Enten zeigen die Kunstgeschichte von der Renaissance bis zur Neuzeit
Duckomenta lädt zum Staunen und Schmunzeln ein
Neuwied. „Ich wollte schon immer mal einen Monet in der Stadtgalerie haben“, begrüßte Amtsleiterin Petra Neuendorf schmunzelnd die Pressevertreter. Das Stadtmarketing hatte die Medien zur Vorstellung der neuen Ausstellung Duckomenta eingeladen. Neben Monet sind ab Donnerstag Werke von Pablo Picasso, Leonardo Da Vinci, Edvard Munch und vielen anderen Berühmtheiten der Kunstgeschichte zu sehen. Natürlich nicht die Originale und nicht mal Repliken, sondern nachempfundene Bilder. Abwandlungen, die alle eins gemeinsam haben: Einen lustigen Entenschnabel.
Die Ausstellung soll einem breiten Publikum vor allem Spaß machen. „Wenn die Besucher lachen, haben wir unseren Auftrag erfüllt“, sagte Petra Neuendorf. Aus einem Fundus von rund 500 Gemälden, Grafiken, Porzellan und Skulpturen haben die Ausstellungsmacher der Duckomenta rund 150 Exponate in der StadtGalerie Neuwied in der ehemaligen Mennonitenkirche aus dem Jahr 1768 installiert und damit den maximal zur Verfügung stehenden Raum ausgenutzt. Geschäftsführerin Anke Doepner präsentierte Goethe, Schiller, Mozart und die US-Freiheitsstatue schnabelverziert. Die USA bzw. der Disney Konzern habe in den 1980er Jahren den Ausschlag für die Ausstellung gegeben. „
Wir wollten der zunehmenden Amerikanisierung und der Vereinnahmung durch den Disney-Konzern augenzwinkernd etwas entgegensetzten“, erklärte Anke Doepner. Ihre vier 1968er geprägten Mitstreiter und die Kunst im Allgemeinen, seien eben durchaus amerikakritisch. Doch schon nach wenigen Jahren habe die europaweit gezeigte Ausstellung einen anderen Kurs eingeschlagen. Man widmete sich der Kunstgeschichte von der Renaissance bis zur Neuzeit. Die Künstler wählten sich berühmte Werke aus, fotografierten die Originale und fertigten daheim Skizzen an. In der Bestimmung der Proportionen liegt die große Herausforderung. Das Malen ist dann fast nur noch Nebensache. Wichtig ist den Machern, dass es sich um echte Malerei handelt, nicht etwa um Computersimulationen. Bis auf 5 Repliken, weil die Originale zu groß sind, zeigt die Duckomenta ausschließlich ihre Originale. Durch Internet Giganten und Datenkraken wie Amazon, Facebook und Google sowie die Befeuerung durch Trumps Politik ist das Thema Amerikanisierung aktueller denn je. Das deutsche Pressemuseum hatte sich daher für seine Ausstellung neben Johannes Gutenberg auch Apple Chef Steve Jobs gewünscht. Für jeden Ausstellungsort fertigen die Macher ein neues Exponat an. Neuwied erhält übrigens einen „Picasso“. Bliebe noch die Frage, warum die Duckomenta auf die Ente setzt? „Aus der Figur kann man viel machen. Sie ist frech, unbequem aber auch kindlich und süß“, erklärte Anke Doepner.
Niedrigschwellige Ausstellung für die Familie
Als Zielgruppe für die Ausstellung definiert die Geschäftsführerin alle Menschen ab 6 Jahre. Die gezeigte Kunst sei niedrigschwellig, also nicht nur etwas für Kunstfreunde bzw. gar Kunstexperten. Kunst sollte generell nicht elitär sein, findet Anke Doepner. Eine ideale Familienausstellung eben. Anders als vielleicht bei vielen anderen Ausstellungen baue sich keine Distanz zwischen dem Exponat und dem Betrachter auf. Vielmehr springe der Funken schnell über. Vor diesem Hintergrund ist auch das Rahmenprogramm zu verstehen, dass viel Spaß verspricht.
So wird es an jedem ersten Sonntag im Monat einen Enten-Marsch geben. Jeweils um 14 Uhr findet ein vergnüglicher Ausflug in die faszinierende Welt der Enten statt. Am 22. September und noch einmal am 2. Februar sind ausdrücklich Großeltern mit ihren Enkeln eingeladen, sich auf die Suche nach den meisten Schnäbeln zu machen. Weitere Termin zum Vormerken: Szenische Führung bei einem Glas Wein am 10. Oktober, 18 Uhr. 15. Oktober (18 Uhr): Szenische Ausstellung mit Überraschungsmenü; 15. November (19 Uhr): Duckomenta und Wein; 4. Dezember: In Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbüro und Kino Weiler wird ein Film über Donald Duck gezeigt, der im wahren Entenleben „kein Superheld“ war; 15. Dezember (16): Boris Weber interpretiert die Comic- und Originaltexte der Enten neu.
Ausstellung läuft bis Februar 2020
Bis 16. Februar 2020 ist die Duckomenta in der Stadtgalerie zu sehen. Petra Neuendorf erklärt die lange Laufzeit mit der großen Bedeutung der Ausstellung, die sie vor einiger Zeit im renommierten Mannheimer Guggenheim Museum entdeckt hatte. „Für Neuwied ist die Duckomenta schon eine große Nummer“, unterstreicht die Leiterin des Stadtmarketings. Geöffnet ist die Stadtgalerie mittwochs von 12 bis 17 Uhr, donnerstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr und 17 Uhr und sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Gruppen nach Vereinbarung. Weitere Informationen: Schlossstraße 2, 56564 Neuwied, Tel.: (0 26 31) 2 06 87 oder E-Mail stadtgalerie@neuwied.de. FF
Weltbekannte Werk wie von Gogh´s Selbstbildnis aus der Kulturgeschichte haben Einzug in die Stadtgalerie gehalten .
Bis Februar 2020 soll die Ausstellung vor allem Spaß machen. Dazu gibt es eine abwechslungsreiches Rahmenprogramm.
Duckomenta Geschäftsführerin Anke Doepner enthüllt den „Picasso“ der eigens für Neuwied gemalt wurde.
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