Nun hat auch Koblenz einen Youlius-Award-Preisträger
Die Trophäe steht in seinem Wohnzimmer
Alexander May durfte den Preis in der Sparte „Unterhaltung und Comedy“ in Bochum entgegennehmen
Koblenz. Nun hat auch Koblenz einen Youlius-Award-Preisträger. Alexander May, alias „alexOmay“, über dessen YouTube-Aktivitäten bereits Anfang des Jahres berichtet wurde, hat es geschafft. Ende Januar durfte er den Preis in der Sparte „Unterhaltung und Comedy“ in den Bochumer Kammerspielen entgegennehmen.
Das war die erste Auszeichnung für die rund zehnminütigen Videofilme, mit denen der 25-Jährige seit bald zwei Jahren jeden Mittwochabend auf seinem eigenen YouTube-Kanal seine Heimatstadt Koblenz und Menschen, die hier leben, auf witzige Art und Weise vorstellt. Er präsentiert Hobbys und außergewöhnliche Berufe, wobei er selbst das Versuchskaninchen gibt.
Hier schnuppert er mal in die Sportarten Taekwondo und Kickboxen hinein, dort versucht er sich als Fernseh-Redakteur oder macht eigene Erfahrungen mit Lachyoga und Pole Dance. Das Informative lockert er auf mit „Wows“, „Uhhs“, „Oh-Yeahs“ und launigen Kommentaren. Die Jury des Youlius-Awards, die aus Experten, ehemaligen Gewinnern und Mitgliedern des Vereins zur Förderung der Webvideokultur besteht, beurteilte sein filmisches Talent so: „Knackiger und dynamischer Schnitt, witzig und gut gemacht. Alex ist ein markanter Typ, seine kurzweiligen und gut durchdachten Videos sind immer sehr unterhaltend.“ Der Verein zur Förderung der Webvideokultur ist Ausrichter des Youlius-Awards, mit dem „YouTube-Stars von morgen schon heute ins Rampenlicht“ gestellt werden sollen. Der Verein fördert mit diesem Projekt „YouTube-Kanäle mit kleiner Reichweite und großartigen Inhalten“.
Rund 2500 Abonnenten scheinen eine ähnliche Meinung zu Alexanders Kanal zu haben wie die Jury. Sie kommentieren die Videos, für die bis zu 7000 Aufrufe angezeigt werden, mit „sehr schön“, „cool“ oder „funny“. Es waren die unzähligen positiven Rückmeldungen und natürlich der Zuspruch von Freunden und Familie, die Alex ermutigten, sich für den mit 500 Euro und diversem, für YouTuber nützlichem Zubehör dotierten Youlius-Award zu bewerben. Trophäe und Urkunde stehen jetzt in seinem Wohnzimmer. Strahlend erzählt er von der Gala, zu der er mit seinen beiden, das Kamerateam bildenden Freundinnen sowie seiner Mutter und seiner Schwester angereist war. Die Preisverleihung habe er als ehrenvolle, den jungen Talenten Respekt bezeugende Zeremonie erlebt. Eine besonders interessante Beigabe seien die „Backstage-Interviews“ der Gewinner auf der Bühne gewesen, mit denen die YouTuber und ihre Motivation intensiver beleuchtet wurden.
Die anfängliche Selbstsicherheit, die seine Auszeichnung beinahe zur Selbstverständlichkeit werden ließ, schmolz am Abend dann doch ein wenig dahin – und er wurde leicht nervös. Denn die beiden weiteren für die Kategorie Nominierten seien richtig gut gewesen, wie er neidlos zugibt. Doch schließlich hieß es: „Der Gewinner ist alexOmay.“ Die Anspannung wich einem Glücksgefühl. „Das war ein großer Meilenstein für mich, ich habe mich wahnsinnig zur Auszeichnung meiner Arbeit gefreut“, schreibt Alex später auf seinem Kanal für die Community, bei der er sich selbstverständlich für die vielen „Likes“ bedankt. Ähnlich wie bei den großen Filmpreis-Verleihungen waren nach der Preisübergabe auf der Bühne Danksagungen der Preisträger erwünscht. Für den extrovertierten Alex kein Problem.
Hier erwähnte er die Freunde und speziell seine Familie, deren Mitglieder immer wieder vor und hinter der Kamera dabei sind. Den Erfolg könne er ohne seine Eltern nicht feiern. Sie hatten ihn stets dabei unterstützt, seinen Weg zu gehen. Gab es einmal einen Misserfolg, so machten sie ihm Mut. „Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Du musst für deinen Erfolg kämpfen“, hatte sein Papa immer gesagt. Der konnte an diesem Abend, als sein Sohn den Youlius entgegennahm, nicht dabei sein. Er wurde zu Hause als Hundesitter gebraucht.
Doch per Live-Stream konnte die dreistündige Gala auch online verfolgt werden. Die Party danach, die für ausgiebiges Kontakteknüpfen genutzt wurde, wurde von Alex und seinen Freunden so richtig ins Rollen gebracht. Mit Luftballons vom Ballonkünstler, Fotostation und einem Live-DJ feierten sie den Abend.
Wie es nun weitergeht mit der YouTube-Karriere des alexOmay, der hauptberuflich als Physiotherapeut arbeitet, wird sich zeigen. Einem unternehmerischen Druck will er sich jedenfalls nicht aussetzen, das Filmen soll ein Hobby bleiben. Doch seine Ideensammlung ist lang und könnte Video-Stoff für mindestens zwei Jahre liefern. In nächster Zukunft will er für seine Clips stärker zusammenarbeiten mit alteingesessenen Koblenzer Unternehmen und Menschen, die als „Koblenzer Originale“ gelten, wie Rainer Zufall oder Ralf Abel. Sehr gut vorstellen könnte er sich zudem, sich in Online-Medienangebote wie „Funk“, dem Content-Netzwerk für junge Leute von ARD und ZDF, einzubringen. Später vielleicht. Im Moment hat sein gerade begonnenes Fernstudium „Medien- und Grafikdesign“ Priorität. Trotzdem fürchtet er sich nicht vor extremen Erfahrungen und ist stets offen für Neues. BSB
Der stolze Gewinner mit seiner Urkunde.
Das Erinnerungsfoto mit allen Gewinnern durfte natürlich auch nicht fehlen.
Gruppenbild vor dem Veranstaltungshaus.
Vor der Verleihung gab es noch Fragen zu beantworten.
