Allgemeine Berichte | 08.06.2017

Kreiswaldbauverein Neuwied widmet einem Baum einen Waldbildungstag

Die Fichte – der Baum des Jahres

Interessierte Waldbauern im Steimeler Fichtenwald. Hier wächst wertvolles Fichtenholz für kommende Generationen.privat

Steimel/Woldert. Auf dem geschichtsträchtigen Marktplatz der Gemeinde Steimel im Westerwald begrüßten der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Puderbach Volker Mendel und Ortsbürgermeister Wolfgang Theiß die etwa 50 Teilnehmer des diesjährigen Waldbildungstages des Kreiswaldbauvereins Neuwied. Dessen Vorsitzende, Dr. Gisela Born-Siebicke, erläuterte das Interesse der angereisten Waldbauern an dem besonderen Engagement in den Gemeindeforsten Woldert und Steimel für einen naturnahen und regionaltypischen Fichtenanbau. Immerhin sei die Fichte nicht nur Baum des Jahres 2017, sondern auch wichtigster Holzlieferant des Rhein-Westerwaldes. Sie stärke die wirtschaftliche Seite der Waldbauern und laste die heimische Sägewirtschaft mit gut zu bearbeitendem Rundholz aus.

Zu Gast war auch Priska Dreher vom Referat Umwelt, Natur und Energie bei der Kreisverwaltung Neuwied. Der Energiebeirat der Kreisverwaltung Neuwied hatte in seiner letzten Sitzung ausführlich die Vorteile des nachwachsenden Baustoffes Holz erörtert. Der Vorsitzenden, Dr. Gisela Born-Siebicke, lag es daher sehr am Herzen, in diesem Zusammenhang einmal den langen Weg vom Sämling bis zum hiebreifen Fichtenstamm darzulegen.

Anschließend führte Revierförster Rainer Kuhl die fachkundigen Gäste durch den Gemeindewald Woldert. Die dortige Bewirtschaftung der Fichte mit Naturverjüngung hat nach den Windwürfen 1984/1990 begonnen. Es zeigte sich, dass die Wiederaufforstung auf den Windwurfblößen hervorragend durch die Samenverbreitung aus den benachbarten Fichtenbeständen auf natürlichem Wege erfolgen kann. Seitdem setzt Revierförster Rainer Kuhl bei hiebreifen Fichtenbeständen darauf, diese von Osten beginnend - windabgewandte Seite - zu öffnen und durch die nachfolgende Naturverjüngung zu ersetzen.

Naturverjüngung wurde anhand von drei typischen Waldbildern erläutert

In drei typischen Waldbildern wurde dieses Vorgehen näher erläutert. Zunächst wurde die Fichten-Naturverjüngung im Halbschatten mit sehr dichten Jungpflanzenbeständen gezeigt. Damit die einzelne Fichte möglichst früh ein starkes Wurzelwerk und später eine stabile Krone ausbilden kann, ist die rechtzeitige Reduzierung der Jungbäume mit Freischneider in Knie-und Hüfthöhe erforderlich.

Im zweiten Waldbild wurde die Nachlichtung des Altbestandes über der Naturverjüngung im sogenannten Streifensaumschlag-Verfahren demonstriert. Die starken, hiebreifen Fichten wurden mithilfe eines hydraulischen Keils gezielt gefällt und mit einem Kranschlepper so schonend wie möglich entnommen.

Das dritte Waldbild im Gemeindewald Steimel - Windwurffläche aus 1990 - zeigt einen dichten, geschlossenen Fichtenbestand aus Naturverjüngung, der jetzt dringend zur besseren Entwicklung der Einzelbäume in der gesamten Fläche ausgelichtet werden muss. Dazu wird die Anlage von Rückegassen vorbereitet.

Auf Einladung von Herrn Ortsbürgermeister Wolfgang Theis fand eine äußerst intensive Abschlussdiskussion der Teilnehmer des Waldbildungstages bei Kaffee und Kuchen im Haus Neitzert, dem ältesten Haus im Ort, statt. Dabei zeigten sich die Gastgeber als kundige Diskussionspartner in allen waldbaulichen Fachfragen rund um die Fichte. Zugleich bot die im Haus Neitzert beheimatete Gemäldesammlung des Künstlers Karl Bruchhäuser einen interessanten kulturhistorischen Ausklang. Die Vorsitzende, Dr. Gisela Born-Siebicke, bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei Revierförster Rainer Kuhl sowie Ortsbürgermeister Wolfgang Theis für die forstlich beeindruckende Exkursion und die freundschaftliche Aufnahme in der Gemeinde.

Interessierte Waldbauern im Steimeler Fichtenwald. Hier wächst wertvolles Fichtenholz für kommende Generationen.Foto: privat Foto: Picasa

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