Allgemeine Berichte | 21.12.2017

„Gypsy Christmas“ zugunsten des Hospiz St. Thomas in Dernbach

Django Reinhardt entführte ins „Winter Wonderland“

Django Reinhardt begeisterte mit Band und Orchester in der Stadthalle. WR

Ransbach-Baumbach. Django Reinhardt kam mit seiner Band und dem „German Corner Orchestra“ in die Stadthalle nach Ransbach-Baumbach, um das dort vor einem Jahr, wegen des plötzlichen Todes seines Vaters, ausgefallene Weihnachtskonzert nachzuholen. Sein Name, und das Renommee seiner Musiker, bescherte dem Hospiz St. Thomas in Dernbach eine fast ausverkaufte Stadthalle. Elisabeth Disteldorf, die Geschäftsführerin der Katharina Kasper Hospiz GmbH freute sich ebenfalls bei ihrer Begrüßung über die große Resonanz, die dieses Konzert erzeugt hatte. Sie bedankte sich bei Django & Friends, die sich immer wieder in den Dienst der guten Sache stellen würden und dem Hausherrn in Ransbach Baumbach, dem Stadt– und VG-Bürgermeister Michael Merz, der das Projekt des Hospizes in Dernbach immer unterstützt habe und für die kostenfreie Benutzung der Stadthalle für dieses Konzert gesorgt habe. Nach Elisabeth Disteldorf ergriff BM Michael Merz das Wort und versicherte, dass er von ganzem Herzen das Projekt Hospiz in Dernbach unterstützen werde. Als freudige Überraschung konnte er Elisabeth Disteldorf, und anderen Beteiligten, mitteilen, dass eine Benefizveranstaltung in der Stadthalle Anfang Dezember, anteilig mit anderen Organisationen, 5000 Euro für das Hospiz in Dernbach erbracht habe. Für diese Mitteilung erhielt Michael Merz großen Beifall des Saalpublikums. Als besonderen Ehrengast des Abends begrüßte er Wolfgang Kleff, den legendären Torwart von Borussia Mönchengladbach und Mitglied der Weltmeistermannschaft von 1974. Wolfgang Kleff engagiert sich regelmäßig im sozialen Bereich, spielt heute noch in der Lotto-Elf, die inzwischen ca. 1,5 Mio. Euro durch ihre Spiele für soziale Zwecke eingespielt haben.

Im Anschluss nach den Begrüßungen begann unverzüglich das Programm. Zunächst erschienen die Musiker auf der Bühne, empfangen mit freundlichem Beifall. Als schließlich Django Reinhardt die Bühne betrat, steigerte sich der Applaus nochmals. Der anhaltende Applaus war eine Art Vorschusslorbeeren, die das erwartungsfrohe Publikum den Musikern mit auf den Weg gab, und sie wurden nicht enttäuscht. Schon vom ersten Ton an war zu merken, dass es sich um kein gewöhnlichen Weihnachtskonzert handelte, denn die Rhythmen der Lieder waren stark auf das brilliante Spiel der Gitarren von Sascha, Moro und Mike Reinhardt abgestimmt, die dem Ganzen eine besondere Note verliehen. Die Zuschauer erlebten tatsächlich eine „Gypsy Christmas“, der Klang der Instrumente, in Verbindung mit Djangos überwältigender Stimme, entführte die Zuschauer in eine andere Welt.

Die grandiose Unterstützung durch das „German Corner Orchestra“ aus Koblenz rundete das Musik-Erlebnis ab. Im Orchester sind junge talentierte Musikerinnen und Musiker integriert, die von Profi-Musikern begleitet werden. Insgesamt an allen Instrumenten hervorragende Musiker, denen es gelingt, ohne Dirigenten, fehlerfrei, zusammen mit Django, eine musikalische Einheit zu bilden.

Vielfältiges Programm

Das Weihnachts-Programm war in seiner Vielfalt kaum zu überbieten, Eigenkompositionen wechselten mit den einschlägigen, altbekannten Weihnachtsliedern, die jeder kennt und mitsingen kann. So forderte Django von Beginn an, das Publikum könne sich durch Singen oder Klatschen, gerne beteiligen. „Weihnachten für dich und mich“ und „Wenn Gitarren leise“ erklingen waren Eigenkompositionen, dann wieder Songs, die jeder kennt, wie „Santa Claus is coming to town“ und das berühmte „Winter Wonderland“ von Elvis Presley. Django gab vor diesem Song zu, dass es sich um sein persönliches Lieblings-Weihnachtslied handelt. Apropos Elvis, die Ausdruckskraft der Stimme von Django kommt der von Elvis sehr nahe. Wenn man die Augen schließt und seinem Gesang zuhört, könnte man meinen, Elvis würde auf der Bühne stehen. Vor der Pause begeisterte die Instrumentalfassung von „White Christmas“ das Publikum, gespielt von Mike und Moro Reinhardt, in ihrer unnachahmlichen Interpretation und Perfektion. Lautstarker Applaus entließ die Musiker in die wohlverdiente Pause.

