Großartiges Neujahrskonzert der Verbandsgemeinde Brohltal
„Die himmlische Nacht der Tenöre“ bot ein Klassik-Highlight
Niederzissen. Mit dem schon traditionellen Neujahrskonzert eröffnete die Verbandsgemeinde Brohltal den Reigen ihrer Kulturveranstaltungen im neuen Jahr 2018. „Die himmlische Nacht der Tenöre“ versprach einen musikalischen Zauber der besonderen Art und entführte die Besucher in das Mutterland der großen Opernkomponisten und die Heimat berühmter Tenöre. Die Besucher des diesjährigen Neujahrskonzertes wurden sicher nicht enttäuscht. Die drei Tenöre Georgios Filadelfefs, Boris Taskov und Emil Pavlov, die alle an staatlichen Opernhäuser in Bulgarien engagiert sind, sorgten mit den vier Musikerinnen Milena Ivanova (1. Geige), Evgenia Palazova (Geige), Neli Hazan (Violoncello) und Valentina Vassileva-Filadelfefs (Piano) für ein musikalisches Klangerlebnis der besonderen Art. Mit einer großen Portion Charme und dramatischer Gestaltungskraft übermittelten sie die Botschaft und die Gefühle der Musik an die Zuhörer. Mit ihrem Programm „Die schönsten Arien und Canzonen“ begeisterten sie auch bei ihrem vierten Besuch im Brohltal die Zuhörer in der Bausenberghalle. So konnte Bürgermeister Johannes Bell zutreffend resümieren: „Drei großartige Tenöre, eine exzellente Pianistin und ein virtuoses Streichensemble, alles wahre Meister ihres Fachs, sowie eine bezaubernde Moderatorin boten ein erstes musikalisches Highlight im Kulturangebot der Verbandsgemeinde Brohltal und ließen uns einen wunderbaren Abend genießen.“
Bürgermeister Bell konnte ein voll besetztes Haus in der Bausenberghalle in Niederzissen begrüßen. Unter den Gästen hieß er besonders willkommen den Hausherrn, Ortsbürgermeister Rolf Hans, den 1. Beigeordneten der VG Brohltal Richard Keuler, den 1. Kreisbeigeordneten Horst Gies (MdL), der Landrat Dr. Jürgen Pföhler vertrat, sowie zahlreiche Gäste aus der lokalen Politik und der regionalen Wirtschaft. Besonders begrüßte er die Vertreter der Sponsoren, der Volksbank RheinAhrEifel eG, der Kreissparkasse Ahrweiler, der Energieversorgung Mittelrhein GmbH und der Innogy, für deren Unterstützung er besonders dankte. Sein Dank galt dem Hausherrn für die freundliche Überlassung der Bausenberghalle. Der Chorgemeinschaft Niederzissen dankte er für die bewährte Übernahme der Bewirtung. Ein besonderes Dankeschön richtete er an Gundi Oster für den Blumenschmuck und Jörg Quirbach, der für die Technik zuständig war.
Bell wünschte allen Besuchern für das kommende Jahr Gesundheit, Zufriedenheit und einen positiven Blick in die Zukunft, wobei er aufrief, optimistisch nach vorne zu schauen und nahm als Motto ein Zitat von Karl Valentin, der einmal gesagt hatte: „Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es trotzdem.“
Durch das Programm führte in bewährter Manier Zoya Balkandzhieva, die zu allen dargebotenen Stücken einführende Worte sprach. Sie kündigte mit den Künstlern junge, aufstrebende Tenöre an, die sich bereits in der Musikszene einen Namen gemacht haben. Die Konzertbesucher konnten sich dann davon überzeugen, dass die Tenöre sowie das begleitende Kammerorchester durchaus das hielten, was in den Ankündigungen anklang.
