Der Monat im Garten
Ein Frühlingsstreif am Horizont?
Wachtberg. Mitte Februar, ist das nun schon ein Frühlingsstreif am Horizont? Vor einem Jahr waren Schneeglöckchen, Winterlinge und sogar schon Krokusse draußen in voller Blüte, aber das war eine völlige Anomalie. Denn schon Ende Januar waren die Temperaturen zweistellig gewesen, während der Januar diesmal zwei Wochen knackigen Frost brachte. Immerhin, die ersten Schneeglöckchen sind offen, und wo Zwergnarzissen und Krokusse gut abgedeckt waren, zeigen auch sie schon ihre Spitzen. Die Sonne geht wieder vor acht Uhr auf, und die ersten Zugvögel waren schon auf dem Rückweg. So ist der Februar gärtnerisch vor allem ein Monat der nahen Vorfreude, auch er gehört zum Kreislauf aus Vergehen und Neuerstehen, in dem wir jetzt alles wieder vor uns haben. Was kann man jetzt im Hause und auf der Fensterbank schon für schöne Körbe aus Frühlingspflanzen dekorieren!
Die richtige Kompostwirtschaft
Weil demnächst wieder massenhaft Blumenerde für Kasten und Kübel gebraucht wird, heute mal etwas über richtige Kompostwirtschaft. Marie-Luise Kreuter, die unübertroffene Autorin des naturnahen Gärtnerns, nannte den Komposthaufen das Herz des Biogartens. Ein etwas gewagtes Bild, aber eine Energiequelle und kleines Kraftwerk kann man ihn schon nennen. Und man muss kein großes Geheimnis darum machen, im Grunde ist das Prinzip einfach. Kompostieren ist verrotten lassen, nicht verschimmeln, und für die Rotte, wie man sagt, braucht es reichlich Sauerstoff und Feuchtigkeit. Nur dann arbeiten nämlich Regenwürmer und die anderen Millionen kleiner Lebewesen, die alle Pflanzenteile zersetzen. Und daraus folgt dreierlei für den Standort: a) Es muss von allen Seiten genug Luft herankommen, also keine geschlossenen Seitenwände, b) ein schattiger oder halbschattiger Platz, offen für normalen Regen, aber nicht für Sonne und viel Wind, c) und offen nach unten, denn die Regenwürmer und Co. kommen aus dem Boden, also keine Bretter darunter. Die Zeiten, wo Kompost vor allem aus nahrhaften Küchenabfällen bestand, sind vorbei (außer den Eierschalen), und heute entsteht er vor allem aus den massenhaften Pflanzenresten im Alltag. Das ist nicht allzu nahrhaft, und deshalb werden bei uns immer dünne Schichten von Kalk und Hornmehl (Stickstoff) eingestreut. Ganz wichtig ist zur Halbzeit das Umstechen, also das Unterste zu oberst, und noch mal viel Sauerstoff hinein; das beschleunigt die Verrottung. Nach neun Monaten ist sie dann vollendet, man kann, aber muss nicht unbedingt, durchsieben, und jedenfalls Platz für einen neuen Haufen schaffen. Also immer so planen, dass reichlich Kompost vorhanden ist, wenn man ihn braucht, demnächst im April.
Ab heute gibt es wieder in jeder Kolumne ein Blumenrätsel. Wie heißt der heute abgebildete Blütenstrauch?Ulrich Junker
