Neue Wegebezeichnungen im Rheinbacher Wald
Eifel- und Heimatverein beschildert Wege mit historischen Bezeichnungen
Erste Wanderung 2013 mit Einkehr im Eifelhaus
Rheinbach. Mehr als 60 Mitglieder des Eifel- und Heimatvereins Rheinbach trafen sich letzten Sonntag zur Eröffnungswanderung 2013 durch den Rheinbacher Wald am Himmeroder Hof. Diese Wanderung endete nicht nur mit der traditionellen Einkehr im Eifelhaus, sondern mit einer Überraschung auf dem letzten Wegestück. Heinz Kessel, erster Vorsitzender des Vereins, Wegewart Karl-Heinz Schlosser und Bürgermeister Stefan Raetz enthüllten das erste von ca. 25 Wegeschildern im Stadtwald. „Einige Schilder stehen schon, andere werden bis Mitte des Jahres hinzukommen“; so Kessel. „Da der Verein in seinem zweiten Wortstamm die Bezeichnung „Heimat“ trägt, haben wir uns so einige Gedanken über die alten Wegebezeichnungen gemacht“, sagte Kessel und weiter: „Damit sie nicht verloren gehen, haben wir alte Karten durchforstet und sind auf ca. 25 historische Namen gekommen.“ Mit Hilfe von Frau Kroymann von den „Neuen Pfaden“, ihren Schützlingen und der Beharrlichkeit von Karl-Heinz Schlosser hat schließlich die Stadt Rheinbach das Holz für die Schilder zur Verfügung gestellt.
Die Jugendlichen von den „Neuen Pfaden“ haben die Hinweisschilder beschriftet und lackiert. Da gibt es zum Beispiel den „Schlebacher Weg“: Der führte nach der ersten Weggabelung hinter dem heutigen Waldfriedhof nach rechts zu den ehemaligen Weilern Groß Schlebach, Scherbach, nach Krahforst bis in die Sürst. „Der längste Weg“ verlief vom Wasemer Turm durch den heutigen Sürster Weg, am St. Martins Friedhof und am Waldrand vorbei, bis zum Frischen Brünnchen. Er endete schließlich in Merzbach. Der heute fast vergessene „Brotpfad“ führte von der Ipplendorfer Kirche über die Floßstraße bis zur „Wolfsgasse“. Der Pfad führte über die Tomberger Straße über den Eulenbach, am Schwarzen Kreuz vorbei, bis zum Weiler „Nussbaum“. Aufgrund einer Stiftung wurde am vierten Fastensonntag nach dem Hochamt in Wormersdorf Brot ausgegeben. Dieses Hochamt war stets gut besucht, auch Besucher aus den Nachbarorten waren dabei. Den Weg, den die Messebesucher nahmen, nannte man daher „Brotpfad“. Der Brauch bestand bis 1916, danach wurden bekanntermaßen Lebensmittelkarten eingeführt.
Weitere alte Wegebezeichnungen, wie zum Beispiel „Kapellenpfad“, „Pilgerpfad“, „Pionierweg oder Seufzerpfad“ werden in den nächsten Monaten im Stadtwald zu sehen sein. Bürgermeister Stefan Raetz bedankte sich beim Eifel- und Heimatverein für das außerordentliche Engagement und bei den Neuen Pfaden für die tatkräftige Hilfe bei diesem Projekt. Er und auch alle Mitglieder des Vereins hoffen, dass die neuen (historischen) Wegebezeichnungen ein Stück Heimatkunde wachrufen und hoffentlich vom Vandalismus verschont bleiben.
STS
Die neuen Schilder mit den alten Wegebezeichnungen sind ein Stück Heimatgeschichte, die nicht so schnell vergessen werden soll.
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