Allgemeine Berichte | 06.03.2026

Das Kriegsende 1945 zwischen Koblenz und Kaub

„Die Amis kommen!“ – Vortragsreihe startet im März am Theater Lahnstein

Ein Panzer steht am 27. März 1945 auf Oberlahnsteiner Seite der durch die Wehrmacht gesprengten Lahnbrücke.

Die Vortragsreihe „Die Amis kommen! – Das Kriegsende 1945 zwischen Koblenz und Kaub“ im Theater Lahnstein beleuchtet die letzten Kriegswochen und die Nachkriegszeit am Mittelrhein. Historiker und Forscher thematisieren militärische Ereignisse, lokale Erinnerungen und den schwierigen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg.

Lahnstein. Wenn die Kämpfe verstummen, beginnt für eine Gesellschaft eine andere, nicht weniger schwierige Phase: die Zeit des Aufräumens, Erinnerns und Neuanfangs. Mit dieser beschäftigt sich die fünfteilige Vortragsreihe im Theater Lahnstein unter dem Titel „Die Amis kommen! – Das Kriegsende 1945 zwischen Koblenz und Kaub“. Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Gesamtprojekts „Nach dem Krieg am Mittelrhein“, das wissenschaftliche Analyse und künstlerische Reflexion im Theater Lahnstein miteinander verbindet.

80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs richtet sich der Blick auf eine Zeit, die auch für viele Orte zwischen Koblenz und Kaub einen tiefen Einschnitt bedeutete. Die Waffen schwiegen, doch Hunger, Zerstörung und Unsicherheit prägten den Alltag. Gleichzeitig begann der schwierige Prozess des Wiederaufbaus – politisch, gesellschaftlich und kulturell.

Zwischen dem 17. März und dem 23. Juni 2026 nehmen Historiker, Archivare und Heimatforscher die letzten Kriegswochen und die unmittelbare Nachkriegszeit im Oberen Mittelrheintal genauer in den Blick. Dabei geht es nicht nur um militärische Ereignisse, sondern auch um Erinnerungsarbeit, lokale Perspektiven und den Neubeginn nach 1945.

Den Auftakt bilden am 17. März zwei Vorträge. Zunächst zeigen Michael Klemm und Florian Weber vom Landesprojekt KuLaDig Rheinland-Pfalz, wie historische Orte und Ereignisse heute mithilfe digitaler Plattformen dokumentiert und vermittelt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der sogenannten Citizen Science, bei der Bürgerinnen und Bürger ihr Wissen über lokale Geschichte in das Projekt miteinbringen.

Ebenfalls am Eröffnungsabend beleuchten Michael Koelges und Judith Höhn-Engers vom Stadtarchiv Koblenz die Jahre 1945 bis 1948 in Koblenz. Ihr Vortrag zeichnet ein kaleidoskopartiges Bild der unmittelbaren Nachkriegszeit: von den letzten Kämpfen an Rhein und Mosel über die Herausforderungen des Alltags bis zu den ersten politischen und kulturellen Neuanfängen.

In den folgenden Veranstaltungen rücken die militärischen Ereignisse der letzten Kriegswochen in den Mittelpunkt. Der Historiker Richard Schneck beschreibt am 14. April die Gefechte zwischen Untermosel und Mittelrhein und die Rheinübergänge amerikanischer Truppen bei Rhens und Brey. Grundlage seiner Forschungen sind unter anderem Gespräche mit Veteranen der 87th Infantry Division sowie Archivstudien in den USA.

Der Vortrag von Stefan Michels am 12. Mai richtet den Blick auf die Rheinüberquerungen der amerikanischen Streitkräfte im März 1945 zwischen Braubach und Kaub. Die Ereignisse standen lange im Schatten der berühmten Brücke von Remagen, waren für die Region jedoch von entscheidender Bedeutung.

Auch die Perspektive der betroffenen Städte kommt zur Sprache. Am 9. Juni schildert Klaus Dieter Schoch das Kriegsende in Braubach und damit Tage, die von schweren Kämpfen und großer Angst geprägt waren und in denen selbst die historische Marksburg kurz vor der Zerstörung stand.

Den Abschluss der Reihe bildet am 23. Juni ein Vortrag des Lahnsteiner Stadtarchivars Bernd Geil. Unter dem Titel „Zwischen Angst und Vorfreude“ untersucht er, wie die Bevölkerung Lahnsteins den Einmarsch der amerikanischen Truppen am 27. März 1945 erlebte – zwischen Furcht vor dem Feind und Hoffnung auf Befreiung.

Moderiert wird die Reihe von Ulrich Linnemann und Klaus Dieter Schoch. Die Vorträge beginnen jeweils um 19:30 Uhr, Einlass mit Get Together ist ab 18:45 Uhr.

Die Veranstaltungsreihe versteht sich dabei nicht nur als Rückblick, sondern auch als Einladung zum Dialog. Denn die Frage, wie Gesellschaften nach einer Katastrophe wieder zu sich selbst finden, bleibt aktuell. Gerade am Mittelrhein, wo viele Orte noch immer Spuren des Kriegsendes tragen, wird Geschichte so zu einem gemeinsamen Prozess des Erinnerns und Verstehens.

Tickets und weitere Informationen zu allen Veranstaltungen finden sich unter www.theaterlahnstein.de.

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Ein Panzer steht am 27. März 1945 auf Oberlahnsteiner Seite der durch die Wehrmacht gesprengten Lahnbrücke. Foto: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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