Hitze- und andere Rekorde beim Spring- und Dressurfestival in Dierdorf
Ehemaliger Nationenpreis-Reiter Hardy Diemer belegt Platz 1 und 2 im S-Springen
Turnierhelfer des Reitvereins vollbringen Höchstleistungen bei Höchsttemperaturen
Dierdorf. Mit dem Verbrauch einiger tausend Liter Wasser für die Reitbahn und die Pferde sowie viel Speiseeis und kalten Getränken für die Besucher ging am Sonntagabend das große Spring- und Dressurfestival des Reitvereins Dierdorf zu Ende. Bei Dauertemperaturen von über 30 Grad an drei Tagen wurden nicht nur von den Sportlern, sondern auch von den Helfern der Turniergruppe des Reitvereins Höchstleistungen verlangt. Selbst die Zuschauer waren für jeden Schatten spendenden Baum und jeden Schirm dankbar, von denen sie genügend fanden auf der schönen Reitsportanlage Am Kohlen des Vereins und in der Reithalle der Familie Badé. Hier waren knapp 1.000 Reiterinnen und Reiter in den 27 Spring- und Dressurprüfungen gestartet. Den teilnehmenden Vierbeinern, ihren Betreuern und Reitern fehlte es an nichts während der dreitägigen Veranstaltung. Mit vereinten Kräften hatte eine engagierte Gruppe im Verein wieder für optimale Rahmenbedingungen für guten Sport gesorgt. Die Böden mit dem speziellen Reitsand wurden regelmäßig mit Wasser im Idealzustand gehalten, damit die Pferde bei den Sprüngen und Landungen den erforderlichen griffigen Untergrund vorfanden. Ebenso wurde vom Verein ständig Frischwasser zum Tränken und Abwaschen der Pferde nach ihren Wettkämpfen vorgehalten. Im Parcours, an den Getränkeständen und im großen Gastronomiezelt leisteten die Turniergruppe des RV Dierdorf sowie ihre fleißigen Helfer aus den befreundeten Vereinen Landfrauen Dierdorf, Förderverein Brückrachdorf sowie Unser Brückrachdorf an allen drei Tagen vorbildliche Arbeit. Hier zeigte sich wieder, dass Großveranstaltungen auch mit einem nicht ganz so großen, dafür aber umso kameradschaftlicher zusammen arbeitendem Team durchgeführt werden können - und alle dabei noch Spaß haben können. Zum Dank für ihre Arbeit hat der Verein alle Helfer zu einem geselligen Abend am 24. August im Schützenhaus von Brückrachdorf eingeladen.
Dressur- und Springprüfungen
Im Sport sahen die Zuschauer gute Leistungen in den Dressur- und Springprüfungen. In den Nachwuchsprüfungen konnten Kinder und Jugendliche ihre ersten Reitkünste über Stangen und im Dressurviereck unter Beweis stellen. Die Stadt Dierdorf hatte eigens für die Nachwuchsförderung zwei Pokale für Sieger in einer Dressur- und einer Springprüfung gestiftet, die von Stadtbürgermeister Thomas Vis bei den Siegerehrungen persönlich übergeben wurden. Ebenso hatte Bürgermeister Horst Rasbach für die Verbandsgemeinde einen Ehrenpreis für eine Nachwuchsprüfung gestiftet. Schirmherr des Dierdorfer Spring- und Dressurfestivals war Landrat Achim Hallerbach. Am Freitag hatten Amateur- und Profireiter ihre besten Nachwuchspferde in den Springpferdeprüfungen vorgestellt. Hier schnitten Edgar Langen vom Remagener Hubertushof und Marina Röhrig vom Sonnenhof in Mülheim-Kärlich gut ab, sie gewannen die A- und die M-Prüfungen. Sieger im Springpferde-L wurde Ralf Jünger aus Mayen. Edgar Langen gewann mit seinem Rapphengst Chanteur de noir auch das Zweisterne-M-Springen am Samstagabend. Mit demselben Pferd war Langen bereits vor einem Jahr im selben Springen in Dierdorf siegreich.
Zum ersten mal zeichnete für die Gestaltung und Abmessungen der Hindernisse im Parcours der erfahrene Parcoursdesigner Oliver Nillius aus Windeck verantwortlich, der schon mit dem prominenten Frank Rothenberger beim CHIO in Aachen gebaut hat. Nillius fand immer wieder intelligente Möglichkeiten, durch Linienführung und Optik der Hindernisse die Reiter-Pferde-Paare vor anspruchsvolle Aufgaben zu stellen, die nur mit reiterlichem Können und ohne Überforderung der Pferde, fehlerfrei zu bewältigen waren.
S-Springen mit Stechen
Nicht ganz diesen hohen Anforderungen gerecht werden konnte Michael Deppe im schwersten Springen des Turniers, einem S-Springen mit Stechen zum Abschluss am Sonntag. Mit seinem bewährten Eastwood konnte er ein Hindernis nicht fehlerfrei überwinden und landete auf Platz zwölf in den Rängen - außerhalb des Stechens und der Platzierung. Hier machten Hardy Diemer aus Waldalgesheim und Leonie Schwender aus Meckenheim den Wettbewerb um den Sieg unter sich aus. Diemer hatte im Stechen zwei fehlerfrei Ritte mit schnellen Zeiten hingelegt. Schwender konnte die Zeit zwar toppen, leider aber nicht das letzte Hindernis im Stechparcours fehlerfrei überwinden. Das Resultat: Platz vier in dieser Konkurrenz, hinter Hardy Diemer auf dem ersten und zweiten sowie Ingo Butter (RV Rheinische Höhen) auf Platz drei. Wahrscheinlich hatten sich in diesem Springen auch deshalb alle Teilnehmer besonders angestrengt, weil es als Ehrenpreis einen Swimmingpool zu gewinnen gab, gestiftet von RV-Dierdorf-Vereinsmitglied Jochen Krämer. Alle Ergebnisse des Dierdorfer Spring- und Dressurfestivals auf www.equi-score.de.
Bürgermeister Horst Rasbach von der Verbandsgemeinde Dierdorf gratulierte dem Sieger im Großen Preis von Dierdorf. Die Verbandsgemeinde hatten bei dem Turnier einen Nachwuchsförderpreis ausgelobt.
Naomi Wagner gewann den Ehrenpreis der Jugendförderung der Stadt Dierdorf bei den Dressurreitern. Fotos: -KER-
