Landesversammlung West des Deutschen Bundeswehrverbands
Ehrlich - Engagiert - Erfolgreich
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Unter diesem Motto stand die diesjährige Landesversammlung West des Deutschen Bundeswehrverbands. Der Deutsche Bundeswehrverband, gegliedert in vier Landesverbände West, Süd, Nord und Ost, ist die Interessenvertretung der Angehörigen der Streitkräfte gegenüber der politischen Führung in Berlin, den Landesregierungen und der Öffentlichkeit. In dem Verband sind 75 Prozent aller Bundeswehrangehörigen organisiert.
Die Veranstaltung wurde mit einer Rede des Vorsitzenden Oberstleutnant a.D. Thomas Sohst eröffnet. Nach der Begrüßung der 230 Delegierten und einer großen Zahl von Ehrengästen, unter anderen den Bundesvorsitzenden André Wüst und die Vorsitzenden der anderen Landesverbände. Oberstleutnant Sohst erinnerte daran, dass die Jahresversammlungen seit 1997 regelmäßig in Bad Neuenahr-Ahrweiler stattfinden aus dem einfachen Grund, weil man sich hier im Ahrtal wohlfühle und gut aufgehoben empfindet.
Dann übergab er das Wort an den Ersten Beigeordneten der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler Horst Gies. In seinem Grußwort betonte Horst Gies die gute Zusammenarbeit der militärischen Stellen mit den zivilen Behörden und dankte der Bundeswehr für das positive Miteinander. Er vergaß auch nicht, Werbung für den Ahrwein zu machen, und legte den Delegierten für die Freizeit nachdrücklich eine Weinprobe ans Herz.
Anschließend skizzierte Oberst Erwin Mattes, Chef des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, einige der aktuellen Probleme der Bundeswehr. Kernpunkt ist die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr, die aus vielerlei Gründen nicht vollständig gegeben ist. Hier muss die Politik noch Einiges leisten, um die angestrebten Ziele auch zu erreichen.
Der zweite Tag der Landesversammlung war gefüllt mit den Neuwahlen für den Vorstand des Landesverbands West und verbandsinternen Beratungen.
Der dritte Tag der Landesversammlung West war bestimmt von einem Festakt, der vom Heeresmusikkorps Koblenz unter Leitung von Frau Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe musikalisch begleitet wurde. Der neu gewählte stellvertretende Landesvorsitzende Oberstleutnant Lutz Meier eröffnet die Veranstaltung. Er begrüßte zahlreiche hohe Militärs und Vertreter vieler Organisationen und Vereine.
Die vier Bundesländer, die der Landesverband West umfasst, hatten hochrangige Vertreter ihrer Landesregierung entsandt, die nach einander zu Wort kamen.
Dr. Urban Mauer (Nordrhein-Westfalen), Monika Zöllner (Saarland), Ruth Marx (Rheinland-Pfalz) und Sabine Groth (Hessen) erklärten unisono die außerordentliche Bedeutung des Bundeswehrverbands für die Interessenvertretung der Soldatinnen und Soldaten gegenüber Politik und Gesellschaft. Alle vier Redner berichteten zudem von den Bemühungen ihrer Landesregierung, bei vielen Gelegenheiten Kontaktmöglichkeiten zwischen Bevölkerung und Bundeswehr herzustellen um ein gutes Verhältnis zu erreichen und gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. Die Probleme, mit denen die Bundeswehr derzeit zu kämpfen hat, gerade auch unter den Bedingungen weltweit verschärfter Konflikte, müssen gelöst werden, wenn das international hohe Ansehen der deutschen Streitkräfte bewahrt werden soll.
Ehemaliger Generalinspekteur hielt Festrede
Anschließend betrat General a.D. Volker Wieker, ehemals Generalinspekteur der Bundeswehr, die Bühne, um seine Festrede zu halten. Er spannte einen weiten Bogen von der Rolle der Bundeswehr heute und in Zukunft und den Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, wenn sie diesen Anforderungen gerecht werden will. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde zu lange die Friedensdividende verspeist, nun aber stellen sich neue Herausforderungen. Volker Wieker nannte die Konflikte, die auch die Rolle der Bundeswehr mitbestimmen. Die Lage im Nahen und Mittleren Osten, die Gefahren, die nach wie vor vom IS und seinen regionalen Ablegern ausgehen, die Krise in der Ostukraine und nicht zuletzt die zunehmende Gefährdung durch Cyber-Attacken verlangen ein tief greifendes Umdenken. Eine nur kurzfristige Streitkräfteplanung nach Kassenlage hilft hier nicht weiter. Nur eine Verhältnismäßigkeit der Mittel garantiert das, was erste Priorität sein muss, eine unbedingte Einsatzfähigkeit der Bundeswehr. Volker Wieker betonte zum Schluss aber auch, dass für endlosen Pessimismus kein Platz ist. Vertrauen, Gelassenheit und Zuversicht stehen der Bundeswehr durchaus gut zu Gesicht.
Das Schlusswort sprach der bisherige und wiedergewählte Landesvorsitzende Oberstleutnant a.D. Thomas Sohst. Er bedankte sich zunächst bei Allen, die zum Gelingen einer guten Landesversammlung West 2019 des Bundeswehrverbands beigetragen haben. Er appellierte nachdrücklich an die Bundesregierung, die eigenen Ankündigungen in die Tat umzusetzen, um die Defizite bei Personal, Ausrüstung, Ausbildung und Organisation bei den Streitkräften zu beseitigen. Und er sprach den Wunsch aus, nicht nur mit Worten den Leistungen der Soldatinnen und Soldaten die gebührende Anerkennung zukommen zu lassen.
Damit war der offizielle Teil der Landesversammlung beendet. Beim anschließenden Empfang gab es noch viele Gelegenheiten zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen den Delegierten und den Gästen.
General a.D. Volker Wieker bei seiner Festrede.
Oberstleutnant a.D. Thomas Sohst eröffnete die Landesversammlung West.
