Allgemeine Berichte | 01.06.2016, 11:40 Uhr

Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung e.V.

„Die Schafstelze auf der Stelze“

Vogelwanderung bot wieder einige Höhepunkte

Biologe Dr. Schindler führte eine interessierte Gruppe frühmorgens in die Feldflur und ins Naturschutzgebiet der Swistaue, um Vögel an ihrem Gesang, Flug und in ihrem Biotop zu erkennen.privat
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Wachtberg. Die Vogelwanderung in der Morgenfrühe, zu der die Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung eingeladen hatte, stand unter dem etwas kühlen Glanz der aufgehenden Sonne und einem Konzert aus vielen, meist leiseren, zwitschernden oder auch krächzenden Vogelmelodien.

Es war für den Führer dieser Vogelerkundung, den Biologen Dr. Matthias Schindler, ein wichtiges Anliegen, Vögel nicht nur im Fernglas oder mit Stativ festzuhalten, sondern sie auch an ihrem Gesang, an ihrem Flug und in ihrem bestimmten Biotop zu erkennen. Er führte seine gelehrige Gruppe, alles Frühaufsteher an diesem Morgen, zuerst in die Feldflur vor der Adendorfer Burg und danach in das Naturschutzgebiet der Swistaue.

Die jüngste Teilnehmerin war mit acht Jahren Sophie Fiehler, die Ohren und Augen spitzte und sogar schon einiges Wissen mitbrachte. Tapfer hielt sie ohne Pause die über drei Stunden dauernde „Expedition“, die zum Teil urig über Stock und Stein und Grasnarben führte, durch. Das Erlebnis einer unerwartet vielfältigen Vogelwelt in unserer Heimat war der Lohn. Nur einige Höhepunkte - highlights - können hier erwähnt werden: Am Rande eines Getreidefeldes saß eine Schafstelze auf dem Pfosten einer benachbarten Apfelplantage und bot sehr geduldig aufgeplustert den Beobachtern ihre goldgelbe Brust dar, während im Feld davor eine Lerche sang und dann mit einem Lied „wie Blütenregen“ der Sonne „entgegenschwirrte“ (aus einem Gedicht von Annette von Droste Hülshoff). Dr. Schindler klärte auf, dass es nur noch sehr wenige Lerchen auf unseren Feldern gibt, weil die modernen Arbeitsmethoden ihnen das Überleben immer schwerer machen.

Die Swistaue mit ihren Tümpeln und „Bächen“ ist noch heute ein wahres Paradies für kleine und große, friedliche und Raubvögel, Brüter und Durchzieher. An diesem Morgen waren die seltenen Lieblinge das Braunkehlchen, das von Pfosten zu Pfosten hüpfte, und der Turmfalke, der aus dem Pappelwäldchen aufstieg.

Ein herzliches Dankeschön sagte die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Ursula Perkams, Dr. Schindler und sprach gleichzeitig den Wunsch zur Fortsetzung dieser schon seit zehn Jahren zur Tradition gewordenen „Vogelfrühwanderungen“ aus.

Die Beobachtung und Pflege der besonderen Vogelwelt in der „Nische“ Swistaue und Umgebung ist schon seit vielen Jahren ein Anliegen der Aktionsgemeinschaft, das sie konsequent verfolgt und in wissenschaftlichen Gutachten dokumentieren lässt.

Biologe Dr. Schindler führte eine interessierte Gruppe frühmorgens in die Feldflur und ins Naturschutzgebiet der Swistaue, um Vögel an ihrem Gesang, Flug und in ihrem Biotop zu erkennen.Foto: privat

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