Mit der „Questa o quella“ aus der Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi starteten die drei Tenöre gemeinsam in ein äußerst ansprechendes Programm und zeigten dabei, welch große Klangfülle in ihren Stimmen steckt. Ruhig und gediegen danach Johann Sebastian Bach’s „Arie“, die hervorragend vom Kammerorchester dargeboten wurde. Ausdrucksvoll und stimmgewaltig das Vesti la giubba aus der Oper „Bajazzo“ von Ruggiero Leoncavallo, das Boris Taskov vortrug. Ihm stand anschließend Emil Pavlov mit der herzzerreißenden Arie „Lunge da lei – De‘ miei bollenti spiriti aus Giuseppe Verdi’s Oper „La Traviata“ in Nichts nach. Ebenfalls sehr ausdrucksstark und stimmgewaltig intonierte Georgios Filadel¬fefs aus Verdis Oper „Il Trovatore“ die Canzone „Ah si ben mio“. Kontrastreich hierzu im Anschluss das „Adagio-Albinoni“ von Tommaso Albinoni, das vom Kammerorchester hervorragend dargeboten wurde. Georgis Filadelfefs sang anschließend sehr einfühlsam von Wehmut bei dem „Mille cherubini in coro“ (Das Wiegenlied) aus der Feder Franz Schuberts. Das Kammerorchester bewies danach mit seinem toll intonierten „Intermezzo sinfonico“ aus der Oper „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni, welch großartige Musikerinnen an den Instrumenten saßen. Johann Sebastian Bach hatte seinerzeit das „Ave Maria“ komponiert. Die rund 150 Jahre später entstandene Fassung von Charles Gounod trugen mit ruhiger und doch voller Stimme die drei Tenöre gemeinsam vor. Ebenso die traditionelle sizilianische Canzone „Passione“, die Ernesto Tagliaferri 1934 komponierte.
Nach einer kurzen Pause eröffnete das Kammerorchester mit Antonin Dvorak’s „Humoresque“ die zweite Konzerthälfte. Schwungvoll zeigten sich dann die drei Tenöre gemeinsam beim „La donna e mobile“ aus Guiseppe Verdi’s Meisterwerk „Rigoletto“. Als Schlager machte Heintje 1967 das Lied „Mama“ zu seinem großen Erfolg. Die Ursprungsfassung hatte 1938 Cesare Andrea Bixio ursprünglich für Beniamino Gigli zu Papier gebracht. Boris Taskov ließ das „Mamma“ in der Ursprungsfassung ertönen. Aus der Oper „Liebestrank“ sang Emil Pavlov schwungvoll die Arie „Quanto e bella – L’elisir D’Amore“ von Gaetano Donizetti. Georgios Filadelfefs widmete sich anschließend der ursprünglich von Salvatore Cardillo für Enrico Caruso komponierten neapolitanischen Weise „Core n‘ grato“, die er toll intonierte. Einen „Ohrwurm“, bei dem viele Zuhörer mitsummten, präsentierte das Kammerorchester mit der „Barcarole“ aus der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach.
Aus der Feder von Ernesto De Curtis stammt das 1902 komponierte italienische Lied „Torna a Surriento“, das die drei Tenöre stimmgewaltig vortrugen. Mit viel Gefühl sangen die drei Tenöre auch das 1848 von Theodoro Cottrau komponierte „Santa Lucia“. Erneut bewies sodann das Kammerorchester mit dem „Csardas Monti“ von Vittorio Monti sein Können.
Dass die drei Tenöre nicht nur klassische Arien aus Oper und Operette beherrschen, bewiesen sie anschließend, zeigten sie besonders auch beim abschließenden, von Jose Maria Lacalle stammenden spanischen Lied „Amapola“, das sie volltönig erklingen ließen. Das Publikum ließ die drei Tenöre nicht ohne Zugaben von der Bühne. Gerne kam man dem Wunsch nach und so ließen sie gemeinsam das 1880 von Luigi Denza komponierte und weltweit bekannteste Volkslied „Funiculi, Funicula“ und dem „O sole mio“ (von Di Capua), dem berühmtesten aller italienischen Lieder, beendeten die drei Tenöre ein tolles Konzert. Standing Ovations des Publikums für die Darbietungen der Künstler waren der Dank.
Bürgermeister Johannes Bell sagte allen, die sowohl in der Vorbereitung wie auch in der Durchführung des Konzerts Mitwirkenden Dank. Für Milena Ivanova gab es zum Geburtstag ein Ständchen aller Anwesenden, wobei Georgis Filadelfefs seine Fähigkeiten als Konzertpianist zum Besten gab.
Für die Künstler gab es schließlich als Dank Präsente. Diese ihrerseits dankten dem Publikum und freuten sich bereits auf ein nächstes Mal.
Das diesjährige Neujahrskonzert begeisterte die Zuhörer und war erneut eine Reklame für die weiteren Kulturveranstaltungen der Verbandsgemeinde Brohltal. Langanhaltender Applaus der Zuhörer zeigte, dass auch das diesjährige Neujahrskonzert der Verbandsgemeinde Brohltal ein voller Erfolg war. WK
