Margaretha-Flesch-Haus
Die „Karibik“ liegt an der Wied
Hausen. Die Treppe hoch und dann gleich links. Der Weg in die Karibik ist ganz leicht. Zumindest im Margaretha-Flesch-Haus. Die Senioreneinrichtung hat als erstes Alten- und Pflegeheim in Rheinland-Pfalz eine Sonnensimulationsanlage installiert. Ein ehemaliger Aufenthaltsraum wurde dafür liebevoll in ein „Südsee-Zimmer“ mit Cocktail-Bar und bequemen Liegestühlen umgestaltet. In einer kleinen Feierstunde, an der auch Verbandsgemeindebürgermeister Werner Grüber und die Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen Schwester Edith-Maria Magar teilnahmen, wurde die Anlage Mitte März offiziell in Betrieb genommen. In der „Karibik“ können nun jeden Tag bis zu 15 Bewohnerinnen und Bewohner gleichzeitig unter Palmen das Licht und die Wärme eines Urlaubstages am Strand genießen, sanftem Meeresrauschen lauschen und sich einen fruchtigen Cocktail schmecken lassen. „Wie wichtig Sonnenlicht für das Gemüt ist, merkt jeder von uns, wenn der Frühling länger auf sich warten lässt“, erklärt Einrichtungsleiter Frank-Ulrich Kron. Sonnenlicht hilft dem Körper, wichtige Vitamine herzustellen. Regelmäßiges Sonnenbaden stärkt das Immunsystem, die Wärme lindert zudem Schmerzen in verspannten Muskeln oder steifen Gliedern. Gleichzeitig bringt das Licht den Blutkreislauf in Schwung. „Nach nur einer Stunde in unserer ‚Karibik‘ fühlt man sich unabhängig von der Jahreszeit oder dem Wetter wacher, ausgeglichener, einfach entspannt und glücklich – etwas Besseres kann ich mir für unsere Bewohner gar nicht wünschen“, ist Kron von der neuen Anlage überzeugt.
Die Anlage
Die Anlage, die von einer schwedischen Firma stammt, besteht aus drei an der Decke installierten Strahlern sowie einem System, das unterschiedliche Hintergrundgeräusche wie Wellen oder Vogelgezwitscher abspielt. In Deutschland ist der Simulator bisher vor allem in Wellness-Einrichtungen im Einsatz. Senioreneinrichtungen in den Niederlanden aber haben schon seit Jahren den positiven Effekt auch für sich entdeckt. Besonders demenziell veränderte Menschen profitieren von dem Licht. Erfahrungen zeigen, dass sie weniger ängstlich oder aggressiv sind, Weglauftendenzen lassen nach. Und bei Menschen, die gegen Depressionen Medikamente nehmen, kann teilweise sogar die Dosierung reduziert werden.
In der Sonne sitzen, sich wärmen lassen und dabei einen leckeren Cocktail genießen – das ist jetzt Alltag für die Menschen im Margaretha-Flesch-Haus in Hausen.
In einer kleinen Feierstunde, an der auch Verbandsgemeindebürgermeister Werner Grüber (links) teilnahm, wurde die neue Sonnensimulationsanlage Mitte März offiziell in Betrieb genommen. Einrichtungsleiter Frank-Ulrich Kron (3. von rechts) freut sich, dass seine Bewohnerinnen und Bewohner nun auch von den positiven Effekten profitieren können.Fotos: Franziska Sprenger
