Feststunde in Swistal-Heimerzheim
Die Bundespolizei bekommt Verstärkung
144 neue Polizeimeister können ihren Dienst antreten
Swisttal-Heimerzheim. Sie werden schon dringend in ihren neuen Dienststellen erwartet, die 144 jungen Frauen und Männer, die jetzt im Aus- und Fortbildungszentrum Swisttal-Heimerzheim ihre Urkunden und dazu die neuen Schulterstücke für die Uniformen, die sie als Polizeimeister ausweisen, erhielten.
Es sollte eine lockere, frohgestimmte Feststunde werden, hatten die Beamtinnen und Beamten doch einen weiteren wichtigen Schritt ihrer Berufslaufbahn erfolgreich absolviert, und die Verantwortlichen in der Polizeiführung wollten zeigen, dass die von vielen Seiten geforderte und von Politikern versprochene Verstärkung der Inneren Sicherheit keine leere Worthülse ist. Aber erst einmal lag ein Schatten über der Veranstaltung.
Schweigeminute für tote Polizeibeamte
Die Lehrgangsteilnehmer, das Ausbildungspersonal und die rund 300 Gäste der Veranstaltung gedachten mit einer Schweigeminute zwei tödlich verunglückten Polizeibeamten, die am Vorabend beim Absturz eines Polizeihubschraubers in Schleswig-Holstein ums Leben gekommen waren. Ein dritter Polizeibeamter überlebte das Unglück schwerverletzt. Das Holzbläserquintett des Bundespolizeiorchesters Hannover spielte statt fröhlicher Weisen ernste Werke.
4428 Unterrichtsstunden führten zum Ziel
Seit dem Beginn der Ausbildung am 1. September 2013 haben die 21 Frauen und 123 Männer in 4428 Unterrichtsstunden lernen und nachweisen müssen, was von einem Polizeibeamten heute verlangt wird. Auf dem Stundenplan standen Fächer wie Staats- und Verfassungsrecht/Politische Bildung, Einsatz- und Verkehrsrecht, Kriminalistik oder Polizeitechnik, Einsatzausbildung und Verhaltenstraining. Immer wichtiger wird die Beherrschung von Fremdsprachen, insbesondere gute Englischkenntnisse sind fast unabdingbar. Als Beste ihres Jahrgangs wurden Samil Gürpinar (25), Tobias Steller (28) und Deborah Karl (26) hervorgehoben.
In seiner Begrüßungsansprache hob Carsten Westerkamp, Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums, die besonderen Anforderungen des Polizeiberufs hervor: „Schön ist es, wenn wir Menschen draußen helfen können, wenn wir ‚Sicherheit‘ produzieren können.“ Dies sei ein wichtiger Beitrag zum sozialen Frieden und der individuellen Freiheit des Einzelnen, so Westerkamp weiter. Nicht so schön sei allerdings die Entwicklung, dass Polizeibeamten immer weniger Respekt entgegengebracht werde, „wenn wir beleidigt, bespuckt oder sogar körperlich angegriffen werden.“ Belastend war auch die Erfahrung von Beamten, die in der Kölner Silvesternacht ihrem Schutzauftrag nicht ausreichend nachkommen konnten.
Wie dringend die Dienststellen der Bundespolizei auf die Absolventen aus Heimerzheim warten, hob Leitender Polizeidirektor Andreas Poddig hervor, Vertreter des Präsidenten an der Bundespolizeiakademie. „Wir brauchen jeden Mann und jede Frau, um die Arbeit gut und erfolgreich zu bewältigen“, sagte er in seinem Grußwort. In den nächsten Jahren sollen angesichts der verschärften Sicherheitslage 3000 neue Bundespolizisten eingestellt werden, das Bundesinnenministerium hat dazu das Programm 3000+ aufgelegt.
Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner wünschten allen ein gutes Gelingen ihrer neuen Aufgaben und betonte das gute Zusammenleben der Gemeinde mit der Aus- und Fortbildungsstätte.
Auch die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner wünschte den Absolventen alles Gute für ihre berufliche Zukunft.
Leitender Polizeidirektor Andreas Poddig betonte, wie dringend die frisch gebackenen Polizeimeister benötigt werden.
Unter den Gästen der Feierstunde waren auch Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalbrenner (Mitte) und Heimerzheims Ortsvorsteher Hermann Leuning (3. v. l.) Weigert
