Allgemeine Berichte | 08.02.2017, 12:01 Uhr

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

„Die Zucker-Steuer lässt keine Pfunde purzeln“

Siegburg. Bewusste Ernährung statt neuer Steuern: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat vor einer höheren Besteuerung von zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln gewarnt. „Neue Abgaben würden im Rhein-Sieg-Kreis einen Großteil der rund 3440 Beschäftigten in der Ernährungsindustrie treffen“, sagt Mohamed Boudih. Der Geschäftsführer der NGG Köln spricht angesichts neuer Forderungen aus der Politik von einem falschen Weg: „Eine solche Strafsteuer lässt keine Pfunde purzeln. Kein Übergewichtiger wird durch Steuern schlanker, kein Diabetiker gesünder.“ Es komme vielmehr auf genug Bewegung und den richtigen Ernährungs-Mix an. Und dies könne den Menschen „schon in der Schule“ vermittelt werden.

Eine Steuer auf besonders zucker- oder fetthaltige Produkte belaste einseitig Geringverdiener - und die Beschäftigten in der Lebensmittelbranche, so der Gewerkschafter. Wichtiger als neue Abgaben sei ein „Genuss in Maßen, nicht in Massen“.

Auch die Krankenkassen stünden einer Zucker-Steuer mehrheitlich skeptisch gegenüber und setzten stattdessen auf gesundheitliche Aufklärung. „Wenn die Limo oder die Schokolade zum Luxus wird, dann wären in Nordrhein-Westfalen viele Jobs gefährdet“, betont Boudih. Nach Angaben der NGG sind allein in der nordrhein-westfälischen Zucker-, Süßwaren- und Getränkeherstellung rund 25.000 Menschen beschäftigt.

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