Allgemeine Berichte | 05.07.2016

In Kobern-Gondorf wurde das traditionelle Wein- und Burgenfest gefeiert

Die Zukunft der alten Traditionen liegt nun in jungen Händen

Willi und Monika Moritz übergaben nach 25 Jahren die Aufgaben des Burggrafenpaares weiter

Gerne übergab Willi Moritz sein Schwert in junge Hände, mit dem Auftrag, alte Traditionen weiter leben zu lassen.

Kobern-Gondorf. „Es ist Zeit für etwa Neues“ - ein wenig Wehmut schwang in den Worten von Willi Moritz mit, als er beim Wein- und Burgenfest das Schwert an den neuen Burggrafen übergab. Treffend auch die Worte von Monika Moritz: „Für uns geht ein Lebensabschnitt zu Ende, junge Leute sollen nun den Ort repräsentieren.“

An diesem Wochenende ging auch eine 25-jährige Ära zu Ende. Es war am 1. Juli 1991, als das Ehepaar Moritz zum ersten Mal als Burggrafenpaar für Kobern-Gondorf und die Untermosel im Einsatz war. Zweieinhalb Jahrzehnte waren sie mit Herzblut bei der Sache, der sie viel Zeit widmeten und nicht wenig finanzielle Mittel opferten. Mit ihrem Engagement brachten sie einen Stein ins Rollen, zum Erhalt der alten Traditionen. Nun ist eine neue Generation in den Vordergrund getreten. Mit Weinkönigin Katharina I. und ihren Prinzessinnen Franziska, Maria und Johanna, vertritt seit dem vergangenen Jahr ein junges Team die Heimat.

Sie führten auch beim diesjährigen Wein- und Burgenfest Regie, wurden dabei unterstützt vom Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein, dessen Vorsitz Willi Moritz innehat. Mit ihrer Natürlichkeit, ihrem Humor und neuen Ideen begeistern die Weinmajestäten Jung und Alt. Zur Eröffnung des Festes hatten sie sich eine Weinprobe im Rittersaal ausgedacht, die unter dem Motto stand: „Die Hochzeit von Kobern und Gondorf“.

Während Weine der Kobern-Gondorfer Winzer präsentiert wurden, begaben sie sich gedanklich in das Jahr 1969. Zu dieser Zeit entstand der Wunsch der beiden Moselorte Kobern und Gondorf, sich zu vereinen. Es war ein schwieriges Ansinnen, auch da sie sich in verschiedenen Verbandsgemeinden befanden. Nach mühevollen Verhandlungen erfolgte am 7. Juni 1969 die Vereinigung. Humorvoll entführten die Weinmajestäten ihre Gäste in eine kleine Zeitreise, die von gutem Wein und guter Musik begleitet wurde. Symbolisch für die „Hochzeit“ der beiden Gemeinden vollzogen sie eine Heirat auf der Bühne und sorgten mit ihrem Pointen reichen Spiel für amüsante Unterhaltung. Dabei versäumten sie es nicht, auf die nicht immer harmonische Beziehung der Orte hinzuweisen. Zwischenzeitlich öffneten die Stände auf dem Festplatz.

Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Nach Beendigung der Weinprobe zogen alle zum Marktplatz, wo das Wein- und Burgenfest offiziell eröffnet wurde. Ortsbürgermeister Michael Dötsch hatte die Aufgabe übernommen, das scheidende Burggrafenpaar zu verabschieden. Und das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn 25 Jahre lang vertraten Willi und Monika Moritz ihren Heimatort und steigerten mit ihrem Engagement den Bekanntheitsgrad von Kobern-Gondorf: „Ein riesiges Dankeschön, es ist Euch gelungen, diese Aufgabe zu interpretieren und zu gestalten!“. Seinen Worten folgte als vorläufige Anerkennung ein Blumenstrauß und Moselwein. Eine würdige Verabschiedung soll im Laufe des Jahres in angemessenem Rahmen separat stattfinden. An diesem Abend unterhielt das „Noble Composition Trio“ die Gäste mit Livemusik.

