50. Geburtstag der Gemeinde Swisttal
Ein Fest von den Bürgern für die Bürger
Rund um das Ludendorfer Rathaus und im Ortskern von Ludendorf gab es zahlreiche Attraktionen
Ludendorf. „Unsere Idee ist aufgegangen, ein Fest von unseren Bürgern für unsere Bürger zu machen – viel besser hätte es eigentlich gar nicht laufen können“, freute sich Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) über den bemerkenswerten Erfolg des Bürgerfestes anlässlich des 50. Geburtstages der Gemeinde Swisttal. Rund um das Rathaus in Ludendorf hatten sich zahlreiche Vereine aus der Gemeinde vorgestellt und zum Selbermachen eingeladen, zudem gab es auf der eigens aufgebauten Bühne jede Menge musikalischer Auftritte und sportlicher Mitmach-Aktionen.
Bei herrlichem Sommerwetter, das manchen Gästen schon fast ein wenig zu viel Sonne spendierte, gab es jede Menge zu bestaunen und zu sehen. So informierte das Deutsche Rote Kreuz ebenso wie der Gewerbeverein Swisttal über seine Aktivitäten und warb zugleich um neue Mitglieder.
Die Messdiener der katholischen Kirchengemeinde Swisttal waren in der Woche nach ihrer 72-Stunden-Aktion noch einmal für das Projekt „Goedgedacht“ in Afrika im Einsatz und sammelten 2-Euro-Spenden dafür. Auf der Goedgedacht-Farm in Südafrika engagieren sich Sozialarbeiter für ein besseres Leben der Kinder von Farmarbeitern und gegen den Klimawandel, so Pater Marek.
Flugzeugmodelle verschiedener Größen machten Eindruck
Der Modellflugverein MFC Rheinbach-Swisttal beteiligte sich samt seiner Jugendgruppe mit einer Ausstellung von fast zwei Dutzend Flugzeugmodellen verschiedener Größen, darunter ein 1:3-Modell einer Albatros DV mit drei Metern Spannweite und 2,70 Metern Länge. Das 23 Kilo schwere Flugzeug mit seinem 6-PS-Motor wurde vom Vereinsvorsitzenden Norbert Simon in anderthalbjähriger Bauzeit zusammengeschraubt und glänzt mit zahlreichen sehenswerten Details, vor allem im Cockpit. Aber auch der Roco-Kunstflugtrainer von Walter Justen, weitaus weniger filigran, stieß auf das Interesse der Gäste.
In zwei Wochen, vom 14. bis 16. Juni, feiert der Bürgerverein Essig sein 40-jähriges Bestehen rund um das Josef-Bienentreu-Haus mit jeder Menge Musik und Aktivität an drei Tagen. Beim Bürgerfest sorgten die Mitglieder um die Vorsitzende Johanna Bienentreu mit frisch zubereiteten Reibekuchen für das leibliche Wohl der Gäste.
Eindrucksvoll war die Ausstellung von 14 historischen Fahrzeugen, die die Oldtimerfreunde Swisttal-Odendorf aufgefahren hatten, darunter zahlreiche betagte Trecker, die auch durchaus schon etwas Patina angesetzt hatten. Das Glanzlicht hatte Christoph Krämer mitgebracht, eine Kramer-Zugmaschine aus dem Jahr 1959, die praktisch unzerstörbar ist und deren 5,1 Liter großer Sechszylindermotor von Deutz immerhin 80 PS leistet.
Bürgermeisterin stellte sich beim Angeln geschickt an
Die Angelfreunde Swisttal zeigten bei ihrem „Angel-Casting“ auf der Wiese, wie man einen Köder mithilfe eines Bleigewichtes zielgenau platzieren kann. Das probierte sogar Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner einmal selbst aus und stellte sich dabei gar nicht mal so ungeschickt an, wie Ratsmitglied und Vereinsvorstand Andreas Hoheisel zugeben musste. Die Bürgermeisterin war ohnehin an jeder Ecke des Geschehens zu finden und hatte am Abend wohl einen der anstrengendsten Tage ihrer Bürgermeister-Karriere hinter sich.
Derweil konnten sich die Kinder beim Tischtennis, beim Fußballspiel oder im Märchenzelt mit Märchentante Gudrun Blum entspannen, außerdem wurden Luftballons steigen gelassen, Kinder geschminkt und vieles mehr. Im Ratssaal, wo auch die Sitze der Gemeinderatsmitglieder mit Namenschildern originalgetreu aufgebaut waren, präsentierte sich der Partnerschaftsverein Swisttal-Quesnoy und lud zu einem Partnerschafts-Quiz ein.
Auf der Bühne trat unter anderem das Musikensemble „Courage“ des Vereins „Leben mit Autismus“ auf, es gab eine afrikanisch-deutsche Trommelaufführung und einen Tanzauftritt der Kinder der offenen Ganztagsschule Buschhoven, beides organisiert von Gudrun Blum.
Der SSV Heimerzheim animierte Kinder und Jugendliche zum schweißtreibenden Zumba bei seiner Mitmachaktion, und zum krönenden Abschluss des Festes trat die Gruppe „Don’t stop the Beat-les“ zu einem umjubelten Konzert mit den größten Hits der Liverpooler Pilzköpfe auf.
Die größte deutsche Schieblehre
Doch nicht nur rund um das Rathaus wurde das Bürgerfest gefeiert, auch im Ort Ludendorf gab es mehrere Anlaufstellen für interessierte Besucher. So hatte das Archiv der Gemeinde Swisttal zu einem „Tag der offenen Tür“ geladen, bei dem Gemeinde-Archivarin Hanna Albers unter anderem eine Ausstellung des Kreisarchivs Siegburg über „200 Jahre Rhein-Sieg-Kreis und seine Vorgängerkreise“ präsentierte.
Ein Stockwerk darüber hatte auch die katholische Pfarrbücherei ihre Türen geöffnet, sie bot zudem noch zahlreiche Bücher auf einem Bücherflohmarkt feil. Gleich dreimal las Autor Peter Wißkirchen dort aus seinem neuen Buch „Christus kam bis Ludendorf“ vor.
Gegenüber dem Dorfhaus zeigte Willi Bregula seine Privatsammlung mit historischen Gebrauchs- und Alltagsgegenständen, darunter die „größte deutsche Schieblehre“ mit zwei Metern Länge.
Zudem hatte die Löschgruppe Ludendorf der Freiwilligen Feuerwehr zu ihrem alljährlichen Feuerwehrfest eingeladen, bei dem sämtliche Feuerwehrfahrzeuge der Gemeinde Swisttal präsentiert wurden, wenn auch nicht alle gleichzeitig, sondern immer in Vierergruppen. JOST
Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner zeigte Talent beim Angel-Casting der Angelfreunde Swisttal. Foto: Volker Jost
Walter Justen zeigt sein Modellflugzeug, einen Roco Kunstflugtrainer. Foto: Volker Jost
Im Archiv der Gemeinde Swisttal läutete Archivarin Hanna Albers die sehenswerten Ausstellungsobjekte, unter anderem auch für Dr. Maria B urger vom Verein Zehnthaus Odendorf. Foto: Volker Jost
Christoph Krämer präsentierte unter anderem seine Kramer Allrad-Zugmaschine aus dem Jahre 1959. Foto: Volker Jost
