Allgemeine Berichte | 28.08.2017

Forum Wirtschaftsethik diskutiert über Interkulturelle Kompetenz

Die Herausforderung der kleinen Unterschiede

eranstalter und Referentin freuen sich über die positive Resonanz und lebhafte Diskussionen im Nachgang. (v.l.n.r.) Sandra de Vries, Christopher Campbell (Kath. Erwachsenenbildung), Rolf Wanja (Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald), Katharina Schlag (WFG), Landrat Achim Schwickert, Wilfried Noll (WFG), Wilfried Kehr (Ev. Dekanate Selters und Bad Marienberg), Richard Hover (IHK, nicht abgebildet). Forum

Montabaur. Kulturelle Begegnungen irritieren beide Seiten, machte Referentin Sandra de Vries den Teilnehmern des „Forums Wirtschaftsethik“ in Bad Marienberg deutlich. Rund 60 interessierte Zuhörer waren zu der Veranstaltung mit dem Thema: „Kulturelle Unterschiede – Chance oder Konfliktpotential“ ins Europahaus gekommen. „Es ist völlig normal, dass wir die Unterschiede und nicht die Gemeinsamkeiten wahr nehmen“, führte de Vries weiter aus. Die weit gereiste Ethnologin beobachtet seit 30 Jahren die Entwicklung von Gesellschaften und die Rollen der Einzelnen darin. Sie berichtete, dass die eigene Wahrnehmung durch Stereotype vereinfacht werde, die durch die kulturelle Identität geprägt werden. So entstehe eine eingeschränkte Sichtweise, wie durch eine bunte Brille. „Erst wenn ich realisiere, dass ich eine „eingefärbte Brille“ trage, kann ich versuchen auf andere Weise zu sehen“, sagte de Vries. Fettnäpfchen seien vor allem in der Kommunikation vorprogrammiert. So sei es in vielen asiatischen Gesellschaften unhöflich mit „nein“ zu antworten, weswegen uns die eigentliche Handlungsabsicht unklar bleibe, sagte de Vries. In manchen Kulturen sei es dagegen respektlos anderen Menschen in die Augen zu schauen, was besonders irritierend sei, da in unserer Gesellschaft hauptsächlich über die Augen kommuniziert werde. Deshalb sei auch das Tragen von Burkas beispielsweise ein so emotional besetztes Thema, führte de Vries aus. An die Begrüßung durch Landrat Achim Schwickert und den Impulsvortrag von Sandra de Vries schloss sich eine Podiumsdiskussion an, in der sich durchaus kontroverse Sichtweisen zeigten. Teilnehmer der Diskussionsrunde waren Barbara Hemkes vom Bundesinstitut für Berufsbildung, Müntaz Karagöz, Handwerksmeister und Mitglied im Prüfungsausschuss der Handwerkskammer Koblenz, Dirk Weigand, Schulleiter des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg und Joachim Dell, Schulleiter der Berufsbildenden Schule Westerburg. In der von Moderatorin Selina Marx geführten Diskussion kamen brisante Themen, wie Bildungsselektion durch Migrationshintergrund oder Einkommensgrenzen und der Umgang mit Zwangsehen von Schülerinnen in der Türkei zur Sprache. Wie Unternehmen den Herausforderungen einer heterogenen Belegschaft begegnen und welche Rolle die Schulen für die Integration von Migranten spielen können – darüber war unter den Diskussionsteilnehmern keine Einigung zu erzielen. Denkanstöße gab es für das interessierte Publikum jedoch jede Menge. Im Anschluss an die rund zweistündige Veranstaltung gab es noch Gelegenheit, weiter miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das „Forum Wirtschaftsethik – Zukunft braucht Werte“ wurde im Jahr 2005 gegründet, pausierte zwischenzeitlich und wurde nun von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH (WFG), den Evangelischen Dekanaten Selters und Bad Marienberg, der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Limburg, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz- Geschäftsstelle Montabaur und der Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald wieder belebt. Ziel dieser Gemeinschaftsinitiative ist es, gesellschaftlich relevante Fragestellungen in den wirtschaftlichen Kontext zu übertragen und zu erörtern, wie Unternehmen und Gesellschaft mit diesen Themen umgehen können.