Auf dem Programm des zweiten Festtages stand ein einstündiger, historischer Dorfrundgang, der am Marktplatz startete und im Weingut Dötsch-Haupt mit einer weiteren Weinprobe endete. Diese wurde ebenfalls von den Weinmajestäten moderiert. Der Höhepunkt des diesjährigen Wein- und Burgenfestes war die Ernennung des Burggrafen und seinem Gefolge. Drei „Kowarer Jungs“ vertreten zukünftig als Ritter Heinrich mit zwei Knappen ihren Heimatort und treten zugleich in die „großen“ Fußstapfen des scheidenden Burggrafenpaares. Zu diesem Akt waren Weinmajestäten aus elf Moselorten angereist, darunter auch die Weinkönigin aus Kattenes, obwohl dort selbst ein Weinfest stattfand. Auch Landrat Dr. Alexander Saftig weilte unter den Gästen, wie auch Hans Josef Koggel, der damals als Ortsbürgermeister die Idee eines Burggrafenpaares als Repräsentanten hatte.

Nils Schütt, Peter Dötsch und Marcel Plé sind die „Neuen“

Angeführt vom Musikverein Kobern, zogen sie gemeinsam vom Zuhause des neuen Burggrafen Nils Schütt, begleitet von seinen Knappen Peter Dötsch und Marcel Plé und vielen Gästen zum Marktplatz. Auf der Bühne stellte Willi Moritz die Frage: „Nils, möchtest du dieses Amt wirklich übernehmen? Ihr müsst euer Privatleben ein Stück weit aufgeben.“ Für die jungen Männer war und klar: „Wir machen dat!“.

Da standen sie nun in ihren schlichten, schmucklosen Gewändern – nach dem Motto „Wichtig ist, was drin steckt“ - auf der Bühne. Sie wollen in ihrem Amt ein Zeichen setzen und ein Feuer entfachen, das auf andere junge Menschen überspringen soll, damit Traditionen nicht aussterben. „Im Namen der Gemeinde danke ich euch. Ihr erkennt, was vor der Nase liegt, macht Geschmack auf unseren Ort“, mit diesen Worten gratulierte der Ortsbürgermeister Michael Dötsch. Ritter Heinrich dankte allen Unterstützern, besonders den „Kowarer Jungs“. „Die kann ich überall mit hinnehmen“, sagte er verschmitzt. Dann wurde gefeiert, mit Wein und der passenden Musik von „Music made for you“.

Der dritte Tag des Wein- und Burgenfestes begann traditionell mit einem Festgottesdienst in der Sankt Lubentiuskirche, wo die Kirchenchöre aus Kobern und Gondorf ihre Stimmen erklingen ließen. Anschließend nahm das Festprogramm auf dem Marktplatz seinen weiteren Verlauf, und zwar ganz im Zeichen der Familie. Da lockte eine Verlosung, die Kinder amüsierten sich in der Hüpfburg, beim Kinderschminken und der Kinderbelustigung. Nachmittags zeigten die „Danzmädcha“ und die „SVU Showtanzformation“ ihr tänzerisches Können. „Hot spot“, die Band aus Kobern und Lehmen, sorgte für musikalische Unterhaltung. Den Abend gestaltete mit Livemusik die Koberner Mundartgruppe „Spontan“.

Nun liegt die Zukunft der alten Traditionen in jungen Händen - mit dem Geschmack eines frischen, leichten Weines - die von ganzem Herzen und würdig ihren Heimatort vertreten wollen. Es sind eben „Lokalpatrioten“.

EP

Das scheidende Burggrafenpaar wurde vom Ortsbürgermeister nur vorläufig verabschiedet. EP

Das scheidende Burggrafenpaar wurde vom Ortsbürgermeister nur vorläufig verabschiedet. Fotos: EP

Nils Schütt, Peter Dötsch und Marcel Plé wollen ein Feuer entfachen.

Nils Schütt, Peter Dötsch und Marcel Plé wollen ein Feuer entfachen.

Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tvReinschauen lohnt! Viel Spaß.

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Gerne übergab Willi Moritz sein Schwert in junge Hände, mit dem Auftrag, alte Traditionen weiter leben zu lassen.

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