Allgemeine Berichte | 14.02.2024

Kolumne (63)

Dorfgeschichte – Der Brunnen auf dem Zehnthofplatz (1)

Quelle: Flugblatt von Hans und Paula Lutterbeck von 2002

Essig/Odendorf. Beschaffung und Aufbau des Brunnens haben eine lange planerische und teilweise auch kontroverse Vorgeschichte. Wir blicken zurück.

Bereits 1991 behandelte der Bau- und Vergabeausschuss der Gemeinde Swisttal das Thema im Zuge der vorgesehenen Umgestaltung des Ortskerns in Odendorf. Eine weitere Beratung folgte ein Jahr später mit dem Ergebnis, dass aufgrund der allgemeinen Haushaltssituation der Gemeinde das Vorhaben verschoben werden muss.

Die Umgestaltung des Ortskerns in Odendorf gehörte 2001 erneut zu den Tagesordnungs- punkten des Bau- und Vergabeausschusses. Nach Beratung in den Fraktionen gab der Ausschuss in seiner Sitzung am 5. Juni 2002 „grünes Licht“ für den Neubau eines Dorfbrunnens und benannte die Mitglieder für eine Kommission, die den „Basaltlava Block mit Durchbohrungen für die Brunnenanlage“ aussuchen sollte.

Der alte, eher unscheinbare Brunnen mit dem Pumpenschwengel war in die Jahre gekommen. Der Pumpmechanismus war bereits seit fünf Jahren defekt und hätte 15.000 DM Reparaturkosten verursacht, auch weil der Brunnen mehrfach angefahren worden war. Gleichwohl hat er sich, wenn auch bescheiden, harmonisch in das Bild zwischen Kloster, alter Kirche und Zehnthaus eingefügt.

Die Stein-Auswahlkommission mit Vertretern der Fraktionen, Ortsvorsteher Willi Kümpel und Dieter Spiegelhauer vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege sowie Vertretern der Verwaltung nahm nun ihre Arbeit auf.

Ein Blickfang sollte es schon werden, mit einer Mindesthöhe von 1,50 Meter bis 1,80 Meter, damit er auch schon von der Straße aus optisch wahrgenommen werden könnte.

Reparatur oder Installation eines neuen Brunnes?

Hinter dem Ratsbeschluss für die Neubeschaffung stand als treibende Kraft der frühere Ortsvorsteher Heinrich Vornhagen. Dieser musste sich von Teilen der Bevölkerung den Vorwurf gefallen lassen, er wolle sich mit dem Projekt ein Denkmal setzen, was Vornhagen allerdings dementierte.

Das neue Oldendorfer „Schmuckstück“ wurde also bereits im Vorfeld zum Zankapfel. Eine Odendorfer Bürgerinitiative, hauptsächlich in Person des Odendorfer Bürgers Hans Lutterbeck, argumentierte, das Geld könne beispielsweise sinnvoller für einen Wetterschutz an der Friedhofshalle verwendet werden und man habe doch bereits einen schönen Brunnen.

In einem Flugblatt, das Lutterbeck auf dem Zehnthofplatz an die Odendorfer Bürger verteilte, führte er unter anderem an:

„Dieser Dorfbrunnen, ein Steinkoloss, ist keine Verschönerung. NEIN, das ist eine Verschwendung von Steuergeldern, die anderswo dringend und sinnvoller benötigt werden“.

Wir verfolgen das Thema weiter!

Gemeindearchiv

Sammlung Zehnthaus

www.verein-zehnthaus.de

Der Alte Brunnen. Foto: Meike Böschemeyer

Der Alte Brunnen. Foto: Meike Böschemeyer

Quelle: Flugblatt von Hans und Paula Lutterbeck von 2002

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