Allgemeine Berichte | 10.07.2019

Freundeskreis Neuwied-Matara e. V. sorgt für Unterkunft und Bildung

Ein Dach über dem Kopf und regelmäßiger Schulbesuch

Gruppenfoto: 27 von 36 Patenkindern am Anura College. Fotos: Privat

Es war ihre 18. Reise an den Indischen Ozean, und ihre Ankunft wurde mit Ungeduld und großer Freude erwartet. Dabei war es nach den schrecklichen Bombenattentaten am Ostersonntag in der Hauptstadt Colombo und an drei weiteren Orten in Sri Lanka nicht klar, ob die 2. Vorsitzende Edeltrud Pinger es überhaupt wagen konnte, wieder nach Matara zu reisen, um sich der vielen Patenkinder und der Projektarbeit am Anura College anzunehmen.

Als es Ende Mai, Anfang Juni wieder ruhiger wurde und Polizei und Militär omnipräsent schien, wagte sie die Reise und kehrte Ende Juni wieder wohlbehalten zurück.

„Es hat sich gelohnt, und es konnte wieder viel Positives bewirkt werden“, so ihr Fazit nach zweieinhalb Wochen Aufenthalt, Arbeit an der Projektschule, zahlreichen Besuchen bei neuen Patenkindern zu Hause, Deutschunterricht und Hilfsmaßnahmen in Härtefällen, Planung neuer Projekte in der Zukunft, die den Schulbesuch und qualifizierte Abschlüsse sichern und somit gute Chancen nach der Schulzeit eröffnen. Zwei einfache Häuser wurden im letzten und Anfang dieses Jahres gebaut für Familien, die obdachlos gewesen wären. Dass sie jetzt in eigenen vier Wänden samt solidem Dach wohnen, mit Licht und Wasser und seit knapp vier Wochen auch mit richtigen Betten, das ist schon fast Luxus für dortige Verhältnisse.

Ein neues Haus für Ajith und seine Familie

Der junge Familienvater Ajith lebt mit seiner Frau und drei Kindern im Alter von sieben, sechs und zwei Jahren auf sechs Quadratmetern. Der etwas größere Wohnraum daneben wird von elf Personen genutzt. Ajith möchte raus aus dieser Enge, hat auch ein winziges Stück Land, etwas Sand und Holz, zwei gesunde Hände, aber keinerlei finanzielle Mittel für Zement, Steine, Fenster, Türen, Wellblech fürs Dach. Mit umgerechnet 500 Euro könnte er sein Häuschen bauen. Edeltrud Pinger unterrichtet den Vorstand in Deutschland und stellt das Geld zur Verfügung. Der Grundstein wurde in den letzten Tagen ihres Aufenthalts gelegt, und die ersten Fotos vom Baufortschritt sind bereits eingetroffen. Die Mutter des Patenkinds Yasmi kann mit dem Stipendiumsgeld für ihre Tochter nicht umgehen, und so wird das Geld von einer Lehrerin verwaltet, die dafür sorgt, dass Yasmi regelmäßig zur Schule kommt, an Förderkursen teilnimmt, medizinisch versorgt wird und etwas Ordentliches zum Anziehen hat. Wir gehen mit ihr einkaufen und sie bekommt – wie allgemein üblich – eine zweite Schuluniform, so dass eine auch immer gewaschen werden kann, und sogar ein anderes hübsches Kleid für die Freizeit, auf das sie unheimlich stolz ist. Krishanis Eltern leben in tiefer Armut. Sie ist die Älteste von fünf Geschwistern und muss mit ihren zwölf Jahren schon tüchtig anpacken. Der jüngste Bruder, zu früh geboren, muss immer noch mit Spezialkost ernährt werden und braucht oft medizinische Hilfe. Der Freundeskreis gibt noch einen kleinen monatlichen Zuschlag zum regelmäßigen Stipendium, damit Krishani auch ihre Kurse besuchen kann.

Asheesha, Upendri und Malki wünschen sich so sehr einen kleinen Schreibtisch und einen Stuhl, damit sie nicht mehr auf dem harten Fußboden sitzen und arbeiten müssen. Für knapp 60 Euro sind die beiden Teile für die drei mal schnell besorgt, und das wertvolle Mobiliar wird sofort nach Hause geliefert.

Auch Dinithi ist die Älteste von vier Geschwistern und muss jetzt gut mithelfen, weil die Mutter bei einem Unfall Elle und Speiche des rechten Unterarms gebrochen hat. Die Familie steht unter Druck, weil der Vermieter ihnen gekündigt hat. Grund: Die Kinder sind zu laut, und sie haben im Innern der Wohnung Wände bemalt. Das Angebot, mit einem Eimer Farbe Abhilfe zu schaffen, wirkt nicht. Die Entscheidung steht. Es wird schwer werden, für die sechsköpfige Familie bald etwas zu finden, das bezahlbar ist.

Janirus

Janirus Vater kam bei einem Unfall ums Leben und ließ ihn, seinen jüngeren Bruder und seine junge Frau zurück. Statt mit ihrer Schwiegertochter zu trauern und sich ihrer und der Enkelkinder anzunehmen, wollen die Schwiegereltern nichts mehr von ihr wissen und verstoßen sie aus ihrem Haus. Mit Unterstützung der deutschen Paten kann der clevere Junge seinen Weg machen.

Solche und ähnliche Schicksale gibt es bei fast allen der knapp vierzig Patenkinder. Und wenn man diese Situationen auf die mehr als tausend Schüler aus einkommens- und sozialschwachen Familien hochrechnet, wird deutlich, dass der großen Zahl dieser Kinder in erster Linie vor allem durch gute Schulbildung begegnet werden kann. Deshalb will der Freundeskreis die Schule beim Bau eines neuen Komplexes mit neuen Klassenräumen und einem kleinen Internat unterstützen, wodurch die Schulbildung für alle aus dem wirtschaftlich schwachen Einzugsgebiet des Anura College aufgewertet und gesichert würde. Und genau das würde Zukunftschancen eröffnen, vergrößern und sichern.

Spenden sind willkommen

Hier bittet der Freundeskreis Neuwied-Matara e. V. um kräftige Unterstützung durch kleine und auch gerne große Spenden (gegen Spendenquittung) auf das Konto bei der SK Neuwied, IBAN: DE58574501200030041800. Der Reisebericht vom Juni mit mehr Details kann auf der Homepage www.tsunami-kinder-matara.de abgerufen werden.

Dinithi und ihre Familie sollen bald aus dieser Mietwohnung.

Dinithi und ihre Familie sollen bald aus dieser Mietwohnung.

Ein Dach über dem Kopf und regelmäßiger Schulbesuch

Ein Dach über dem Kopf und regelmäßiger Schulbesuch

Gruppenfoto: 27 von 36 Patenkindern am Anura College. Fotos: Privat

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