Spatenstich zum Bau der zweiten Schleusenkammer in Lehmen
Die Entwicklung der Wasserstraße Mosel geht weiter
Feierstunde mit dem rheinland-pfälzischen Verkehrsstaatssekretär Andy Becht
Lehmen. Die Mosel ist eine Wasserstraße mit Zukunft, auf der pro Jahr bis 16 Millionen Tonnen Güter transportiert werden. Bisherige Verkehrsprognosen sehen eine potentielle Steigerung auf bis zu 18 Millionen Tonnen. Sie ist eine der am stärksten genutzten Wasserstraßen Deutschlands. In den Sommermonaten kann man eine zusätzliche vermehrte Nutzung durch Fahrgastschiffe beobachten. Um Wartezeiten gering zu halten, ist der Ausbau aller zehn deutschen Moselschleusen dringend nötig. Für die zehn Moselschleusen ist der Bund zuständig, zwei Schleusen wurden bereits ausgebaut, in Zeltingen-Rachtig und Bruttig-Fankel, in Trier und Detzem befinden sich die Schleusen im Ausbau. Es sind insgesamt achtundzwanzig Staustufen, die den Höhenunterschied der Mosel von 161 Metern von Neuves-Maisons in Frankreich bis zum Deutschen Eck in Koblenz regulieren. Sie ist eine Wasserstraße von internationaler Bedeutung, die Wirtschaftsregionen Frankreichs, Luxemburgs und Deutschlands mit den Nordseehäfen in den Niederlanden und Belgien und westdeutsche Industriezentren verbindet. Schon im 1. Jahrhundert vor Christus bis zum 5. Jahrhundert nach Christus nutzten die Römer die Mosel als wichtige Wasser- und Handelsstraße. Handel findet auch auf unseren Straßen statt, um die jetzt schon stark frequentierten Verkehrswege weiter zu entlasten, ist der Ausbau der Mosel unausweichlich. Mehr als 60 Millionen Euro investiert der Bund in dieses größte Bauprojekt im Kreis Mayen-Koblenz. Insgesamt steht für die Modernisierung der zehn Moselschleusen eine Investition des Bundes von mehr als 600 Millionen Euro an. Bis zum Jahr 2030 sollen alle zweiten Schleusenkammern realisiert sein. In Lehmen rechnet man mit einer Bauzeit bis zum Jahr 2013. Der Ausbau wird parallel zur vorhandenen Kammer laufen, damit ist weiterhin ein reibungsloses Schleusen möglich. Anlässlich des Spatenstichs, informierte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, die Gäste und begründete den Ausbau: „Er ist wichtig für den Güterverkehr an der Mosel. Die Schiffe werden immer größer und die Schleusen sind in die Jahre gekommen.“ Dem schloss sich auch der rheinland-pfälzische Verkehrsstaatssekretär Andy Becht an, denn die Schleusen, die zwischen 1958 und 1964 gebaut wurden, waren ursprünglich für 10 Millionen Tonnen Güterfracht gedacht. Es ist klar, dass auch die alte Schleusenkammer in Lehmen nicht mehr ausreicht. Die Arbeiten erfolgen vom Ufer und vom Wasser aus. Da die Mosel in diesem Beriech verbreitert werden muss, um sogenannte Vorhäfen zu bauen, sind viele Erdarbeiten erforderlich. Der Erdaushub wird von Schiffen abtransportiert, die Böschungen an den Ufern durch senkrechte Uferwände ersetzt. Die Bewohner von Lehmen können beruhigt sein, Lastkraftwagen werden nicht durch den Ort fahren. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV.de) betont, dass auch auf die Natur weitestgehend Rücksicht genommen wird. Funktionierende Ökosysteme sollen erhalten bleiben, neue gestaltet werden und dadurch die Natur als wertvoller Lebensraum erhalten bleiben. Dazu gehört auch der Bau einer Fischwechselanlage, die Ortsbürgermeister Günter Deis sehr am Herzen liegt. In Koblenz wurde 2011 die erste Anlage eröffnet, sie ist die zentrale Ausgleichsmaßnahme für den Bau aller zukünftigen Schleusen. Günter Deis erhofft sich auch einen positiven Schub für den Tourismus. Eine solche Großbaustelle ist nicht alltäglich und findet sicher viele Interessenten. Die dann vielleicht auch Spaß finden am guten Lehmener Riesling, den die Lehmer Razejunge bei der Feierstunde kredenzten. Die Wasserstraße Mosel hat ihre Kapazitätsgrenze schon überschritten, mit dem Bau der zweiten Schleusenkammer in Lehmen ist sie weiter auf dem Weg ins 21. Jahrhundert. -EP-
Der rheinland-pfälzische Verkehrsstaatssekretär Andy Becht begründete den Bau der zweiten Schleusenkammer, für die der Bund zirka 60 Millionen Euro investiert.
Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, informierte über den Ausbau der Schleuse Lehmen.
In Lehmen entsteht eine Großbaustelle, die erst 2023 ein Ende finden soll. Die Mosel ist eine wichtige Wasserstraße, auf der pro Jahr 16 Millionen Tonnen Güter transportiert wird.
