Ortsausschuss Morenhoven war aktiv
Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege restauriert
Erneute Einweihung auf dem Friedhof zeigte, dass die Erhaltung der lokalen Kultur des Gedenkens den Morenhovenern sehr am Herzen liegt
Morenhoven. „Ein würdiger Platz zur Erinnerung an die Gefallenen der beiden Weltkriege“, so hatte die Bonner Rundschau am 7. September 1964 über die Einweihung des Ehrenmals auf dem Friedhof von Morenhoven berichtet. Alle Ortsvereine waren damals mit ihren Vereinsfahnen bei der Feierstunde erschienen, um die Einsegnung einen feierlichen Rahmen zu geben. Damals war das Ehrenmal auf Initiative des Dorfverschönerungsvereins vom Kirchenvorplatz weg und in die westliche Ecke des Friedhofs gesetzt worden, weil man den alten Standort als des Ansehens der Gefallenen unwürdig ansah. „Der schönste Platz in unserer Gemeinde ist uns nicht zu schade, den gefallenen Kameraden der beiden Weltkriege eine würdige Gedenkstätte zu schaffen“, hatte damals Ortsbürgermeister Josef Habbig in seiner Ansprache erklärt.
Zahn der Zeit nagte am Denkmal
Doch mehr als 50 Jahre später hatte der Zahn der Zeit doch ziemlich am Denkmal und besonders an seinem Umfeld genagt, sodass der Ortsausschuss die Zeit gekommen sah, den Vorplatz des Ehrenmals auf dem Friedhof in Eigenleistung zu restaurieren. Mit den ersten Arbeiten ging es schon im Frühjahr 2016 los, ein gutes Jahr später wurde jetzt das frisch renovierte Ehrenmal samt dem Vorplatz erneut eingeweiht. „Die Dorfgemeinschaft engagiert sich in vielfältiger Weise für ihren Ort“, lobte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) die Initiative. Sie freue sich, dass mit dem Ehrenmal ein weiteres Projekt umgesetzt worden sei, in einem Bereich, auf den die Bürger großen Wert legten. „Mit Ihrem ehrenamtlichen Einsatz haben Sie bewiesen, dass Ihnen die Erhaltung der lokalen Kultur des Gedenkens sehr am Herzen liegt“, wusste sie. Zugleich hätten die Aktiven einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwohl und die Pflege ihres Ortes geleistet.
Die ehrenamtlich Tätigen investierten insgesamt 73 Arbeitsstunden für die Planung, Organisation und Ausführung der Arbeiten. Die Gesamtkosten von rund 2.100 Euro wurden durch einen Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro aus dem Förderprogramm „Aktiv vor Ort“ des Energieversorgungsunternehmen innogy über deren ehemaligen Mitarbeiter Willi Zimmer getragen, der Rest kam aus Eigenmittel des Ortsausschusses Morenhoven. „Die Bürger haben dazu fleißig gespendet“, wusste Kalkbrenner. Insgesamt seien rund sechs Tonnen Basaltschotter sowie 11,8 Tonnen Steine und Pflaster verbaut und eingebracht worden, zeigte er sich beeindruckt. Dabei habe jeder seine Fähigkeiten und Talente gewinnbringend eingesetzt.
Starkes Wurzelwerk stellte vor Herausforderungen
Angefangen habe man mit Stemmarbeiten, die rund sieben Zentner Bauschutt ergeben hätten. Anschließend wurden die Erdarbeiten für die Verlegung eines Stromanschlusses getätigt, weil man vier LED-Strahler installierte, die das Ehrenmal nachts anstrahlen sollen. „Das starke Wurzelwerk der angrenzenden Bäume stellte die Helfer vor große Herausforderungen“, ergänzte Ortsausschuss-Vorsitzender Norbert Sauren. Mit Hacke und Schippe habe man einen sieben Meter langen und 60 Zentimeter tiefe Graben schaufeln müssen. Nachdem der Untergrund hergestellt war, wurden die Treppenstufen-Elemente eingebaut und das Pflaster von Otto Clemens neu verlegt. Es erhielt als Einfassung eine mehrlagige Mauerumrandung, für die das erforderliche Fundament ebenfalls hergestellt werden musste. Das Regenwasser fließt durch eine Maueröffnung ab. Abschließend wurden die umliegenden Beete von Unkraut befreit und mit Basaltschotter bedeckt, zur besseren Pflege des Vorplatzes wurde ein großer Basaltstein mithilfe eines Traktors auf ein Schotterfeld neben der Anlage versetzt.
Das Denkmal in einen angemessenen Zustand versetzen
„Es war uns nicht nur ein wichtiges Anliegen, den Pflegezustandes des häufig von Unkraut durchsetzten und relativ dunklen Vorplatzes am Ehrenmal nachhaltig zu verbessern“, so Sauren weiter. Es habe auch gegolten, das Denkmal in einen seiner Bedeutung angemessenen Zustand zu versetzen und die Morenhovener dadurch täglich daran zu erinnern, „dass unsere Freiheit und unser Wohlstand auf dem seit über sieben Jahrzehnten werdenden Frieden im Zentrums Europas gründen.“
Die fleißigen Helfer waren Otto Clemens, Christian Klein, Wolfram Krause, Richard Kuchem, Mark Michelbach, Manfred Moll, Jérôme, Joshua und Norbert Sauren, Fritz Scharf, Ralf Schneider und Willi Zimmer. „Dabei ist viel Schweiß, aber Gott sei Dank kein Blut geflossen“, schmunzelte Sauren. Die Einsegnung übernahm Pater Stanislaus, nachdem Ansgar Pöhler das Trompetensolo „Ich hatte einen Kameraden“ gespielt und Sauren gemeinsam mit Kalkbrenner eine Kugeleiche neben dem Ehrenmal gepflanzt hatten. Lediglich die Skulptur auf dem Ehrenmal selbst sei bislang noch nicht restauriert worden, denn das müsse auf Geheiß des Denkmalschutzamtes von einer Fachfirma erledigt werden.
JOST
Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und Ortsausschuss-Vorsitzender Norbert Sauren pflanzten eine Kugeleiche neben dem Ehrenmal.Fotos: JOST Foto: Volker Jost
