Allgemeine Berichte | 29.08.2019, 19:00 Uhr

Geologische Führung am bundesweiten Tag des Geotops

Durch die Kaolingrube Oedingen

Am 15. September um 10 und 14 Uhr

Oedingen. In Wachtberg laden am Sonntag, 15. September, dem bundesweiten Tag des Geotops, Dipl.-Geologe Dr. Sven Oliver Franz (Wachtberg) und Dipl.-Geologe Dr. Stefan Thomas (Bonn) Interessierte zu einer etwa anderthalbstündigen Exkursion durch die auf Wachtberger Gemeindefläche liegende Kaolingrube Oedingen ein.

Beginn ist um 10 Uhr (erste Führung) und um 14 Uhr (zweite Führung). Anfahrt, Treffpunkt und Parkmöglichkeit: Von der Wachtbergstraße am südlichen Ortseingang von Oedingen in Höhe der Einfahrt zum Dorfgemeinschaftshaus/Sportplatz nach Nordosten in den asphaltierten Wirtschaftsweg einbiegen, der gekennzeichnete Treffpunkt findet sich nach circa 380 Metern. Von dort sind es noch circa 400 Meter Fußweg bis zur Tongrube. Bitte geeignetes Schuhwerk anziehen: Die Tongrube ist je nach Witterung matschig oder staubig.

Einblick in das Rheinische Schiefergebirge

Die Kaolingrube in Oedingen bietet einen sehr guten Einblick in das stark verwitterte Grundgebirge des Rheinischen Schiefergebirges. Bei den Gesteinen des Grundgebirges handelt es sich um Sand-, Silt- und Tonsteine, die vor etwa 410 Millionen Jahren in einem Flachmeer in der Nähe zur Küste abgelagerten wurden. Das zugehörige Meeresbecken wurde im Rahmen der variszischen Gebirgsbildung im Karbon vor circa 320 Millionen Jahren zusammengeschoben, gefaltet und herausgehoben. Zudem wurde das Gestein durch die Hebung zerbrochen, sodass sich in den Zwischenräumen Quarzgänge und -adern ausscheiden konnten. Über viele Millionen Jahre wurde dieses neu entstandene Gebirge abgetragen, sodass nur ein Rumpfgebirge übrig blieb.

Unter tropischen und subtropischen Klimabedingungen kam es in Jura- und Kreidezeit (vor 201 bis 66 Millionen Jahren) zu tief reichender Verwitterung des Rumpfgebirges. Dies setzte sich auch im Tertiär (vor 66 bis 2,5 Millionen Jahren) fort. Dabei wurden die Gesteine weiß verwittert und in Tone, unter anderem in Kaolinit, umgewandelt. Diese Verwitterungsprodukte wurden erodiert und in kleinen Becken und Gräben wieder abgelagert. Sie bilden heute Tonlagerstätten und können zum Beispiel in den Tongruben von Adendorf und Witterschlick betrachtet werden.

In der Kaolingrube Oedingen wurde vor circa 75 Jahren mit dem Abbau begonnen. Der Kaolin, auch Porzellanerde genannt, dient zur Herstellung von Feinkeramik, als Papierfüllstoff und -beschichtung sowie für viele weitere Anwendungen. Mittlerweile wird nur noch zeitweilig abgebaut und demnächst der Abbau komplett eingestellt. Die Grube ist seit 2003 Naturschutzgebiet und fördert unter anderem den Erhalt der Gelbbauchunke.

Anmeldung erbeten

Um Anmeldung wird gebeten bei Frau Kamradt im Rathaus der Gemeinde Wachtberg, Rathausstraße 34, Tel. (02 28) 95 44 15 3 oder per Mail an melanie.kamradt@wachtberg.de. Die Teilnehmerzahl ist pro Termin auf 20 Personen begrenzt.Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

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