Allgemeine Berichte | 03.02.2020

Riesige Welle der Hilfsbereitschaft für das Tierheim Ransbach-Baumbach

Die erste Hürde für die Rettung des Tierheims ist genommen

50.000 Euro Spendengelder kamen bereits zusammen – Glückshunde e. V. ist noch auf der Suche nach einer neuen Unterbringung

Der Bestand und Umbau am aktuellen Standort wäre zwar gesichert, würde aber bedeuten, dass weniger Tiere aufgenommen werden könnten. Fotos: KBL

Ransbach-Baumbach. Den engagierten ehrenamtlichen Mitgliedern von Glückshunde e. V. ist die Erleichterung anzusehen: die erste Hürde zur Rettung des Ransbach-Baumbacher Tierheims, das von dem Verein seit 2012 betrieben wird, ist genommen.

50.000 Euro Spendengelder kamen in den letzten Wochen zusammen, die einen Umbau am aktuellen Standort ermöglichen würden. Über Social Media-Kanäle und die lokalen Medien wie BLICK aktuell wurde Anfang Januar die schlimme Nachricht verbreitet: Das Tierheim müsse Ende März geschlossen werden. Die Auflagen des Veterinäramts für Hygienestandards und Quarantänebedingungen waren für den Verein nicht aus eigener Kraft zu stemmen. Doch nicht das Veterinäramt hatte diesen Termin festgelegt – die Vereinsmitglieder von Glückshunde e. V. entschieden, dass es für das Wohl der Tiere notwendig sei, entweder die notwendigen Auflagen zu erfüllen, oder den Betrieb ganz einzustellen. Das Wohl der von ihnen gepflegten Tiere geht ihnen über alles, also trafen sie diese schwerwiegende und traurige Entscheidung.

Fantastische Hilfsaktionen und Spenden aus ganz Deutschland

Doch es geschah, womit niemand zunächst gerechnet hatte. Eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft rollte über ganz Deutschland.

Innerhalb weniger Tage hatte die Facebook-Gruppe „Lasst uns das Tierheim Ransbach-Baumbach retten“ über zweieinhalb Tausend Mitglieder, das Tierheim selbst hat mittlerweile sogar fast 11.000 Follower, in Zeitungen und Fernsehen wurde über die Notlage berichtet. Zahlreiche Vereine, Firmen, Geschäfte und sogar Verbandsgemeindebürgermeister Michael Merz engagierten sich für die Rettung des Tierheims – und tun es weiterhin. „Wir sind völlig überwältigt von der Unterstützung“, fasste Barbara Hauffenmeyer von Glückshunde e. V. im Gespräch mit der BLICK aktuell zusammen, „Es ist wunderbar – wir können nun das Tierheim definitiv weiterbetreiben.“ Allerdings wäre das am bisherigen Standort mit erheblichen Einschränkungen verbunden: Das aktuell vom Tierheim genutzte Gelände bietet nur wenig Platz für die nötigen Um- und Neubauten. Besonders der Bau einer Quarantänestation für neu aufgenommene Hunde würde schwierig werden: „Wir hätten nach der Errichtung einer weiteren Quarantänestation – die wir für absolut notwendig halten – deutlich weniger Platz, um Tiere unterzubringen und aufzunehmen. Das ist ein Dilemma“, erklärte die Tierschützerin weiter. Zurzeit können im Tierheim 12 Hunde und bis zu 25 Katzen einen Platz finden. Kleintiere können zwar nicht aufgenommen werden, für sie hat Glückshunde e. V. allerdings mittlerweile ein Netzwerk an Pflegestellen aufgebaut, wo sie bis zu einer Vermittlung untergebracht werden können.

Es wird weiterhin dringend eine neue Unterkunft gesucht

Deshalb suchen die engagierten Tierfreunde weiterhin Hände ringend nach einem neuen Platz für ihr Tierheim. „Wir würden natürlich gern in Ransbach-Baumbach bleiben, aber auch im Gebiet der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen würden wir gern etwas aufbauen, wenn sich dort ein Platz für uns findet. Aktuell suchen wir mit Hilfe von Bürgermeister Merz das Gespräch mit einigen Eigentümern, aber da ist noch nichts in trockenen Tüchern“, berichtete Barbara Hauffenmeyer weiter, „Ein absoluter Traum wäre natürlich ein alter Bauernhof oder ein Grundstück, auf dem bereits ein Gebäude vorhanden ist, das wir umbauen könnten. Leider schränkt die Bedingung, dass ein Tierheim mindestens 500 m von Wohngebieten entfernt errichtet werden muss, die Möglichkeiten erheblich ein.“

Die Umbauten würden Platz für die Unterbringung nehmen

Mit dem Erreichen der 50.000 Euro für die nötigen Umbauten ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Um den Betrieb des Tierheims auch in Zukunft abzusichern, wünschen sich die Mitglieder von Glückshunde e. V. dringend weitere Mitglieder. „Eine Mitgliedschaft ist ab 10 Euro im Jahr möglich, viele erhöhen den Beitrag allerdings freiwillig. In den letzten Wochen haben wir schon viele neue Mitglieder begrüßen können, das freut uns unheimlich! Jedes Mitglied bietet uns ein bisschen mehr Planungssicherheit, dass wir unser Tierheim auch in Zukunft weiterführen können“, bat Barbara Hauffenmeyer noch einmal um Hilfe. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, mit wie viel Herzblut und Zuneigung die ehrenamtlichen Tierschützer von Glückshunde e. V. ihre Tiere umsorgen und mit welchem Aufwand sie das Tierheim mitten im Grünen führen, ist zu den Öffnungszeiten jeden Donnerstag und Samstag von 16 bis 19 Uhr immer willkommen. Leser, die einen Vorschlag für einen neuen Standort des Tierheims haben, wenden sich bitte mit einer E-Mail an Udo Keller, tierheim-ransbach-baumbach@hotmail.com .

Nach wie vor zählt jede Unterstützung für den Fortbestand des Tierheims Ransbach-Baumbach! Spenden erreichen unter der IBAN: DE45 5739 1800 0007 4795 06 oder per Paypal an tierheim-ransbach-baumbach@hotmail.com sicher die Tiere und das engagierte Tierheim-Team. Jeder Euro zählt und wird dankbar angenommen!

KBL

Noch ist im Katzenhaus wenig los - aber in jedem Frühjahr werden viele Katzenbabies abgegeben und vermittelt.

Noch ist im Katzenhaus wenig los - aber in jedem Frühjahr werden viele Katzenbabies abgegeben und vermittelt.

Liebevoll kümmern sich die Mitglieder von Glückshunde e. V. um ihre Tiere wie hier Barbara Hauffenmeyer-

Liebevoll kümmern sich die Mitglieder von Glückshunde e. V. um ihre Tiere wie hier Barbara Hauffenmeyer-

Etwa 15 Mitglieder kümmern sich aktiv um die Betreuung der Tiere und versorgen sie von morgens bis abends.

Etwa 15 Mitglieder kümmern sich aktiv um die Betreuung der Tiere und versorgen sie von morgens bis abends.

Der Bestand und Umbau am aktuellen Standort wäre zwar gesichert, würde aber bedeuten, dass weniger Tiere aufgenommen werden könnten. Fotos: KBL

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