Allgemeine Berichte | 02.12.2016

Siebte Auflage der Breisiger Verzällche

Ein Erfolgsformat

Ein wiederum unterhaltsamer Abend in Poesie und Prosa

Das „Verzällches-Team“ (v. l.): Dirk Pollerberg, Biggi Geef, Fuzzy Dreesbach, Inge Schmitz, Kurt Schalenberg, Laura Herter, Waldi Fabritius, Willi Fuhrmann, Robert Hoß, Egon Lammerich.  FA

Bad Breisig. „Näh, wat wor dat wieder schön …“ Dieses Urteil hörte man immer wieder von Besuchern, die nach zwei Stunden kurzweiliger Unterhaltung aus den siebten „Breisiger Verzällche“ nach Hause gingen. Tatsächlich: Die Mischung war das richtige Rezept für den Abend. In erster Linie begeisterte die rustikale, in Mundart vorgetragene Erinnerung an das einstige Leben auf dem Land, gewissermaßen an „Bauere-Kröm“; Geschichten aus den einst idyllischen Bauerndörfern Oberbreisig, Zissen und Heimersheim. aus deren Küchen, Scheunen, Hinterhöfen und Viehställen. Zum Beispiel köstliche „Verzällche“ von Robert Hoss. Er weckte unter adnerem die viel belachte Erinnerung an den Ziegenbock, der ein Zwitter war, den man erst gründlich mit Alkohol „abfüllen“ musste, um sein Fleisch verzehrfähig zu machen. Oder an den „Degens Hannes“, der mit stinkender Kleidung direkt vom „Puddel-Ausfahren“ in die Schule kam, und dort vom Lehrer Hugo Zimmermann – wie erhofft – wegen unerträglichen Geruchs vom Unterricht suspendiert wurde. Oder Willi Fuhrmanns Bericht vom Heu-Einfahren und -stapeln mit der „janze Zissener Famillich“. Dazu der nicht vorhergesehene „freche Eindringling“, Manfred Kolling aus „Heimersche“, mit seinem höchst witzigen Verzäll von der Aufklärungsstrategie seiner Eltern. Das Landleben hat eben überall seine reizvollen Erinnerungen. Und „dat die kleine Limmesje net de Baach eronne jeschwomme kohme“, sondern aus einer natürlichen Zeugung entstanden, das kriegten die „Heimersche Pänz“ irgendwann heraus.

Erinnerungen, „wie es mal war“

Es gab an dem Abend aber auch mit verhaltener Stille genossene, fein gesponnene Poesie, auch sachliche Erinnerungen, besinnliche Gedanken-Geflechte in Reim und Prosa. So die Schilderung von Inge Schmitz von den Verkehrsverhältnissen in der Zehnerstraße „wie sie mal war“, von deren abgerissenen historischen Häusern, den Geschäften und ihren Menschen. Oder die fröhlichen Pläne von Biggi Geef, den „Zwibbelsmaat“ durch Installation einer „Zwiebelskönigin“ aufzuwerten. Zudem wurde der Anklang an den Advent nicht vergessen: „Fuzzy“ Dreesbach outete sich als höchst spaßiger, etwas zu dick geratener Nikolaus. Und da gab es noch Dr. Dirk Pollerbergs schöne, nachdenkenswerte Songs am Klavier, zum Beispiel das Couplet vom „ahle Maatmann“.

Laura I. als Ko-Moderatorin

Wie gesagt: Die Mischung all dessen war der Grund für aufmerksames, oft atemlosen Zuhören, angefüllt mit Fröhlichkeit, oft unterbrochen von Lachsalven und immer wieder aufflammendem Beifall. Durchaus erlebenswert auch die Schilderung der beiden Freunde Kurt Schalenberg und Egon Lammerich, deren Erinnerungen sich um die letzten Kriegstage und die folgenden Erlebnisse mit amerikanischen „Blackmen“ rankten. Waldi Fabritius, ideenvoller Organisator des Abends, hatte sich hinsichtlich Moderation mit der hübschen quellenstädtischen Brunnenkönigin Laura I. verstärkt. Sie verstand es, mit viel Charme und Selbstsicherheit Brücken zwischen den einzelnen Beiträgen zu schlagen. Ihr Mitwirken war ein echter Gewinn für die siebten „Breisiger Verzällche“.

Schon bald wurde die Frage nach der achten Auflage der Veranstaltung laut. Ja, die kommt, nach Plan aber erst wieder am letzten Donnerstag im November 2017. Dieser Termin ist mittlerweile Tradition. Und dann wird auch wieder um Spenden für karitative Zwecke gebeten. So wie zuletzt, als der ansehnliche Überschuss der Stefan-Morsch-Stiftung zugutekam, die die Therapie für Leukämiekranke unterstützt. Das auch diesmal dreistellige Ergebnis stellt das ehrenamtlich tätige, befreundete, elfköpfige „Verzällches-Team“ für eine weihnachtliche Überraschung von bedürftigen Kindern und Senioren zur Verfügung. Auf diese Weise verbreiten die „Breisiger Verzällche“ nicht nur bei der Veranstaltung, sondern gleich noch ein weiteres Mal Freude. FA

Das „Verzällches-Team“ (v. l.): Dirk Pollerberg, Biggi Geef, Fuzzy Dreesbach, Inge Schmitz, Kurt Schalenberg, Laura Herter, Waldi Fabritius, Willi Fuhrmann, Robert Hoß, Egon Lammerich. Foto: FA

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