Erinnerung bewahren: Fotoausstellung „Gleis 17… mit der Reichsbahn in den Tod“ in Rheinbach“
Dokumentation eines dunklen Kapitels
Rheinbach. Noch bis zum 27. März 2024 kann im Foyer des Rheinbacher Rathauses die Fotoausstellung „Gleis 17…mit der Reichsbahn in den Tod“ besichtigt werden. Gezeigt werden schwarz-weiß Fotos, überwiegend von Gleisanlagen, die Kurt Dziubek bei seinen Reisen in Polen gemacht hat.
Zusammen mit seiner Frau Waltraud Dettling hat er bei seinen Reisen in das Nachbarland bewusst auch die ehemaligen Konzentrationslager besucht. Beim Anblick fast verschwundener Gleisanlagen, kam dem pensionierten Ingenieur die Idee, diese Zeugnisse der Vergangenheit zu dokumentieren. So ist die Ausstellung, die erstmals 2020 in Gemünd zum Holocaust-Gedenktag gezeigt wurde, entstanden. Das Titelfoto zeigt die Gedenkstätte „Gleis 17“ in Berlin Grunewald, von wo aus die Züge abfuhren, die die jüdischen Mitbürger in die Konzentrationslager brachten.
Als sie jetzt den in Hannover lebenden Pianisten Igor Levit im Fernsehen sahen, der fragte, wo angesichts des zunehmenden Antisemitismus denn die Mitte der Gesellschaft sei, fragten sich die beiden Senioren, welche Möglichkeiten sie hätten, ihren Lebensumständen gemäß ein Zeichen gegen Antisemitismus und gegen das Vergessen zu setzten. „Unsere Motivation war und ist, deutlich zu machen, dass Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen die Todesmaschinerie der Nazischergen ermöglichten und in Gang hielten - aus der Mitte der Gesellschaft, wie die Reichsbahn und ihre Beschäftigten,“ erklärte Waltraud Dettling in ihrer Rede zur Ausstellungseröffnung.
Das Rathausfoyer in Rheinbach bietet für diese Ausstellung den passenden Rahmen, denn es gibt den Blick frei auf den Erinnerungsort für die jüdischen Bürger Rheinbachs - ebenfalls mit Schienen versehen, als Symbol für deren Deportation. Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.
KS
Blick auf die Gedenkstätte im Innenhof des Rathauses. Fotos: KS
