafft der Verein das in all den Jahren so lebendig zu gestalten“, staunte Kerstholt über die geleistete Arbeit.
Hier nannte er die vielfältigen Begegnungen, die der Partnerschafts-Verein auf die Beine gestellt hat. Ob Sportvereine, Wandervereine, musikalische und kulturelle Veranstaltungen oder der Austausch von Schülern. Die vielfältigen Begegnungen, auch auf politischer Ebene, hätten die Freundschaft am Leben gehalten.
„Hier besonders zu nennen sei der Eifelverein Rheinbach, der schon Jahrzehnte mit dem Wanderverein aus Villeneuve zusammen Wanderungen veranstaltet und diese Verbindung wurde durch den damaligen Lehrer Helmut Claes ins Leben gerufen“, erklärte die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Hedwig Schmitt-Wojcik.
Eine Anekdote am Rande gab die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins noch zum Besten: „Bei der Gründung des Partnerschaftsvereins habe ich meinen Mann kennengelernt, der zu diesem Zeitpunkt Referendar bei der Stadt Rheinbach war, und die französische Sprache beherrschte“, erzählte Schmitt-Wojcik.
„Wenn Konrad Adenauer und Charles de Gaulle noch leben würden und die Entwicklung unserer Partnerschaft mit unserer französischen Partnergemeinde sehen würden, sie wären beide hellauf begeistert“, erklärte der Vize-Bürgermeister.
Vizebürgermeister Kalle Kerstholt gratuliert Schmitt-Wojcik zum Jubiläum.
