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Tage der offenen Höfe in Gelsdorf

Ein Dorf wurde für ein Wochenende zu einem Open Air-Bauernhof

„Landwirtschaft zum Anfassen“ ist vor allem für Familien mit Kindern nach wie vor ein Renner – Etwa 10.000 Besucher nutzten die Angebote aus Landwirtschaft und Handwerk -

25.10.2017 - 08:30

Gelsdorf. „Landwirtschaft zum Anfassen“ ist immer noch ein Renner, vor allem bei Familien mit Kindern. Den Beweis dafür lieferte die 22. Auflage der „Tage der offenen Höfe und Betriebe“ in Gelsdorf, bei denen die Landwirte, Handwerker und Gewerbetreibenden das Grafschafter Dorfes einmal mehr ein umfangreiches Programm zusammengestellt hatten. Der Interessengemeinschafts-Verein als Veranstalter lockte mit einer ausgewogenen Mischung aus Tradition und Moderne erneut etwa 10.000 Besuchern nach Gelsdorf, dass für ein Wochenende zu einem einzigen „Open-Air-Bauernhof“ mutierte. Vor allem Großeltern nutzten dabei die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Enkeln einen Blick hinter die Kulissen der bäuerlichen Landwirtschaft und der kleinen Handwerksbetriebe zu werfen. Im Gegensatz zur älteren Generation ist vielen „Kindern von heute“ nämlich gar nicht mehr bekannt, wie überhaupt eine Kuh aussieht und wo der Apfel herkommt.


500 hölzerne Raben wechselten den Besitzer


500 hölzerne Raben beobachteten in geordneter Formation die feierliche Eröffnung vor dem „Holzwerk“, der handwerklichen Möbeltischlerei von Judith Cramer. Nicht nur die Ehrengäste waren davon überaus angetan, die von „Nachwuchsdrechsler“ David hergestellten Rabenvögel hatten in Windeseile den Besitzer gewechselt. Die Idee für das Rabenmotto hatte die Grafikdesignerin und Tierzeichnerin Karen Meunier aus Vettelhoven, die ihre aktuellen Rabenbilder ausstellte. Skulpturen in Holz und Stein steuerte Diplombildhauerin Meret Irion aus Bad Neuenahr bei, die Werke der beiden Künstlerinnen harmonierten hervorragend miteinander. Auch der BUND griff das Thema auf und hatte mit dem Ornithologen Klaus Puchstein einen Experten mit dabei. Kinder und Junggebliebene ließen sich derweil im überdimensionalen Rabennest Rabengeschichte vorlesen und erzählen. Der Verein „Frankensiedlung Nithrindorp“ berichtete nicht nur über sein Vorhaben, sondern machte auch mit Biowein aus dem Ahrtal und leckeren Flammkuchen auf ihr SoLawi-Projekt der solidarischen Landwirtschaft aufmerksam.

Das Forstamt Ahrweiler zeigte an seinem Stand die Geschichte von 200 Jahren Waldentwicklung im Kreis Ahrweiler auf, passend dazu hatte die Kreisjägerschaft Ahrweiler ihre rollende Waldschule aufgebaut, um Kindern und Erwachsenen die ansonsten scheuen Wildtiere wie Hase, Fuchs und Marder einmal aus nächster Nähe – wenn auch ausgestopft – näher zu bringen. Der Kreisimkerverband präsentierte sich ebenfalls und demonstrierte Sehenswertes aus dem Leben der Biene.


Kühe streicheln und Chicorée probieren


Zum Staunen und Anfassen stand bei Thomas Gerharz die Limousin-Mutterkuhherde bereit, das „Kühegucken“ unvorsichtige streicheln der imposanten Milch- und Fleischlieferanten machte hier ebenso viel Spaß wie das Toben auf der riesigen Strohburg. Den 1400 Kilo schweren Bullen sollte man dabei allerdings nicht unbedingt zu sehr ärgern. Gleich nebenan bei Theo Münch wurde der Chicorée präsentiert. Die Gäste konnten alle Schritte seiner Verarbeitung verfolgen.

Bei Obstbauer Peter Schöneseiffen stand die neue Apfelernte im Fokus, die allerdings sehr bescheiden ausfiel.


Obst gibt es auch in flüssiger Form


Der Obsthof Schweinheim-Brünagel präsentierte nicht nur seine Früchte, sondern auch die daraus gewonnenen leckeren Obstschnäpse, mit denen sich der eine oder andere Gast gerne kurz aufwärmte. Fürs leibliche Wohl war ohnehin in sämtlichen teilnehmenden Betrieben gesorgt, darüber hinaus dreht die „Porchetteria“ Breuer riesige gefüllte Schweinebraten nach toskanischer Art oder gar ein komplettes Spanferkel über dem offenen Feuer. „Tina’s Partyservice“ lockte mit Sauerkrautsuppe, Spießbratenbrötchen oder Döppcheskoche nach traditioneller Art.

Am unverwechselbar bollernden Klang erkannte man die Lanz Bulldogs, die zusammen mit fast 80 weiteren Oldtimer-Traktoren an beiden Tagen die Straßen des Dorfes schmückten. Ob Kramer, Eicher, Porsche, Hanomag oder Fahr – hier gab es einen interessanten Rückblick auf die Historie der Landmaschinen. Mit modernstem Gerät hingegen rückte Oliver Schulz einem Dutzend Baumstämmen zu Leibe, denn der Kettensägen-Künstler aus Löhndorf schuf wieder seine erstaunlich filigranen und naturnahen Skulpturen.