Danach ging es Schlag auf Schlag weiter, die Weihnachtslieder wurden nun etwas moderner interpretiert, mehr dem Swing und Jazz angelehnt. Reizvoll der Kontrast der Sprachen, wenn Django bei seinem Gesang von Deutsch ins Englische wechselte, die nächste Strophe dann wieder in Romanes sang. „Winter Wonder World“ und „Heute Abend bei dir“ waren ein starker Start in den zweiten Teil des Konzertes. Es folgte eine unglaublich emotional vorgetragene Instrumental-Version von Mike und Moro Reinhardt, die das „Stille Nacht, heilige Nacht“ dermaßen gefühlvoll interpretierten, dass man eine Stecknadel im Saal hätte fallen hören können, so ruhig war es. Jeder Ton der Gitarren wurde regelrecht aufgesogen, so präzise und behutsam klangen die Gitarren von Mike und Moro. Befanden sich die meisten der Zuschauer noch in einer gedankenverlorenen Welt, wurden sie jäh in die Realität geholt. „Jingle Bells“, eines der wohl bekanntesten Weihnachtslieder, wurde total verjazzt und mit viel Swing vorgetragen, sodass spätestens jetzt die Zuschauer aus dem Häuschen waren. Django hatte das erkannt, denn es folgten mit „Fully tschai“ und „Kaliyaka“ zwei typische Lieder vom Balkan, bei denen Stefan Risse, der Mann mit dem Akkordeon, im Mittelpunkt stand. Staunend konnte man zusehen, wie er sein Instrument „bearbeitete“, er gab den Rhythmus vor, wobei seine Finger nur so über die Tasten seines Akkordeons „rasten“. Nun gab es im Saal kein Halten mehr, die Zuschauer standen teilweise auf, unterstützen dabei den Meister des Akkordeons durch Mitklatschen und sogar Tanzen.

Django wäre nicht Django, wenn er nicht geahnt hätte, dass er nun sein Publikum runterfahren müsste, also folgten „O Tannenbaum“, „Leise rieselt der Schnee“, „Driving home for Christmas“ und „Ach, lass es immer Christmas sein“. Zu allerletzt erklang „Weihnacht ist nicht mehr weit“. Dann stellte Django die einzelnen Musiker vor, die sich ihren vollauf verdienten Applaus abholten.

Den Schlusspunkt unter einem denkwürdigen Konzert setzten Django und das „German Corner Orchestra“ mit dem Weihnachtsklassiker von José Fliciano, „Feliz Navidad“. Django animierte das Publikum zum Mitsingen, was ihm grandios gelang. Alle standen, so sie konnten, klatschten und sangen kräftig den Refrain mit: „I wanna wish you a merry Christmas, from the bottom of my heart“. Dieses Spiel zwischen Bühne und dem Saal dauerte fast zehn Minuten, der Saal wollte sich nicht geschlagen geben. Doch irgendwann ging allen die Puste aus und da Konzert war beendet. Standing Ovations und jubelnder Beifall waren das Wenigste, was die Zuschauer den glücklichen Musikern schenken konnten. Ganz sicher wird jeder Konzertbesucher dieses Abend lange in Erinnerung behalten, so etwas bekommt man sicherlich nicht alle Tage geboten. Natürlich wird sich auch das Hospiz in Dernbach über ein hoffentlich nettes Sümmchen freuen können, denn dort ist immer noch viel zu tun und jeder Cent wird dankbar angenommen.

Mike und Moro Reinhardt (r) an ihren Gitarren.

Mike und Moro Reinhardt (r) an ihren Gitarren.

Django Reinhardt sangWeihnachtshits und eigene Kompositionen.

Django Reinhardt sang Weihnachtshits und eigene Kompositionen.

Django Reinhardt begeisterte mit Band und Orchester in der Stadthalle. Fotos: WR

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