„Trio Dry“ zu Gast im Alten Bahnhof Puderbach
„Du hast etwas vergessen…“
Erika Kaldemorgen, Jörg Terlinden und Elke Limbach präsentierten ihr neues Programm
Puderbach. Das „Trio Dry“ besteht aus Erika Kaldemorgen, Jörg Terlinden und Elke Limbach, und sein Name ist gleich im doppelten Sinne Programm, denn trocken ist der Humor im neuen Stück auf jeden Fall. In ihrer Mischung aus musikalischer, literarischer und theatralischer Aufführung spielt Erika Kaldemorgen in „Du hast etwas vergessen…“ nach einer Erzählung von Fruttero und Lucentini die Hauptperson Vera, die sich in der Toskana mit Freunden an einer historischen Ausgrabungsstätte verabredet hat.
Vera erzählt zu Beginn von ihrer Ankunft am Jachthafen, den sie in ihren ganz eigenen Bildern wie ein Krankenhaus beschreibt. Als sie endlich die Yacht findet, die sie die ganze Zeit gesucht hat, sind dort nicht die erwarteten Personen, und vor allem erkennen sie sie nicht.
In vielen einzelnen Bildern, die immer wieder von musikalischen Einlagen wie „Highway to Hell“, „Just a Perfect Day“, „Somewhere Over the Rainbow“ oder auch „Der Sommer ist vorbei“ abgelöst werden, begibt sich Vera auf eine Reise von einem Ort in der Toskana zum nächsten. Auf dem Weg zur Ausgrabungsstätte sieht sie einen Verkehrsunfall, der offensichtlich von einem Schaf verursacht wurde und den sie zunächst nur am Rande wahrnimmt.
Endlich an der Ausgrabungsstätte angekommen, geht auch dort alles schief – ihr silberner Armreif ist verschwunden, sie hat ihre Sonnenbrille und den Strohhut vergessen, und sie kann sich nicht an die Verabredung erinnern, nach der sie gefragt wird. Der Titel „Du hast etwas vergessen …“ kehrt immer wieder während des gesamten Stücks.
Lange Odyssee durch die Toskana
Nach einer langen Odyssee erreicht Vera gemeinsam mit der Gruppe die Aufführung, zu der sie den ganzen Tag auf dem Weg war. Auch diese stellt sich als eine Enttäuschung heraus, und Vera verlässt die Gruppe nicht getrieben von Schwachsinn oder Ignoranz, sondern von irgendetwas, das während des Tages passiert sein muss und nicht wirklich greifbar ist. Sie setzt sich in ihren vorher verschwundenen Wagen und fährt los, auch wenn Armreif, Sonnenbrille und Strohhut immer noch verschwunden sind. Das Schaf trottet auf die Straße, ein knorriger Olivenbaum rast auf Vera zu und sie kann nicht mehr ausweichen – alle Bilder des Tages schließen sich letztlich in dem des Unfalls, das zum letzten Bild wird. Jetzt erklärt sich auf einmal auch, dass Vera den ganzen Tag die Ereignisse aus einer komplett anderen Perspektive gesehen hat, denn sie sind in einem Déjà-vu an ihr vorbeigezogen.
„Highway to Hell“ zum Mitsingen
Das begeisterte Publikum in einem bis auf den letzten Platz besuchten Bahnhof forderte eine Zugabe, die es natürlich auch mit dem Song „Wenn du wärst wie dein Lachen“ bekam. Für die zweite Zugabe wünschten die Zuschauer sich eine Wiederholung von „Highway to Hell“, bei der alle kräftig mitsangen.