Kartoffeln konnten die Besucher gleich zentnerweise im Sack mit nach Hause nehmen, Eier von freilaufenden Hühnern waren ebenso beliebt wie der „Grafschafter Goldsaft“ aus dem benachbarten Meckenheim. Passend zum landwirtschaftlichen Thema bot auch Michael Groß seine selbstgebundenen Reisigbesen zum Verkauf, die Monschauer Senfmühle hatte den Mostrich in zahlreichen Geschmacksrichtungen und Schärfegraden vorrätig, vom Kaisersenf bis zum schlesischen Kümmelsenf. Groß war auch die Nachfrage nach pädagogisch wertvollem Holzspielzeug, antikem Mobiliar und allerlei Trödel aus längst vergangener Zeit.


Viele engagierten sich für einen guten Zweck


Für den guten Zweck engagierte sich eine Reihe von Vereinen: Die kfd verkaufte Kuchen im Jugendheim, während die Landfrauen Informationen, Rezepte und Verkostungen zum Thema „Lebensmittelverschwendung vorbeugen durch überlegte Vorratshaltung und Resteverwertung von Lebensmitteln“ im Angebot hatten und ein Landfrauencafé anboten. Der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e.V. bot am Infostand den kleinen Besuchern die Möglichkeit, lustige Bilder auszumalen, Buttons selbst zu entwerfen oder bunte Luftballons zu erwarten. Bei der Tombola am Stand des Förderkreises gab es praktisch keine Nieten. Die Messdiener sammelten für die Jugendarbeit, und der „Bunte Kreis Bonn-Ahr-Rhein-Sieg e.V.“ bastelte mit Kindern schöne Erinnerungen an die Tage der offenen Höfe. Unvergesslich wird vielen Gästen auch die obligatorische Kutschfahrt mit Willi Hohns Gespann bleiben oder die Treckerrundfahrt durch die Gelsdorfer Obstplantagen.

Erstmals beteiligten sich auch die Betriebe des neuen Gelsdorfer Einkaufszentrums am Ortsrand an den „Tagen der offenen Höfe“, unter anderem mit unschlagbaren Angebote am verkaufsoffenen Sonntag.

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S. Schmidt:
Ergebnis einer neuen Umfrage in Deutschland: 2/3 der Befragten befürworten ein Abschaffung des EEG und ebenfalls 2/3 würden aus Gründen des Umweltschutzes NICHT auf ihr Auto verzichten. Ziemlich Eindeutig, entgegen dem was uns Politik und Medien ständig einreden. Und ein Supergau für die Feinstaubjünger wenn sich bestätigt, was in Würzburg bereits gemessen wurde: Kein Verkehr und dennoch schlechte Luftqualität.
juergen mueller:
Diese "gespielte" Hilfsbereitschaft täuscht nicht darüber hinweg, dass dies alles nur einem Zweck dient - dem Vorspielen von Für- u.Vorsorge - einfach, weil es zum politischen Geschäft dazu gehört. Poltische Vertreter sind auch nur Menschen, die von jeher nur eines im Sinne hatten - DAS eigene WOHLERGEHEN und das Bedürfnis, daraufhin zu arbeiten, nicht in Vergessenheit zu geraten, in der nächsten Wahlperiode wiedergewählt zu werden. Passend in die Kategorie: "Unglaubhaft, Täuschen und Verlogen". Wenn sich eine Fraktionsvorsitzende als gutes Beispiel bezeichnet, dann ist das nur ein Beispiel dafür, dass man selbst nicht mehr in der Lage ist den Unterschied zwischen "Ehrlichkeit u.Unehrlichkeit" zu erkennen.
juergen mueller:
Herr Bäker - neueste Erkenntnisse haben in Bezug auf Schutzmasken wie auch auf andere Bereiche Hochkonjunktur, der man nicht alles glauben sollte. Ich finde, dass jeder das tun sollte, was er für richtig hält und demzufolge selbstgefertigte Masken anfertigen/tragen sollte, wenn es denn beruhigt. Es liegt mir fern, den Bemühungen, dieser Krise etwas Gutes abzugewinnen u.etwas persönlich dagegen zu tun,negativ gegenüberzutreten.
Jens-Uwe Bäker:
Herr Müller: die einfachen Masken haben nach neuesten Erkenntnissen sowohl einen nennenswerten Schutz der Mitmenschen als auch einen kleinen, aber ebenso wichtigen Eigenschutz. In sofern in der Pflege und Betreuung ein wertvoller Schutz für alle. So bleiben die medizinischen Masken für die Personen, die in den Infektiösen Bereichen tätig sind.
juergen mueller:
Bei all der sicherlich gutgemeinten Hilfsbereitschaft sollte man nicht vergessen, dass diese vermeintlichen "Mundschutzmasken" KEINEN Schutz vor einer Infizierung darstellen, weil maßgebliche Inhalte wie z.B. FILTER oder angepaßte, schlußdichte Formgebung fehlen. Das alles unter stille Helden zu vermerken, entspricht nicht den Tatsachen u.halte es für übertrieben. Diejenigen, die wirklich für uns da sind, Ärzte, Pflegepersonal in Krankenhäusern/Alten- u.Pflegeheimen, caricative Einrichtungen etc.,das sind die denjenigen, die unsere Hochachtung und unseren Respekt verdienen. Wir neigen dazu, uns in Krisenzeiten etwas anzueignen, was uns ohne groß nachzudenken nicht zusteht, ohne darüber nachzudenken, ob es sinnvoll ist oder nicht.
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