Pressemitteilung

Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Westerwaldkreis mbH

eranstalter und Referentin freuen sich über die positive Resonanz und lebhafte Diskussionen im Nachgang. (v.l.n.r.) Sandra de Vries, Christopher Campbell (Kath. Erwachsenenbildung), Rolf Wanja (Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald), Katharina Schlag (WFG), Landrat Achim Schwickert, Wilfried Noll (WFG), Wilfried Kehr (Ev. Dekanate Selters und Bad Marienberg), Richard Hover (IHK, nicht abgebildet). Foto: Forum

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
  • K. Schmidt: Das "Sicherheitskonzept" überzeugt. Ein Polizeieinsatz, "geringe Anzahl" Rettungsdienst, keine Feuerwehr nötig. Im Haushaltsplan 2025 hatte Boppard 10.000 Euro für ein Sicherheitskonzept vorgesehen, in...
Hausmeister, bis auf Widerruf
Gesundheit im Blick
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Tank leer?
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Die „Koppelaner“ bedanken sich bei Magdalene und Ralf Ueberall, die die Kosten des Frühstücks gespendet haben.  Foto: Ralf Ueberall
30

Rheinbreitbach. Seit vielen Jahren pflegen und reinigen die „Koppelaner“ das Koppel-Plateau und die umliegenden Fußwege „Weinbergsweg“ und „Unterm Heilig“. Die „Koppelaner“, eine ehrenamtliche Gruppe von 25 rüstigen Rentnern, trafen sich Anfang April und eröffneten voller Tatendrang und bei Sonnenschein auf dem Koppel-Plateau die Pflegesaison. Es wurden fleißig die Beete neu bepflanzt und alles herausgeputzt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Hochwasserschutzinitiative Rodderfeld hat gemeinsam mit der von der EU und dem Land NRW geförderten LEADER-Kooperationsstelle „Wasserrückhalt im Wald“ sowie der Stadt Rheinbach eine zweite Dammbauaktion im südwestlich gelegenen Stadtwald erfolgreich umgesetzt. Fotos: Stadt Rheinbach
18

Zweite Dammbauaktion stärkt Hochwasserschutz im Rheinbacher Stadtwald

Bürgerengagement und Fachplanung greifen beim Wasserrückhalt ineinander

Rheinbach. Die Hochwasserschutzinitiative Rodderfeld hat gemeinsam mit der von der EU und dem Land NRW geförderten LEADER-Kooperationsstelle „Wasserrückhalt im Wald“ sowie der Stadt Rheinbach eine zweite Dammbauaktion im südwestlich gelegenen Stadtwald erfolgreich umgesetzt. Nach der ersten Aktion im Mai 2025 knüpft die diesjährige Maßnahme an die gewonnenen Erfahrungen an und entwickelt den Ansatz konsequent weiter.

Weiterlesen

Symbolbild.
121

Astrologische Vorschau für die KW 19: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 4. bis 10. Mai 2026

Die zweite Maiwoche bringt spürbar mehr Licht, mildere Abende und eine zunehmende Dynamik im Alltag. Mit dem Übergang in die wärmere Jahreszeit verschieben sich Prioritäten: Außenaktivitäten gewinnen an Bedeutung, Beziehungen werden intensiver beleuchtet und berufliche Entwicklungen nehmen Fahrt auf. Gleichzeitig zeigen sich bei einigen Sternzeichen auch Spannungen zwischen Aufbruchsstimmung und innerer Unruhe.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Ralf Schweiss
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Kleinanzeigen
Maifest Gönnersdorf
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Handwerker im Außendienst
Maifest Gönnersdorf
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
Erzieher
Minijob
Biker Segnung
Innovatives rund um Andernach
SB Wahlen
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Gegengeschäft