Arbeiten bei der Brexbachtalbahn
Dicke Bretter zu bohren ist man gewohnt
Bendorf. Hammerschläge schallen über das Gelände an der Einsatzstelle der Brexbachtalbahn am Horchemsweg, Schweißlicht flackert und Bohrgeräusche dringen durch Mark und Bein. Was heute in fast menschenleeren Produktionshallen, der Auto- und Maschinenbauindustrie von Robotern automatisch und blitzschnell zusammengefügt wird, ist bei der Brexbachtalbahn harte körperliche Arbeit. Um den vor kurzem neu erstandenen Skl-Anhänger Kla 01 für den Einsatz auf der Strecke fit zu machen, müssen Bretter gesägt, Schläuche ersetzt, Kabel gezogen und die Bremsanlage generalüberholt werden.
Dafür sind geprüfte und abgenommene Originalteile notwendig, die schwierig zu beschaffen sind. Für die Aktiven des Vereins ein echte Herausforderung mit Lerneffekt. Aber darin hat man mittlerweile auch ein Stück weit Routine. Denn wenn der übliche Tagesablauf in der Regel darin besteht, tagsüber vor einem PC-Bildschirm und abends vor dem Fernseher zu sitzen, greifen die Brexbachtalbahner zum Bewegungsausgleich schon lange nicht mehr zum Tennisschläger, schnüren nicht die Fußballschuhe und sind auch nicht in einem Fitnessstudio angemeldet. Sie melden sich lieber wöchentlich zum Arbeitseinsatz für eine Aufgabe, die sie auf vielfältigste Weise körperlich fordert und handwerkliches Fingerspitzengefühl genauso verlangt wie organisatorische Fähigkeiten und nicht zuletzt das Können, wie ein Detektiv zu recherchieren. Denn um die historische Substanz zu erhalten und ein altes Fahrzeug möglichst originalgetreu, aber auch betriebssicher für die zukünftigen Arbeiten zur Betriebsabnahme für die Brexbachtalbahn zu nutzen, verlangt Ausdauer und Kondition. Aber beides haben die Mitglieder des Vereins in den letzten 12 Jahren mit dem Erhalt der historischen Bahnstrecke und den Arbeiten zu ihrer Reaktivierung ja schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt.